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Telekom gibt 4G-Netz frei LTE-Tarife jetzt auch beim Discounter

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jwa

Die Telekom gibt ihr LTE-Netz auch für Drittanbieter frei. Damit haben Mobilfunk-Discounter erstmals die Möglichkeit, ihren Kunden Tarife im schnellen 4G-Netz anzubieten. Die neue Geschwindigkeit hat aber ihre Grenzen.

Wer als Kunde eines Mobilfunk-Discounters bisher einen Tarif im D1-Netz der Telekom nutzte, musste einen entscheidenden Nachteil in Kauf nehmen: Billig-Tarife waren von der Nutzung der LTE-Infrastruktur der Deutschen Telekom ausgeschlossen, Kunden mussten sich mit dem langsameren und weniger verbreiteten UMTS-Standard begnügen. Das ändert sich jetzt, denn die Telekom gibt ab sofort ihr LTE-Netz auch für Drittanbieter frei. Die ersten Discounter haben bereits reagiert und ihre Tarife angepasst.

Die neue LTE-Freiheit ist vor allem eine gute Nachricht für die Nutzer, denn mit der Öffnung des Netzes gibt es mehr Wettbewerb im schnellen Netz. Anbieter wie die Telekom-Tochter Congstar, Klarmobil, Mobilcom_Debitel oder Sparhandy haben bereits neue LTE-Tarife in ihr Porfolio aufgenommen. Die neue Geschwindigkeit hat aber ihre Grenzen: Anstatt der maximal möglichen 300 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), die im LTE-Netz der Telekom erreicht werden können, ist die 4G-Übertragungsrate in den Discounter-Tarifen auf 50 Mbit/s beschränkt.

Ob die Kunden den Geschwindigkeitsunterschied merken werden, ist aber fraglich - in Studien zur Netzabdeckung in Deutschland wird immer wieder deutlich, dass die maximale Geschwindigkeit kaum jemals erreicht wird, und bisher surfen Discounter-Kunden im Telekom-Netz mit maximal 42 MBit/s. Wichtigeres Argument für die Nutzung eines LTE-Tarifs ist die flächendeckende Netzabdeckung, denn die ist deutlich besser als zum Beispiel beim langsameren 3G, das zudem 2020 abgeschaltet werden soll, um die Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G freizumachen.

Wer als Bestandskunde eines Discounters in den Genuss der neuen Geschwindigkeit und der besseren Netzabdeckung kommen will, muss draufzahlen. Auch Neukunden müssen für einen LTE-Tarif etwas tiefer in die Tasche greifen, Aufpreise von rund 5 Euro monatlich sind die Regel. Billig-Anbietern, die für ihre Tarife das D-Netz des Telekom-Konkurrenten Vodafone nutzen, entsteht durch die Öffnung ein Nachteil, denn Vodafone stellt Drittanbietern seine 4G-Infrastruktur bisher nicht zur Verfügung.

Quelle: n-tv.de, jwa

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