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Mehrere Wege führen ans Ziel So installiert man Windows 11 auf dem PC

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Das neue Start-Menü von Windows 11.

(Foto: kwe)

Windows 11 ist da, aber nur sehr wenige Nutzer sehen jetzt schon ein Upgrade-Angebot auf ihrem Computer. Microsoft lässt sich mit der Verteilung Zeit bis Mitte 2022. Aber man muss nicht unbedingt warten, bis der Rechner offiziell an der Reihe ist. ntv.de zeigt, wie's schneller geht.

Am 5. Oktober hat Microsoft Windows 11 offiziell vom Stapel laufen lassen. Das heißt allerdings nicht, dass jetzt auch schon alle Computer aktualisiert werden können. Nur auf ein paar Geräten sehen Nutzer bereits ein Upgrade-Angebot. Etliche PCs werden Windows 11 nie erhalten und die meisten Computer sind erst im Laufe des nächsten Jahres an der Reihe.

Aber wie üblich gestattet Microsoft Ungeduldigen, schneller ans Ziel zu kommen und bietet dafür mehrere Wege an. Zunächst gilt es dafür festzustellen, ob der Rechner grundsätzlich technisch für Windows 11 gerüstet ist.

Auf ein automatisches Upgrade kann man lange warten

Wenn man eine Weile wartet, sieht man vielleicht irgendwann in den Einstellungen unter Windows Update den Hinweis, dass das System für ein Upgrade auf Windows 11 geeignet ist. Das bedeutet aber nicht, dass man das Upgrade bereits durchführen kann.

Das ist zuerst auf Microsofts eigenen Surface-Geräten der Fall, aber auch nur auf jüngeren. Die Liste ist kurz, von den beliebten Surface-Pro-Tablets ist erst die sechste Generation kompatibel. Man kann also über den Daumen gepeilt sagen, dass Rechner, die vor 2017 auf den Markt gekommen sind, schlechte Karten haben.

Erfüllt der PC die technischen Anforderungen?

Um herauszufinden, ob der eigene Computer kompatibel ist, bieten sich drei Möglichkeiten an. Wer die Spezifikationen seines Computers kennt, kann sie dafür mit den minimalen Systemanforderungen vergleichen, die Microsoft vorgegeben hat.

Grundsätzlich gibt es hier für ältere Windows-10-Rechner zwei besonders hohe Hürden. Zunächst gestattet Microsoft nur noch kompatible 64-Bit-Systeme, wobei der Prozessor mindestens 1 Gigahertz (GHz) schnell sein und über wenigstens zwei Rechenkerne verfügen muss.

Besonders viele PCs werden daran scheitern, dass ein Trustet Platform Module (TPM) der zweiten Generation an Bord sein muss. Es ist unter anderem dazu da, dass das Betriebssystem nicht manipuliert werden kann, dient aber auch dazu, Lizenzrechte zu sichern.

Hersteller-Listen prüfen oder Health Check machen

Eine weitere Möglichkeit, die Kompatibilität eines Rechners zu checken, sind Hersteller-Listen mit Computern, die mit Windows 11 getestet wurden oder werden. Hier geht es zu den entsprechenden Webseiten von Lenovo, Asus, Dell, Acer und HP. Steht der eigene Rechner nicht in der Liste, bedeutet dies nicht unbedingt, dass er kein Upgrade erhalten wird, möglicherweise wurde er einfach noch nicht getestet.

Der sicherste Weg, um festzustellen, ob ein PC Windows-11-tauglich ist, ist dann das Programm Health Check, das Microsoft zum Download zur Verfügung stellt. Nachdem man es gestartet hat, klickt man auf "Jetzt überprüfen" und erhält nach kurzer Zeit das Ergebnis.

