Nachtsicht, 700 g, 20.000 mAhMonster-Smartphone Fossibot F113 ausprobiert
Von Klaus Wedekind.webp)
Das Fossibot F113 ist alles andere als ein normales Smartphone. Es ist ein ultrarobuster 700 Gramm schwerer Outdoor-Spezialist mit Nachtsicht-Kamera, Hochleistungs-Taschenlampe und 20.000-Milliamperestunden-Akku. Im Praxistest zeigt das 360 Euro günstige Gerät, was es kann.
Moderne Smartphones sind wasserdicht und halten einiges aus, speziell, wenn sie mit einer Schutzhülle ausgestattet sind. Wenn es in der Freizeit oder bei der Arbeit aber wirklich hart auf hart geht, sind besonders robuste Outdoor-Geräte doch die weitaus bessere Wahl. Das Fossibot F113 ist für besonders extreme Einsätze gemacht und bietet eine Ausstattung, die sogar in dieser Geräteklasse außergewöhnlich ist.
Extrem schwer, ausdauernd und robust
Dass das Ding kein normales Smartphone ist, merkt und sieht man sofort: Das F113 ist rund 3,2 Zentimeter dick und wiegt sage und schreibe 700 Gramm. Das liegt speziell an einem Akku, der 20.000 Milliamperestunden fasst, nahezu das Vierfache von normalen Smartphones. Entsprechend selten muss das Gerät aufgeladen werden, selbst bei intensivem Gebrauch kommt es zwei Tage ohne Steckdose aus. Man kann das Fossibot F113 aber auch als Powerbank nutzen, um andere Geräte aufzutanken.
Wenn es herunterfällt, muss man sich eher Sorgen um die Fläche machen, die es trifft. Sein kantiges Gehäuse aus Kunststoff und Metall ist nach IP69K nicht nur vollständig vor dem Eindringen von Staub und anderen Partikeln geschützt. Es hält auch Hochdruck- sowie Hochtemperatur-Wasserstrahlen aus nächster Nähe aus. Man könnte ein verdrecktes Gerät zur Not also auch abkärchern.
Außerdem sieht es nicht nur so aus, als könnte man mit ihm Nägel in die Wand schlagen, vermutlich ist das tatsächlich möglich. Denn es hat in Stoßtests nach dem US-Militär-Standard MIL-STD-810H bewiesen, dass es auch heftige Aufpralle aus allen Winkeln überstehen kann. Dazu hält es problemlos Temperaturen zwischen -20 und +55 Grad aus.
Auch die weitere Ausstattung geht weit über Alltagsanforderungen hinaus. An der Stirnseite hat das Smartphone eine große 1,5-Watt-Leuchte, die sehr hell und weit strahlt und so eine herkömmliche Taschenlampe ersetzen kann. Auf der linken Seite sitzt dafür eine kupferfarbene Extra-Taste. Hält man sie, schaltet man die Funzel ein und kann dann durch kurzes Drücken die Intensität in drei Stufen regeln oder Blinkzeichen in zwei Geschwindigkeiten senden.
Praktische Zusatztasten und Werkzeugkasten
Eine weitere, rote Taste kann je nach Einsatzzweck mit verschiedenen Funktionen belegt werden. In den Einstellungen findet man die Funktion unter "Seitenschlüsselbelegung", was ein Beispiel für mehrere Übersetzungsfehler ist. Man kann mit einem langen Druck und ein- oder zweimal Drücken unter anderem direkt ein Notfall-SOS absetzen, Screenshots machen oder eine bestimmte App starten.
Dafür empfehlen sich neben Anwendungen für die Navigation Apps, die man im "Werkzeugkasten" findet. Dazu gehören unter anderem ein Kompass, ein Winkelmesser, eine Wasserwaage oder ein Lot. Wie es sich für ein Outdoor-Smartphone gehört, ist auch ein Handschuh-Modus an Bord.
