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Versteckte Kamera beim MWC Matebook X Pro ist Huaweis Luxus-Laptop

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Kuckuck! Das Matebook X Pro hat eine Kamera zum Ausklappen.

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Huawei zeigt auf dem Mobile World Congress zwar kein neues Smartphone, dafür aber ein attraktives Notebook: Das Matebook X Pro macht keinen Hehl daraus, dass es Apples Macbooks an den Kragen will. Und es hat mehr zu bieten, als man auf den ersten Blick sieht.

Vergleiche mit der Konkurrenz sind in der Marketing-Welt an der Tagesordnung, da ist auch die Smartphone-Branche keine Ausnahme. Nicht immer werden die Konkurrenten dabei aber beim Namen genannt, der "Elefant im Raum" wird oft geschickt umschifft, obwohl jeder weiß, wer gemeint ist. Nicht so bei Huawei: Die Chinesen gehen ganz offen damit um, dass sie Apples Produkte als Maßstab nehmen und versuchen, diese zu übertreffen. Jüngstes Beispiel ist das Matebook X Pro, das die Chinesen selbstbewusst auf dem MWC in Barcelona präsentieren. Das Windows-Ultrabook sieht sehr edel aus, hat Dampf unter der Haube und ist sehr flach - einen winzigen Hauch flacher noch als Apples aktuelle Spitzenmodelle.

Touch-Screen fast ohne Rand

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Das Matebook X Pro macht was her.

(Foto: Huawei)

Eindruck schindet aber nicht nur das dünne Gehäuse (1,46 Zentimeter an der dicksten Stelle, Apples Macbook Pro mit 13-Zoll-Screen hat 1,49 Zentimeter), sondern auch das Display, das fast gar keinen Rand mehr hat. 13,9 Zoll misst es, doch weil die Ränder ringsherum nur wenige Millimeter dick sind, wirkt das Gehäuse deutlich kleiner - das ist auf einem Niveau mit Dells XPS 13. Der Bildschirm kommt im 3:2-Format und bringt es auf eine hohe Auflösung von 3000 x 2000 Pixeln. Und er ist nicht nur zum Zeigen da, sondern will auch berührt werden: Auf Wunsch kann man das Matebook X Pro bequem via Touchscreen bedienen. Auch bequem: Der Fingerabdruck-Scanner ist direkt im Anschalter verbaut, so erledigt man Einschalten und Entsperren in einem Schritt.

Spannend ist beim Matebook X Pro vor allem ein cleveres Extra, für das Huawei tief in die Trickkiste gegriffen hat. Die Art, wie die Webcam beim neuen Notebook-Star der Chinesen untergebracht ist, hat man so noch nicht gesehen. In der Reihe der Funktionstasten findet sich mittig eine Taste mit dem Kamera-Symbol - drückt man darauf, klappt die Kamera aus dem Tastenblock hoch und visiert den Nutzer an. Huawei verbaut also eine versenkbare Kamera und spart damit nicht nur Platz im Display, sondern beruhigt auch die Gemüter der Nutzer, die sich um gehackte Webcams Sorgen machen und die Linse bei ihrem Notebook vorsorglich abkleben.

Hohes Niveau, hoher Preis

Dazu gibt's wie bei Apples Macbooks ein extragroßes Trackpad, Tasten mit gutem Druckpunkt und zusätzlich zu den zwei USB-C-Anschlüssen, von denen einer zum Laden dient, einen USB-A-Steckplatz. Ein Kopfhörer-Ausgang ist ebenfalls dabei, die Lautsprecher sitzen seitlich neben dem Tastenblock. SD-Kartenleser, HDMI-Ausgang oder andere Schnittstellen fehlen dem 1,33 Kilogramm leichten Notebook mit Aluminiumgehäuse. 

Technisch bewegt sich das Matebook X Pro standesgemäß auf der Höhe der Zeit, Intel-Chips der 8. Generation verrichten im Innern ihre Arbeit, je nach Konfiguration ein Core i5 oder ein Core i7. Dazu gibt es wahlweise 8 oder 16 Gigabyte Arbeitsspeicher und maximal 1 Terabyte SSD-Speicher. So viel Luxus und Spitzentechnik gibt's aber nicht zum Schnäppchenpreis: Huawei ruft für die Einstiegskonfiguration (Core i5, 8 GB Arbeitsspeicher, 256 GB SSD-Speicher) selbstbewusste 1500 Euro auf; wer etwas mehr haben will, muss auch tiefer in die Tasche greifen.

In den Handel kommt das Matebook X Pro laut Huawei Anfang Juni 2018. Dämpfer für Nutzer mit Leistungsbedarf: In Deutschland wird offenbar nur die Version mit i5 und 8 GB Arbeitsspeicher angeboten, immerhin aber mit der Extra-Grafikkarte Nvidia Geforce MX 150 - das dürfte sich auf Gaming oder Anwendungen wie Videoschnitt positiv auswirken.

Quelle: n-tv.de

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