Technik
Wenn das alte Notebook so lahm ist, dass man gleich einschläft, könnte eine SSD wie ein Aufputschmittel wirken.
Wenn das alte Notebook so lahm ist, dass man gleich einschläft, könnte eine SSD wie ein Aufputschmittel wirken.(Foto: imago/Mint Images)
Samstag, 04. August 2018

Turbo beim alten PC zünden: SSD-Festplatten günstig nachrüsten

Wenn man älteren Computern Beine machen möchte, lohnt es sich, eine SSD nachzurüsten. Die Festplatten mit Chip-Speicher sind inzwischen recht günstig zu haben und der Effekt ist oft enorm. Allein die diversen Formate geben Rätsel auf.

SSD-Festplatten verleihen betagteren Notebooks und PCs einen ordentlichen Geschwindigkeitsschub. Und erschwinglich sind die Speicher, die ohne rotierende Magnetscheiben auskommen, auch. Nicht ganz einfach ist es allerdings, die richtige SSD zu finden.

Günstige Standard-Lösung

Am längsten auf dem Markt ist die Standard-SSD im 2,5-Zoll-Format mit SATA-Schnittstelle. Sie steckt in einem Gehäuse, hat das Format einer klassischen 2,5-Zoll-Festplatte und stellt oft mit die einfachste und günstigste SSD-Erweiterungsmöglichkeit für Desktop-PCs und Notebooks dar. 2,5-Zoll-SSDs mit 500 Gigabyte (GB) sind schon für unter 100 Euro zu haben.

Wer das Speed-Maximum herausholen möchte, sollte sich M.2-SSDs mit NVMe-Schnittstelle anschauen. Diese sind um einiges flotter unterwegs als klassische SATA-SSDs. "Für einen Privatanwender, der nur alltägliche Arbeiten mit dem Rechner macht, reicht eine SATA-SSD vollkommen aus", schränkt aber Manuel Christa vom Fachmagazin "PC Games Hardware" ein. NVMe-SSDs seien besonders geeignet, wenn tagtäglich große Datenmengen bewegt werden müssen.

Kompakter Newcomer

Die gehäuselosen M.2-SSDs erinnern optisch eher an einen Speicherriegel als an eine Festplatte. Sie bestehen nur aus einer kompakten Steckplatine mit Speicherchips und Steuerelektronik - ideal für Notebooks. 2,5-Zoll-SSDs benötigen einen Laufwerksschacht, eine M.2-SSD kann direkt auf die Hauptplatine gesteckt werden. Beim Notebook muss aber ein geeigneter Steckplatz frei und über eine Serviceklappe erreichbar sein.

Die immer 22 Millimeter breiten M.2-SSD-Karten gibt es in verschiedenen Längen. Zwar hat sich mittlerweile die Variante mit 80 Millimetern Länge durchgesetzt. Wer auf Nummer sicher gehen will, dass die neue SSD passt, sollte aber wegen der richtigen Länge ins Handbuch seines Rechners schauen.

Doppeltes Lottchen

M.2-SSDs gibt es aber auch noch mit zwei verschiedenen Schnittstellen. Einmal mit der klassischen SATA- und einmal mit deutlich schnelleren NVMe-Verbindung. Unterscheiden kann man die Schnittstellen schon beim Blick auf die Steckkontaktleiste: M.2-SSDs mit SATA haben zwei Einkerbungen, M.2-SSDs mit NVMe nur eine. Da NVMe auf dem PCIe-Verbindungsstandard basiert, werden NVMe-SSDs oft auch als PCIe-SSDs angeboten.

M.2-SATA-SSDs sind mit um die 100 Euro für 500 GB inzwischen ähnlich günstig wie 2,5-Zoll-SATA-SSDs. M.2-NVMe-SSDs kosten im Vergleich zu ihren M.2-SATA-Geschwistern derzeit aber noch rund 50 Prozent mehr: also etwa 150 Euro für 500 GB. Insgesamt betrachtet gibt es für SSD-Umsteiger derzeit aber keinen Grund mehr, mit der Anschaffung zu warten, sagt Manuel Christa: "SSDs sind günstig wie nie zuvor, Interessenten sollten jetzt zuschlagen."

Macs machen oft Probleme

M.2-Steckplätze liegen oft zwischen Prozessor und Grafikkarte. Große Grafikkarten müssen deshalb oft erst ausgebaut werden, damit die M.2-SSD eingesteckt werden kann. "Bei Windows-PCs und –Desktops ist der Einbau in der Regel kein Problem, bei Apple-Rechnern wird es schwieriger, auch weil ein Garantieverlust droht", sagt Jörg Stenzel, Computertechnik-Experte aus Marl.

2,5-Zoll-SSDs erfordern ein paar Handgriffe mehr. Beim Desktop-PC wird die Platte mit einem speziellen Einbaurahmen in einem regulären Laufwerkschacht verschraubt. Im nächsten Schritt werden Stromversorgung und SATA-Kabel angeschlossen.

Bei Notebooks nimmt die SSD den Platz der herkömmlichen 2,5-Zoll-Festplatte ein - wenn es nicht gerade zwei Platten-Schächte gibt, was eher bei größeren Notebooks vorkommt. Oft ist auch hier ein Einbaurahmen nötig. Dieser kann einfach von der entnommenen Festplatte entfernt und um die neue SSD gebaut werden.

Quelle: n-tv.de