Technik

Scharfes Teil mit Bambus-Body Moto X Style ist einzigartig

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Passen gut zusammen: Moto X Style und Moto 360.

(Foto: jwa)

Moto 360 und Moto X Style sind ein gutes Paar. Beide bieten aktuelle Technik und gutes Aussehen und können nach Wunsch gestaltet werden. Doch vor allem das Moto X Style hat dank Spitzenausstattung zu moderaten Preisen mehr als nur guten Look zu bieten.

Die beliebtesten Smartphones der Welt werden millionenfach verkauft, in den großen Städten laufen zehntausende Menschen herum, die das gleiche Handy in der Tasche tragen. Wäre es da nicht schön, ein echtes Unikat zu haben? Ein Smartphone, das es nur ein einziges Mal gibt? Individualisten bekommen diesen Wunsch mit dem Moto X Style zumindest zum Teil erfüllt, denn sie können sich ihr Wunsch-Smartphone im Internet selbst zusammenstellen. Auch die neue Smartwatch Moto 360 kann den eigenen Wünschen angepasst werden - der Aufpreis ist vertretbar, der Gestaltungsfreiheit sind aber enge Grenzen gesetzt.

Die Moto 360 ist eine gewöhnliche, wenn auch schöne Smartwatch mit Android Wear. Im Play Store von Google gibt es derzeit nur eine Variante: schwarzes Gehäuse, schwarzes Lederarmband, 42-Millimeter-Gehäuse. Beim Moto Maker, Motorolas Plattform für selbst zusammengestellte Geräte, ist die Auswahl schon größer: Wer die Uhr aufhübschen will, hat die Wahl zwischen braunem oder schwarzem Lederarmband oder Alternativen aus Edelstahl, drei Gehäusetypen in zwei Größen sowie Silber, Gold oder Schwarz für Lünette und Gehäuse.

Moto Maker macht nicht alle Wünsche wahr

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Im Moto Maker gestaltet: das Moto X Style und die Moto 360.

(Foto: jwa)

Das Testgerät von n-tv.de ist ein silbernes Exemplar mit 42-Millimeter-Herrengehäuse und braunem Lederarmband - eine selbst zusammengestellte Kombination, die so einzigartig aber sicher nicht ist. Das Moto X Style hingegen kann tatsächlich zum Einzelstück werden: Die Wahl der Materialien und Farben ist hier ungleich größer, für die Rückseite stehen Holz, Bambus, Leder oder Kunststoff zur Verfügung, für Front und Rahmen gibt es drei Farbkombinationen, farbliche Akzente können in sieben Tönen gesetzt werden.

Vermeintliches Highlight ist die Gravur, die auf der Rückseite im unteren Bereich erscheint. "Selbst designen" heißt es beim Moto Maker, doch die Gestaltungsmöglichkeiten sind arg beschränkt: 14 Zeichen sind das Maximum, Schriftart und -größe sind festgelegt, die Positionierung in der Mitte ebenfalls. Aus dem erhofften Testgerät mit n-tv Logo wurde also nichts, eine kleine Gravur in serifenloser Schrift ist das höchste der Gefühle - Käufer sollten sich also gut überlegen, ob sie nicht lieber auf die Gravur verzichten, nicht zuletzt wegen späterer Wiederverkaufsoptionen.

Trotzdem ist der Moto Maker eine Institution und den Aufpreis wert: Für rund 485 Euro bekommt man die Standard-Ausführung derzeit im Online-Handel, für 499 Euro gibt es ein Gerät mit selbst gewählter Kunststoffrückseite und Farbakzenten, Holz oder Leder kosten 20 Euro extra.

X Style ist technisch fast perfekt

Die wichtigsten technischen Daten

  • System: Android 5.1.1 Lollipop
  • Display: 5,7 Zoll, LCD, Quad-HD (2560 x 1440 Pixel), 520 ppi
  • Prozessor: Snapdragon 808, 1,8 GHz
  • Arbeitsspeicher: 3 GB
  • Interner Speicher: 16/32/64 GB + Micro-SD-Steckplatz
  • Kamera: 21 MP
  • Frontkamera: 5 MP, Blitz
  • Akku: 3000 mAh, Schnellladefunktion
  • Wasserabweisend (IP 52)
  • Stereo-Frontlautsprecher
  • LTE, WLAN ac, Bluetooth 4.1, NFC
  • Maße: 153,9 x 76,2 x 7,5-10,6 mm
  • Gewicht: 179 g

Damit ist das aktuelle Flaggschiff von Motorola deutlich günstiger zu haben als die Top-Geräte der Konkurrenz, ohne schlechter ausgestattet zu sein. Der ultrascharfe 5,7-Zoll-Bildschirm mit Quad-HD-Auflösung strahlt hell, bietet satte Kontraste und plastische Farbdarstellung und sitzt in einem vergleichsweise handlichen Gehäuse - groß und schwer ist es natürlich trotzdem, viel kompakter kann man ein Gerät mit dieser Displaydiagonale aber nicht bauen. Der hellgoldene Metallrahmen ist elegant ums Gehäuse geschwungen und macht das Smartphone in Kombination mit dem hellen Bambus zu einem echten Blickfang.

