Technik

Ab 12,50 Euro zu habenSo gut ist die günstige Airtag-Alternative Xiaomi Tag

26.03.2026, 19:37 Uhr Icke-im-WaldVon Klaus Wedekind
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Xiaomi Tag Test (2 von 3)
Der Tracker macht sich gut als Schlüsselanhänger. (Foto: kwe)

Der Xiaomi Tag ist weniger als halb so teuer wie ein Airtag und funktioniert auch mit Android-Geräten. Im Praxistest kann er zwar nicht ganz mit Apples Tracker mithalten, erweist sich aber trotzdem als gute Alternative.

Bluetooth-Tracker sind beliebt, weil sie es einfach machen, verlorene oder verlegte Gegenstände ausfindig zu machen. Man findet sie unter anderem oft an Schlüsselbunden, Koffern oder Rucksäcken, auch an Hundehalsbändern sind sie bei unternehmungslustigen Vierbeinern sehr hilfreich.

Apple hat kürzlich eine Neuauflage seines Airtags herausgebracht, die zwar nicht teurer als der Vorgänger, aber mit 35 Euro auch nicht gerade günstig ist. Xiaomi hat jetzt eine Alternative auf den Markt gebracht, die mit rund 15 Euro oder 12,50 Euro im Vierer-Pack nicht nur wesentlich preiswerter, sondern auch mit Android-Geräten kompatibel ist. ntv.de hat ausprobiert, was der Xiaomi Tag kann.

Robust und wasserdicht

Der Tracker ist mit zehn Gramm ein Fliegengewicht. Er hat ein mattes, weißes Kunststoffgehäuse, das wie eine flach gedrückte Pille aussieht und von einem Aluminiumrahmen eingefasst ist. An einer Seite steht er etwa drei Millimeter ab, wodurch der Xiaomi Tag im Gegensatz zum Airtag problemlos ohne Zusatzhalterung an Schlüsselringen oder Kordeln befestigt werden kann.

Xiaomi Tag Test (3 von 3)
Die Batterie lässt sich einfach wechseln. (Foto: kwe)

Der Tracker ist solide gebaut und nach IP67 staub- und wasserdicht. Das Polycarbonat-Gehäuse hat sich im Test auch als ziemlich kratzfest erwiesen, einige Tage im Kleingeld-Fach einer Brieftasche hinterließen allerdings leichte Spuren. Der Tag lässt sich aufhebeln, um die Knopfbatterie zu wechseln, was laut Xiaomi etwa einmal pro Jahr nötig ist. Danach schließt das Gehäuse wieder dicht ab, wenn man die beiden Hälften aufeinanderpresst.

Schnell verbunden

Die Inbetriebnahme ist denkbar einfach. Wenn man die Schutzfolie abzieht, wird der Kontakt zur Batterie freigegeben, wodurch der Tracker im Pairing-Modus ist. Bei Android-Geräten erscheint dann automatisch ein Pop-up-Fenster, über das man ihn koppeln kann. Bei iPhones muss man zunächst in der "Wo ist?"-App unter Objekte auf das Plus-Zeichen tippen und ein anderes Objekt suchen.

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Sobald man die Folie abzieht, ist der Xiaomi Tag im Pairing-Modus. (Foto: kwe)

Entfernt man den Tag aus einem Netzwerk, ist er danach ebenfalls sofort wieder bereit, sich zu verbinden. Gegebenenfalls muss man seine Taste drücken, um ihn "aufzuwecken", wenn man mit dem Pairing zu lange gewartet hat. Wichtig: Der Tracker kann nicht gleichzeitig mit einem iPhone und einem Android-Gerät gekoppelt sein.

Ein verlorener Tag wird außerhalb der Smartphone-Reichweite sowohl bei Googles "Mein Gerät finden" als auch bei Apples "Wo ist" mithilfe von Millionen anderen Geräten geortet, die im gleichen Such-Netzwerk angemeldet sind, indem sie das Bluetooth-Signal empfangen, das der Tracker sendet. Wurde ein als verloren gekennzeichneter Tag entdeckt, senden die Finder-Geräte ein verschlüsseltes und anonymes Signal über eine sichere Verbindung an das jeweilige Netzwerk.

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Wie bei anderen Trackern kann man im Falle eines Verlusts Kontaktdaten und Botschaften eingeben, nachdem man den Tag als verloren gekennzeichnet hat. Bei Android-Geräten macht sich Xiaomis kleiner Helfer durch ein Pop-up bemerkbar, wenn sie in seiner Nähe sind. iPhone-Nutzerinnen und -Nutzer müssen ihn erst finden und dann die Daten abrufen, indem sie ihr Smartphone an den Tracker halten. Hier kommt wie bei Kassenterminals oder Aliro-Geräten NFC zum Einsatz.

Hohe Bluetooth-Reichweite

Man selbst sieht den vermissten Xiaomi Tag in einer Kartenansicht, über die man zu ihm navigieren kann. Wenn man den Zugang teilt, kann man dies auch anderen Personen überlassen. Interessant wird es, wenn man sich dem Tracker nähert, der mit Bluetooth LE 5.4 funkt. Je nach verwendetem Smartphone taucht er im Freien frühestens bei einem Abstand von etwa 100 Metern auf, wenn keine Hindernisse im Weg sind. In Innenräumen muss man sich je nach Bedingungen auf zehn bis 30 Meter nähern.

Das hat im Test sowohl mit Android-Smartphones als auch iPhones einwandfrei funktioniert. Die Reichweite ist hier mit dem Airtag 2 oder dem des Chipolo Pop vergleichbar. Besteht Bluetooth-Kontakt, zeigt bei Android-Geräten ein sich füllendes Feld an, ob man sich dem Tracker nähert oder sich entfernt, um die finale Suche zu erleichtern.

Kein UWB, aber gut zu hören

Bei iPhones hat man bis zuletzt nur die Karte, was der größte Unterschied und Nachteil im Vergleich zum Airtag ist. Denn Apples Tracker unterstützen Ultra-Wideband (UWB), womit eine genaue Entfernungsmessung und Navigation auf den letzten Metern möglich ist.

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So hilft ein Android-Smartphone auf den letzten Metern. (Foto: kwe)

Das fehlende UWB ist aber eigentlich nur in lauten Umgebungen ein Problem. Denn wenn das Smartphone Bluetooth-Kontakt zum Xiaomi Tag hat, kann man den Tracker einen Signalton abspielen lassen, der laut und hoch genug ist, um ihn normalerweise auf zehn Meter Entfernung wahrnehmen zu können. Die Hörbarkeit ist mit dem ersten Airtag vergleichbar, dessen zweite Generation und vor allem der Chipolo Pop aber noch lauter sind.

Ein weiterer kleiner Nachteil ist, dass der Xiaomi Tag selbst nicht vor Diebstahl geschützt ist. Wenn man ihn zurücksetzt, indem man vorübergehend die Batterie entfernt und dann eine Weile seine Taste drückt, kann er problemlos mit einem anderen Gerät gekoppelt werden. Bei einem Airtag und einigen Konkurrenten gelingt das nicht, solange der Tracker in der App nicht entfernt und damit seine Konto-Bindung aufgehoben wurde.

Fazit

Der Xiaomi Tag ist nicht ganz so gut wie ein Apple Airtag 2, ihm fehlt vor allem UWB, um mithalten zu können. Für viele Einsatzzwecke ist er aber eine fast gleichwertige und vor allem deutlich günstigere Alternative. Bei Android-Smartphones gilt das erst recht. Hier gibt es zwar mit dem Motorola Moto Tag einen Tracker, der allgemein UWB unterstützt, er ist aber sogar noch teurer als Apples Lösung. Für Nutzerinnen und Nutzer von neueren Galaxy-S-Smartphones ist der Samsung Galaxy SmartTag 2 mit UWB die beste Lösung.

Quelle: ntv.de

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