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Huawei veredelt Mittelklasse Mate 20 Lite zeigt, wo’s langgeht

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Das Huawei Mate 20 Lite.

(Foto: kwe)

Huawei stellt als Vorhut des kommenden Triple-Kamera-Monsters Mate 20 Pro die Lite-Version des Riesen-Smartphones vor. Das neue Mittelklasse-Smartphone ist so gut, dass man ahnen kann, was folgen wird.

Eigentlich war zu erwarten, dass Huawei auf der IFA erstmal das Mate 20 Pro vorstellt und das Lite-Modell folgen lässt. Doch die Chinesen möchten ihrem neuen Smartphone-Star mit neuem Monster-Chip und verbesserter Dreifach-Kamera offensichtlich eine eigene große Bühne gönnen und schicken in Berlin das Mate 20 Lite als Appetithappen voran.

Kein Lückenbüßer

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Die Doppel-Kamera ragt aus dem Gehäuse heraus.

(Foto: kwe)

Das abgespeckte Modell ist aber alles andere als ein Lückenbüßer, sondern ein starkes Smartphone, das zeigt, wohin die Reise in der Mittelklasse geht: Das Handy hinterlässt den Eindruck eines Top-Geräts und die Ausstattung dürfte für die meisten Nutzer mehr als ausreichend sein. Dabei kostet es mit 400 Euro halb so viel wie die meisten Oberklasse-Boliden.

Das Gerät hat ein 6,3 Zoll großes LCD im Format 19,5:9, eine gläserne Rückseite und einen abgerundeten Metallrahmen. Das Design ist damit nichts Außergewöhnliches, liegt aber im aktuellen Trend und das komplett schwarze Testgerät sieht wirklich schick aus.

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Auch das Mate 20 Lite hat eine "Notch".

(Foto: kwe)

Das mächtige Display löst mit Full-HD+ auf, was für eine feine Pixeldichte von 409 ppi reicht. Es ist sehr hell, stellt Farben gut dar, bietet für ein LCD prima Kontraste und lässt auch im spitzen Blickwinkel betrachtet kaum nach. Die Ränder um den Bildschirm sind recht schmal, wodurch das Gerät noch einigermaßen handlich ist.

Ausdauernd und stark genug

Obwohl das Mate 20 Lite 7,6 Millimeter dünn ist, hat Huawei einen Akku mit 3750 Milliamperestunden untergebracht. Damit kommt man bei moderatem Gebrauch auch mal über zwei Tage und zur Not ist das Handy schnell wieder geladen. Die gute Ausdauer hat das Smartphone wohl auch seinem Chip zu verdanken, der hauseigene Kirin 710 scheint mit den Ressourcen sehr schonend umzugehen.

Technische Infos

  • System: Android 8.1
  • Display: 6.3 Zoll, LCD, Full HD+, 409 ppi
  • Prozessor: Kirin 710
  • Arbeitsspeicher: 4 GB
  • Interner Speicher: 64 GB + microSD
  • Kamera: 20 MP + 2 MP, f/1.8
  • Frontkamera: 24 MP + 2 MP, f/2.0
  • WLAN as, Bluetooth 4.2
  • NFC, USB-C
  • Akku: 3750 mAh
  • Maße: 170 x 89 x 60 mm
  • Gewicht: 172 g

Die Leistung leidet darunter nicht, das Mate 20 Lite bewältigt jede Aufgabe absolut flüssig. Lediglich bei hohen grafischen Anforderungen kann es mit den Top-Geräten nicht mithalten, was aber lediglich Hardcore-Gamer stören sollte.

Der Arbeitsspeicher ist mit 4 Gigabyte (GB) ebenfalls völlig ausreichend bemessen, mehr wäre eigentlich nur Zahlen-Protzerei. Ähnliches gilt für den internen Speicher. Mit 64 GB kommt man gut klar, da man für Fotos und Videos microSD-Karten einstecken kann. Wenn man stattdessen eine zweite SIM-Karte bevorzugt, müssen 64 GB genügen.

Vier Kameras

Die Kameraausstattung ist interessant. Denn das Gerät hat zwei Doppelkameras. Auf der Rückseite sitzt eine 20-Megapixel-Knipse mit lichtstarker Blende f/1.8, die zur Unterstützung eine 2-Megapixelkamera hat. Sie macht bis in die Dämmerung hinein gute Fotos und Videos, kann bei sehr schwachem Licht aber nicht mit Nacht-Experten mithalten. Das künstliche Bokeh bei Porträts ist ganz okay, aber bei näherem Betrachten fallen Fehler bei den Übergängen auf. Dafür funktioniert die automatische Szenen-Erkennung ziemlich gut.

Die Frontkamera löst sogar mit 24 Megapixeln auf, die Anfangsblende ist mit f/2.0 aber kleiner und die vielen Pixel sind bei sehr wenig Licht eher ein Problem. So lange es hell genug ist, liefert die Kamera aber erfreuliche Ergebnisse. Auch sie hat eine 2-Megapixel-Kamera zur Seite, mit der unter anderem das Gesicht für Beleuchtungseffekte freigestellt werden kann. Das gelingt jedoch eher bescheiden. Hübsch sind dagegen die AR-Funktionen des Mate 20 Lite. So kann man unter anderem Gesten auf Emojis übertragen oder AR-Objekte in der Umgebung platzieren.

Starke Vorlage

Alles in allem ist das Mate 20 Lite ein sehr gutes Mittelklasse-Smartphone, das sehr nahe an die Oberklasse herankommt. Das gelingt aber nicht nur Huawei. Die Schwester Honor, Nokia, Samsung, HTC und andere verstärken die 400-Euro-Klasse ebenfalls immer weiter. Für das doppelte Geld muss das Mate 20 Pro schon einiges mehr zu bieten haben, man darf gespannt sein.

Quelle: n-tv.de

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