Technik

Vodafone startet Messenger-Dienst Joyn soll die SMS ersetzen

Neun Cent oder mehr kostet eine SMS bei den meisten Handy-Tarifen. Geld, das sich Smartphone-Nutzer sparen können, wenn sie Dienste wie WhatsApp oder Yuilop nutzen. Nun wollen die Mobilfunk-Anbieter einen neuen Kurznachrichten-Standard für Multimedia-Handys starten: Die neue SMS heißt Joyn und kommt zuerst bei Vodafone heraus.

30404137.jpg

Ab Ende August heißt es bei Vodafone: Joynen statt simsen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Einführung des SMS-Nachfolgers Joyn verzögert sich voraussichtlich bis in den August. "Anfang August" würden Mobilfunk-Kunden erstmals entsprechende Software-Updates für ihre Smartphones zur Verfügung gestellt bekommen, erklärte ein Vodafone-Sprecher. Vodafone will als erster Mobilfunkanbieter in Deutschland den Kommunikationsdienst für Smartphones anbieten. Die Deutsche Telekom will im Oktober folgen. E-Plus wartet zunächst ab.

Für die zweite Augustwoche sei vorgesehen, dass sich Kunden das für die Nutzung von Joyn nötige Miniprogramm für Android-Smartphones auch in Googles App-Shop Play herunterladen könnten, erklärte der Vodafone-Sprecher. Bei neuen Handys werde Joyn nach und nach auf immer mehr Geräten bereits vorinstalliert sein. Noch im Mai hatte Vodafone erklärt, Joyn werde bereits im Juni starten.

Joyn soll die SMS des Smartphone-Zeitalters werden. Die Mobilfunk-Branche will damit einen neuen Standard schaffen. Für Multimedia-Handys gibt es bereits zahlreiche Messenger-Apps unterschiedlicher Anbieter wie WhatsApp oder Yuilop, die den kostenlosen Versand von Kurznachrichten und Multimedia-Inhalten wie Fotos oder Videos auf andere Smartphones erlauben. Voraussetzung ist jedoch meist, dass auch der Empfänger die gleiche Software installiert hat. Joyn soll für Einheitlichkeit sorgen.

Kosten sind schon eingerechnet

Vodafone erklärte, man habe beschlossen, den Start von Joyn "aufgrund des Stellenwertes" kurz vor die Konsumelektronik-Messe IFA zu legen. Die Internationale Funkausstellung findet zwischen dem 31. August und dem 5. September in Berlin statt. Die Kosten für Joyn sollen bei Mobilfunk-Anbietern bereits über Handytarife abgedeckt sein, in denen eine Pauschale für die mobile Internet-Nutzung enthalten ist. Mit Joyn reagiert die Branche auf schwindende Erlöse mit herkömmlichen SMS.

Bei Vodafone solle Joyn zunächst ausschließlich für Android-Handys angeboten werden, erklärte der Vodafone-Sprecher. Für Multimedia-Handys mit anderen Betriebssystemen werde der Dienst später eingeführt. "Zum diesem Zeitpunkt können wir noch nichts Konkretes sagen", erklärte der Sprecher. Bei der Deutschen Telekom soll es Joyn zum Start im Oktober für Android-Smartphones sowie für iPhones geben, außerdem für Geräte mit Microsofts Windows mobile. Für Blackberrys und andere Systeme sei der Dienst in Planung, sagte ein Sprecher.

E-Plus verfolge "zurzeit keine aktive Planung für eine Einführung" von Joyn, erklärte ein Sprecher. "Vielmehr beobachten wir mit großem Interesse, ob und wie gut dieser Service bei den Mobilfunkkunden ankommen wird." Von Interesse sei für E-Plus dabei, ob Joyn sich gegen Angebote wie WhatsApp durchsetzen könne. Von O2 lag zunächst keine Stellungnahme zur Einführung von Joyn vor.

Für Mobiltelefone, die nicht multimedia-tauglich sind, wird es Joyn und ähnliche Dienste auch in Zukunft nicht geben. Für bisher gekaufte Smartphones kann die Software von den Plattformen der Betriebssystem-Entwickler oder Handyhersteller heruntergeladen werden.

Quelle: n-tv.de, AFP

Mehr zum Thema