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Taxfix-App ausprobiert Klappt eine Steuererklärung per iPhone?

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Wenn man ein einfacher Steuerfall ist, kommt man mit Taxfix schnell ans Ziel.

(Foto: kwe)

Die App Taxfix verspricht schnelle und einfache Steuererklärungen mit dem Smartphone. Ist so etwas tatsächlich möglich oder soll Nutzern lediglich Geld aus der Tasche gezogen werden? n-tv.de hat's ausprobiert.

Eine Steuererklärung ist alles andere als Spaß und so mancher Arbeitnehmer, der nicht zur Abgabe verpflichtet ist, spart sich die Mühe lieber. Dabei lohnt sich der Aufwand oft gerade für solche einfachen Fälle, bei denen der Arbeitgeber eigentlich schon abgeführt hat, was zu zahlen ist. Laut Zahlen des statistischen Bundesamts gaben für 2016 von rund 23,7 Millionen unbeschränkt Steuerpflichtigen nur etwa 13,2 Millionen eine Erklärung ab. Knapp 11,5 Millionen von ihnen erhielten eine Rückzahlung, die im Durchschnitt 935 Euro betrug. Eine Steuerklärung zahlt sich also für die große Mehrheit der Arbeitnehmer aus.

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Die App ist klar strukturiert.

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Das soll sogar ganz einfach mit einer Smartphone-App klappen - zumindest versprechen dies die Macher von Taxfix. Im Durchschnitt soll die Erklärung in schlappen 25 Minuten erledigt sein. Ob das wenigstens theoretisch möglich ist, hat n-tv.de ausprobiert.

Zahlung bei Erfolg

Schön ist zunächst, dass man schon für den Versuch, eine Steuererklärung abzugeben, nicht abkassiert wird. Taxfix kostet bis zur elektronischen Abgabe via Elster nichts. Später werden die 35 Euro nur dann fällig, wenn sich eine Rückerstattung von mindestens 50 Euro ergeben hat. Das ist fair, aber nicht günstig, denn eine gute Software für den PC gibt's schon ab 15 Euro.

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In Sachen Datenschutz scheint die App alles richtig zu machen.

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Versucht man sein Glück mit der App, wird's einem so einfach wie möglich gemacht. Voraussetzung ist allerdings, dass man alle Unterlagen parat hat und es sich um einen einfachen Steuerfall handelt. Taxfix weist darauf hin, dass die App derzeit unter anderem noch nicht für Selbstständige und Freiberufler oder zusammenveranlagte Partner zu gebrauchen ist. Aber auch viele verschiedene Versicherungen oder ungewöhnliche Nebeneinkünfte sind hinderlich.

Alle Fragen geklärt

Auch n-tv.de kam im Test an einen Punkt, an den die App überfordert war. Dennoch konnte Taxfix überzeugen. Es führt Nutzer Schritt für Schritt mit Fragen durch die Steuererklärung. Insgesamt gibt es von "Lebenssituation" über "Einkommen" und "Persönliche Angaben" neun Bereiche, die abgearbeitet werden müssen. Im ersten Schritt wird auch gleich geklärt, ob Taxfix für die Steuererklärung geeignet ist. Gibt man beispielsweise an, dass man auch selbstständig gearbeitet hat, teilt einem die App mit, sie könne derzeit noch nicht helfen.

Die Fragen sind so einfach formuliert wie dies eine Steuer-App zulässt. Sie bietet ausführliche Erläuterungen, wenn man auf ein Fragezeichen-Symbol tippt. Bleiben auch dann noch Unklarheiten, gibt es die Möglichkeit, das Support-Team zu kontaktieren. Antworten können allerdings eine Weile dauern, man sollte die Erklärung also nicht unter Zeitdruck machen.

Einfach mal sehen, was geht

Am einfachsten ist die Erfassung des Einkommens, wenn eine Lohnsteuerbescheinigung des Jahres vom Arbeitgebers vorliegt. Denn die App beherrscht Texterkennung und es genügt, das Dokument mit dem Smartphone abzufotografieren. Im Test wurden alle Daten korrekt übernommen, lediglich die Religionszugehörigkeit musste noch nachgetragen werden.

Bleibt der Steuerfall einfach und hat man alle nötigen Dokumente zur Hand, kann man mit Taxfix die Steuererklärung durchaus zügig erledigen. 25 Minuten dürften aber nur Nutzer hinbekommen, die bereits mit Steuer-Software gearbeitet haben. Etwas mehr Zeit sollte man schon einplanen. Für Anfänger ist die App aber auch eine gute Möglichkeit, auszuprobieren, ob etwas für sie herausspringen kann. Sind es mehr als 50 Euro, kann man sich ja immer noch für eine günstigere Software entscheiden.

Quelle: ntv.de

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