Auf der linken und rechten Seite gibt es ober- und unterhalb der Tasten Gewinde. Hier kann man einen mitgelieferten, elastischen Gurt befestigen, damit das schwere Smartphone sicher mit einer Hand gehalten gehalten werden kann. Das ist beispielsweise beim Bergsteigen in der Wand oder auf Baustellen auf dem Gerüst enorm nützlich. Zum Lieferumfang gehört auch ein kleiner Schraubenzieher.
Effektive Nachtsicht-Kamera
Die Kameraausstattung des Fossibot F113 ist einzigartig. Das liegt weniger an der 50-Megapixel-Hauptkamera, die zwar sehr ordentliche Aufnahmen macht, aber auch nicht mehr. Die 5-Megapixel-Makro-Kamera ist ein nettes Extra, die 32-Megapixel-Front-Knipse für Selfies und Chats völlig ausreichend. Die große Spezialität des Fossibot F113 ist eine 64-Megapixel-Infrarot-Nachtsicht-Kamera.
Siel liefert bei absoluter Dunkelheit die für die Technik typischen monochromen Bilder. Die Qualität ist beachtlich, die Bilder sind auch bei absoluter Dunkelheit recht scharf, kontrastreich und nicht besonders pixelig. Dazu ermöglicht die starke 3-Watt-Infrarot-Leuchte eine weite Sicht. Die von Fossibot angegebenen 50 Meter sind durchaus realistisch. Das Blickfeld ist ebenso weit genug, um das Gerät nachts zur Orientierung zu nutzen oder Wildtiere zu beobachten.
Für Alltagsaufgaben sitzen zwischen den Kameras zwei Leuchten. Interessanter ist ein senkrechter LED-Streifen darunter. Er kann unter anderem bei Benachrichtigungen oder Anrufen bunt leuchten, wobei man die Wahl zwischen neun verschiedenen Mustern hat.
Gutes Mittelklasse-Innenleben
Die weiteren technischen Eigenschaften sind typische Mittelklasse, aber für ein 360 Euro günstiges Smartphone nicht schlecht. Das von Gorilla Glass 3 geschützte, 7,8-Zoll-Display ist zwar nur ein LCD, aber es ist mit 396 ppi Pixeldichte sehr scharf und bietet stabile Blickwinkel. Außerdem kann man seine Bildwiederholfrequenz von 60 auf 90 oder 120 Hertz erhöhen, wenn eine flüssige Darstellung gefragt ist, beispielsweise bei Spielen. Mit maximal 480 Nits ist das Panel hell genug für Tageslicht, in der Sonne ist es aber nicht allzu gut ablesbar.
Angetrieben wird das Gerät vom Mediatek-Chip Dimensity 7050, der für die Einsatzzwecke des Smartphones stark genug ist. Er hat mit 12 Gigabyte (GB) normalerweise ausreichend Arbeitsspeicher zur Seite. Zur Not kann man ihn virtuell (langsam) auf bis zu 32 GB erweitern, indem etwas vom 256 GB großen Flash-Speicher abgezweigt wird.
Fazit
Als Alltags-Smartphone ist das Fossibot F113 nicht gedacht und vor allem durch sein hohes Gewicht auch nicht geeignet. Es kann aber ein ideales Zweitgerät für die Arbeit oder Freizeit sein, wenn normale Handys dafür zu empfindlich sind und spezielle Eigenschaften gefragt sind.
360 Euro sind dafür ein mehr als fairer Preis. Allerdings kommt das Smartphone nicht mit dem aktuellen Android 16, sondern der Vorgänger-Version. Ob sich der chinesische Hersteller an die seit Juni 2025 für Mobiltelefone geltende EU-Ökodesign-Verordnung hält, ist mehr als fraglich. Sie verlangt nach dem Verkaufsende eines Geräts noch mindestens fünf Jahre Funktions- und Sicherheitsupdates. Der jüngste Patch des F113 stammt aus dem Januar.