Erfüllt der Rechner die Voraussetzungen, kann man sich zurücklehnen und warten, bis das Upgrade mit einem Update kommt. Das kann laut Microsoft aber bis Mitte 2022 dauern. Für Ungeduldige, deren Rechner grundsätzlich alle technischen Voraussetzungen erfüllt, stellt das Unternehmen drei weitere Möglichkeiten zur Verfügung, Windows 11 sofort zu installieren. Man sollte das Upgrade so aber nur mit Geräten durchführen, die man nicht unbedingt benötigt, beispielsweise im Homeoffice.

Installations-Assistent nutzen oder Medium erstellen

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Fast geschafft!

(Foto: kwe)

Am einfachsten ist es, dafür den Installations-Assistenten einzusetzen. Man muss ihn lediglich bei Microsoft herunterladen und installieren. Nachdem man ihn gestartet hat, erledigt er den Rest selbstständig.

Etwas mühseliger ist der Weg über Installationsmedien. Das entsprechende Media Creation Tool findet man ebenfalls auf Microsofts Download-Seite. Man lädt es herunter, startet es und folgt den Anweisungen. Am einfachsten klappt das Ganze mit einem USB-Stick mit mindestens 8 Gigabyte (GB) freiem Speicher, man kann aber auch eine DVD brennen.

Nachdem man von dem Medium das Setup gestartet hat, gibt es drei Möglichkeiten: eine komplette Neuinstallation, bei der alle vorhandenen Daten gelöscht werden, eine Neuinstallation, bei der persönliche Daten einschließlich Treibern erhalten bleiben oder ein Upgrade, das der regulären Installation von Windows 11 über die Updates entspricht.

Die dritte Option ist voreingestellt und sollte es auch bleiben, es sei denn, man möchte bewusst Tabula rasa machen. In diesem Fall kann man auch den PC vom Medium aus starten, das Resultat ist dann ebenfalls eine vollständige Neuinstallation.

Experimente nur mit ausrangierten PCs

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Die System-Wiederherstellung bietet bei Problemen einen einfachen Weg zurück zu Windows 10.

(Foto: kwe)

Eine weitere Möglichkeit auf Microsofts Download-Seite ist, eine Image-Datei (ISO) mit Windows 11 herunterzuladen. Man kann sie auf der Festplatte starten (setup.exe) oder das Image auf eine DVD brennen und dann ebenfalls im Laufwerk aus Windows 10 heraus aufrufen oder den PC von der Disc starten. Die Optionen entsprechen denen der Installationsmedien. Beim ISO-Image muss man allerdings einen gültigen Produktschlüssel zur Eingabe parat haben.

Die Image-Installation ist theoretisch auch ein Weg, auf älteren Rechnern, die die Mindestanforderungen nicht erfüllen, Windows 11 zu installieren. Microsoft gibt an, dass in diesem Fall weder auf ein gültiges TPM noch auf einen kompatiblen Prozessor geprüft wird. Dieses Experiment sollte man aber nur mit ausrangierten Computern machen. Und man muss sich auskennen, denn um die Installation zu ermöglichen, muss man nach Anleitung Microsofts Registry-Einträge verändern.

Im Notfall zurück zu Windows 10

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Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, dass es nicht nur zu Kompatibilitätsproblemen kommen kann, sondern dann auch der Anspruch auf Updates erlischt. Dass die Garantie futsch ist, ist dagegen irrelevant, wenn der Rechner älter als zwei Jahre ist und keine erweiterte Herstellergarantie existiert, die immer noch gültig ist.

Geht etwas bei der Installation von Windows 11 schief, hat man aber auch noch die Möglichkeit, das Upgrade rückgängig zu machen, solange der Computer funktioniert. Dafür legt das System bei der Installation des neuen Betriebssystems ein Backup an. Es ist allerdings nur zehn Tage lang abrufbar. Um es zu installieren, klickt man in den Einstellungen auf System - Wiederherstellung - Zurück. Angefragte Gründe kann man sich sparen, das Angebot, nach Updates zu suchen, sollte man annehmen. Hilft es nicht, kann man die Schritte immer noch wiederholen und schließlich auf zu Windows 10 zurückkehren klicken.

Quelle: ntv.de

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