Technik

Verstärker für alle Fälle Mit dem Sonos Amp streamt fast alles

Sonos Amp Test 01.jpg

Der Sonos Amp bindet unter anderem alte Plattenspieler in ein Multiroom-System ein.

(Foto: kwe)

Am Sonos-Amp finden alte Stereoanlagen, Boxen, Fernseher und andere Geräte Anschluss an die moderne Streaming-Welt. n-tv.de hat ausprobiert, was der Verstärker auf dem Kasten hat und für wen sich eine Anschaffung lohnt.

Nutzer, die Streaming-Lautsprecher von Sonos besitzen, sind oft auch Musikliebhaber, die noch hochwertige Schallplattenspieler oder Stereoanlagen haben, die viel zu gut sind, um ungenutzt im Regal oder Keller zu verstauben. Für sie kann der neue Sonos Amp die perfekte Lösung sein, um ihre Audio-Schätze ins Streaming-Zeitalter zu befördern. Das hat auch schon mit dem alten Sonos Connect:Amp geklappt, doch der neue Verstärker hat mehr auf dem Kasten. Unter anderem ist er anschlussfreudiger und ist stärker. n-tv.de hat sich den Amp ins Wohnzimmer gestellt und ausprobiert, was er kann.

Minimalistisches Design

Sonos Amp Test.jpg

Das Gerät misst 64 x 217 x 217 mm.

(Foto: kwe)

Das Design des neuen Sonos-Tausendsassa ist gelungen minimalistisch. Von vorne sieht man lediglich drei Touch-Sensoren und die Status-LED an dem schwarzen Quader leuchten. Prägendes Merkmal ist eine kreisrunde Vertiefung an der Oberseite, die Teil eines gut funktionierenden Lüftungssystems ist.

Technisch interessanter ist die Rückseite. Denn dort befinden sich neben zwei Ethernet-Buchsen nicht nur Cinch-Eingänge sowie ein optischer und ein Koaxial-Anschluss wie beim Connect: Amp. Der neue Sonos-verstärker hat auch einen HDMI-ARC-Eingang, für den bei Bedarf ein Adapter auf optische Kabel beiliegt.

Was die Einrichtung betrifft, ist der Amp ebenso unkompliziert wie andere Sonos-Geräte. Mit der App ist er in wenigen Minuten betriebsbereit und wird in der iOS- oder Android-Anwendung grundsätzlich wie ein Sonos-Lautsprecher behandelt.

Plattenspieler streamt mit

Sonos Amp Test-3.jpg

Die Anschlüsse des Sonos Amp.

(Foto: kwe)

Im Test musste der Amp zunächst zwei Plattenspieler über ein Mischpult per Aux-Kabel in ein Multiroom-System einbinden. Das funktionierte ebenso mühelos wie früher mit dem Connect. Man stellt in der App einfach als Quelle ("Durchsuchen") Line-in ein und gruppiert den Amp mit den Sonos-Lautsprechern, auf denen die Schallplatten erklingen sollen.

Wie bei der Anbindung über einen Connect oder den Aux-Eingang eines Play: 5 war es allerdings zunächst nötig, ein eigenes Sonos-Netz zu spannen, um Musik ohne Unterbrechungen zu hören. Dazu genügt es einen beliebigen Lautsprecher im System am Ethernet-Anschluss mit dem Router oder einem Repeater zu verkabeln. Die Geräte funken dann unabhängig vom heimischen WLAN miteinander.

Alte und neue Boxen finden Anschluss

Sonos Amp gestapelt.jpg

Bei Bedarf kann man den Amp auch stapeln.

(Foto: Sonos)

Als nächstes diente der Amp dazu, zwei alte Magnat-Boxen aus dem Dornröschenschlaf zu befreien, in dem sie sich seit 15 Jahren im Keller befanden. Dafür liefert Sonos praktische Schraubverschlüsse für die Lautsprecherkabel mit, man kann aber auch alle anderen handelsüblichen Bananenstecker einstecken. In dieser Kombination wird der Amp wie jeder andere neuere Sonos-Speaker genutzt. Man kann unter anderem von verschiedenen Streaming-Diensten Musik hören oder das Gerät direkt aus einer Spotify-App oder via Airplay 2 (Das cann der Connect:Amp nicht) ansteuern.

Der Sonos Amp versorgt die Boxen mit satten 125 Watt pro Kanal, viel mehr als die 55 Watt des Vorgängers. Der Sound, den der Verstärker aus den Lautsprechern rauskitzelt, kann sich wirklich hören lassen. Und das Limit bei der Lautstärke setzt nicht der Amp, sondern bestimmen die Boxen.

Insgesamt kann der Sonos-Verstärker mit seiner Leistung vier passive Boxen versorgen. Wer gerade baut oder dies noch vorhat, kann auch die neuen Sonance-Einbau-Lautsprecher für Decken oder Wände kaufen. Von ihnen schafft der Amp sechs Stück und der Klang kann mit Trueplay (nur iOS-App) an Räume angepasst werden.

Gruppenbildung am Fernseher

Sonos Amp Test-2.jpg

Auch wenn diese beiden hier gut klingen und Erinnerungsstücke sind, lohnt sich die Anschaffung eines Sonos Amp nur für sehr hochwertige alte Boxen.

(Foto: kwe)

Auf Anhieb gelang es im Test auch, den Amp mit den zwei passiven Boxen (Phantom-Center) und zwei Sonos-One-Lautsprecher zu einem 4.0-System an einem Fernseher zusammenzuschließen. Weil der Amp über HDMI ARC angeschlossen wurde, ließ sich die Lautstärke dabei über die TV-Fernbedienung regeln und die Quelle wurde automatisch eingestellt. Ebenso könnte man zwei Amps mit je einem Boxen-Paar verwenden oder eine Sonos Beam im Zentrum und eine Amp-Boxen-Kombi im Hintergrund plus Subwoofer zu einem virtuellen 5.1-System zusammenschließen.

Klasse - wenn man ihn braucht

Alles in allem hat der neue Sonos Amp im Test durch seine Leistung und Vielseitigkeit beeindruckt. Allerdings kostet das Gerät schmerzhafte 700 Euro. Damit sich das lohnt, muss man jetzt oder in Zukunft schon genau die Vorzüge benötigen, die das Gerät gegenüber dem Connect: Amp bietet, der im freien Handel immer noch für rund 500 Euro angeboten wird. Außerdem sollten die alten Komponenten die Investition wert sein.

Benötigt man keinen Verstärker, sondern möchte lediglich eine Stereoanlage oder ähnliches einbinden, tut's auch der einfache Connect, den man für 360 Euro erhält. Oder man kauft sich einen Play:5 mit Aux-Eingang für 500 Euro.

 

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema