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Tablet mit Update-Garantie Nokia T20 ist eine günstige iPad-Alternative

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Die sandgestrahlte blaue Aluminium-Rückseite sieht recht ansprechend aus.

(Foto: kwe)

Der finnische Hersteller HMD bringt mit dem Nokia T20 sein erstes Tablet auf den Markt. Technisch ist das Android-Gerät gute Standardware, ein sehr günstiger Preis, eine hochwertige Verarbeitung und eine außergewöhnliche Update-Garantie machen es zu einer sehr interessanten iPad-Alternative.

Im unteren Preissegment gute Tablets anzubieten, war lange Zeit eine Domäne von Huawei. Die Qualität der Geräte des chinesischen Herstellers ist immer noch hoch, doch durch den US-Boykott sind sie ohne Play Store und andere Google-Dienste für viele Nutzer keine iPad-Alternative mehr. Diese Lücke möchte HMD nutzen, um sich im Tablet-Geschäft zu etablieren. Die Premiere ist ihm mit dem Nokia T20 schon mal gelungen. HMD verkauft es für rund 240 Euro, die LTE-Variante kostet 270 Euro.

Ungewöhnliches Format, hochwertig verarbeitet

Auffallend ist zunächst das ungewöhnliche 5:3-Seitenverhältnis des Displays. Das Format ist aber schlau gewählt, denn in der Praxis ist es ein guter Kompromiss, der Inhalte sowohl im Hoch- als auch im Querformat gut darstellt. In beiden Positionen kann man das Gerät bequem halten, da es mit 465 Gramm nicht allzu schwer ist und ein 1 Zentimeter breiter Rand um den Bildschirm ausreichend Platz für die Finger lässt.

Das Nokia T20 fühlt sich dabei nicht nur sehr hochwertig an, es ist tatsächlich für ein so günstiges Tablet außergewöhnlich gut verarbeitet. So besteht die Rückseite bis auf eine Antennen-Aussparung nicht aus Plastik, sondern aus Aluminium und das Gerät ist nach IP52 gegen Staub und Tropfwasser geschützt.

Display gut, Kameras vorhanden

Das 10,4 Zoll große Display ist ein LCD mit einer Pixeldichte von rund 225 ppi, womit es Inhalte scharf darstellen kann. Die Farben wirken natürlich, der Weißabgleich kann an den persönlichen Geschmack angepasst werden. Außerdem aktiviert das Gerät automatisch oder nach einem Zeitplan einen augenschonenden Nachtmodus.

Die Kontraste sind für ein LCD gut, die maximale Leuchtkraft von 400 Nits ist Standard. Beim Testgerät nervt allerdings eine unzuverlässige automatische Helligkeitsanpassung. Falls das keine Ausnahme ist, ist da noch ein Software-Update dringend nötig.

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Das Display des Nokia T20 ist guter Standard.

(Foto: kwe)

Über die Kameras muss man nicht viele Worte verlieren. Viel ist da bei einem so günstigen Tablet nicht zu erwarten und das Gerät übertrifft die Erwartungen auch nicht. Die Frontkamera ist gut genug für Videochats, die 8-Megapixel-Kamera auf der Rückseite sollte man besser nur zum Scannen von Barcodes einsetzen.

Ausreichend Leistung, wenig Speicher

Angetrieben wird das Nokia T20 vom Unisoc T610. Dabei handelt es sich um einen Mittelklasse-Prozessor, der 2019 vorgestellt wurde. HMD wählte ihn nach eigenen Angaben aufgrund der weltweiten Chip-Knappheit aus - der noch weitgehend unbekannte Hersteller habe ganz einfach liefern können. Sicher spielte aber auch ein günstiger Preise eine wichtige Rolle.

Im Test hat sich die Leistung des Unisoc im Alltag als völlig ausreichend herausgestellt, um eine flüssige Bedienung zu ermöglichen. Auch Spiele wie "Asphalt 9" meistert der Prozessor problemlos, solange man die Grafikeinstellung auf "Standard" belässt. Darüber hinaus kann es zu Rucklern kommen.

Außerdem sollte man nicht mehrere anspruchsvolle Apps gleichzeitig laufen lassen, da der Arbeitsspeicher mit 3 Gigabyte (GB) recht bescheiden ausgefallen ist. Das trifft auch auf den 32 GB kleinen Flash-Speicher zu, der aber mit microSD-Karten erweitert werden kann.

Gute Ausdauer, vernünftiger Klang

Mit einer 12-Nanometer-Architektur ist der Chip nicht so effizient wie aktuelle 10- oder 7-Nanometer-Chips. Aber das gleicht HMD durch einen Akku aus, der mit 8200 Milliamperestunden eine sehr ordentliche Kapazität hat. Das Nokia T20 soll damit unter anderem Videos rund sechs Stunden abspielen können oder zehn Stunden beim Surfen durchhalten. Den bisherigen Erfahrungen von ntv.de nach scheint das durchaus realistisch zu sein.

Schaut man Videos, ist der Klang durch Stereo-Lautsprecher für die Preisklasse und Größe des Tablets okay, aber Kopfhörer sind trotzdem die bessere Wahl. Dabei ist man nicht auf Bluetooth-Geräte angewiesen, das Note T20 hat an der Unterseite eine Klinkenbuchse.

Update-Garantie macht den Unterschied

Ein Schwachpunkt von Android-Tablets ist immer Googles Betriebssystem, das im Vergleich zu Apples iPadOS nur sehr mäßig angepasst ist. Ein echtes Problem ist das nicht, aber die Geräte wirken deshalb oft wie zu groß geratene Smartphones. Das ist auch beim Nokia T20 der Fall, da HMD auf eine eigene Benutzeroberfläche verzichtet. Viel mehr als Googles Kids Space oder einen zusätzlichen Unterhaltungsbereich mit Inhalten verschiedener Apps darf man nicht erwarten.

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Das hat allerdings große Vorteile. Denn HMD kann so zwei Jahre Aktualisierungen des Betriebssystems und drei Jahre Sicherheitsupdates garantieren. Das ist für Android-Tablets insgesamt nicht die Regel, für günstige Geräte ist es außergewöhnlich. Weil das Nokia T20 bereits mit dem aktuellen Android 11 kommt, bleibt es daher recht lange auf dem aktuellsten Software-Stand.

Das Nokia T20 ist unterm Strich kein technischer Leckerbissen, aber vor allem durch die Update-Garantie bietet es ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Gerät ist ein gutes und unterhaltsames Einsteiger-Tablet. Fürs Homeoffice oder die Schule ist es dagegen weniger geeignet, da es bisher noch kein passendes Tastatur-Cover gibt.

Quelle: ntv.de

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