Technisch hat das Moto X Style fast alles drauf, was ein Top-Smartphone heutzutage ausmacht - mit einer Ausnahme: Der Fingerabdruck-Scanner fehlt. Damit hat es einen wichtigen Nachteil gegenüber den aktuellen Flaggschiffen von Apple, Samsung, Sony, Huawei oder HTC. Auch Googles Nexus-Modelle sind dem Style in dieser Hinsicht voraus. Dafür überzeugt der Rest umso mehr: Die 21-Megapixel-Kamera startet schnell und macht richtig tolle Bilder, sie dreht HDR-Videos mit Full-HD-Auflösung sowie 4K-Videos. Auch die Frontkamera mit 5-Megapixel-Auflösung kann überzeugen, sie hat einen Nachtmodus und einen eigenen Blitz. Die Stereolautsprecher an der Front lassen etwas Bass vermissen, klingen aber laut und sehr klar, sodass Stimmen immer gut verstanden werden.

Der Akku ist mit 3000 Milliamperestunden nicht besonders großzügig bemessen, die durchschnittlichen Laufzeiten liegen auf einem Niveau mit anderen aktuellen Spitzenmodellen. Immerhin: Das mitgelieferte spezielle Schnellladegerät macht den Akku extrem schnell voll. Highlight ist aber die Performance. Das Moto X Style ist rasend schnell und leistet sich im Test keine Aussetzer, Wartezeiten scheint es nicht zu kennen. Fotos werden ohne Verzögerung aufgenommen, Standortdaten per GPS im Nu ermittelt. Tatsächlich wirkt das Moto X Style wie auf Aufputschmitteln, so flott lässt es den Nutzer durch die Oberfläche navigieren.

Moto 360 ist schön, aber ...

Das liegt zum einen an der guten Hardware mit starkem Snapdragon-808-Prozessor und reichlich Arbeitsspeicher, aber auch an der schlanken Software: Wie immer setzt Motorola auf nahezu unverändertes Android, lediglich ein paar nützliche Apps und Funktionen sind mit dabei. So reicht es, die Hand übers Display zu halten, um wichtige Informationen wie die Uhrzeit und verpasste Anrufe oder Benachrichtigungen zu sehen. Die Kamera lässt sich durch zweimaliges Drehen des Handgelenks starten, das Smartphone hört auf Sprachbefehle und passt sich auf Wunsch an Situationen an (Zeit und Ort) und liest dann im Auto zum Beispiel Anrufer und SMS-Nachrichten vor oder schaltet sich im Meeting automatisch stumm.

Im Vergleich dazu ist die neue Moto 360 fast ein bisschen langweilig: Ihr Gehäuse ist eine behutsame Weiterentwicklung des ersten Modells, der schwarze Balken im unteren Displaybereich ist leider immer noch da. Sie ist ohne Frage eine der schönsten Android-Smartwatches und dürfte viele noch mehr ansprechen als die Huawei Watch, doch auch hier liegt das Problem bei der Software und damit nicht in Motorolas Händen. Android Wear ist noch unausgereift, Funktionen und Look müssen sich noch verbessern, um Smartwatches mit diesem System attraktiv zu machen. Samsung zeigt mit der Tizen-Smartwatch Gear S2 aktuell, wie es auch geht. 

Die Ausstattung der Moto 360 lässt nichts vermissen, das Hardware-Paket entspricht dem aktuellen Standard. Ein Umgebungslichtsensor passt die Helligkeit an, ein Pulsmesser überwacht die Herzfrequenz, ein WLAN-Modul an Bord erlaubt auch Benachrichtigungen, wenn das Smartphone nicht zur Hand ist. Das ist praktisch, doch die Moto 360 ist vor allem ein stylisches Accessoire zum Smartphone - wer beides im Moto Maker kauft, kann Uhr und Handy farblich aufeinander abstimmen, indem zum Beispiel das gleiche Leder für die Handy-Rückseite wie fürs Armband gewählt wird.

Quelle: ntv.de