Technik

Kann man 630 Euro hören?So gut ist Sonys Luxus-Kopfhörer 1000X The Collexion

04.06.2026, 18:40 Uhr Icke-im-WaldVon Klaus Wedekind
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Sony 100X The Collexion Test (7 von 7)
Sony bietet den Kopfhörer in den Farben Gojischwarz oder Platin an. (Foto: kwe)

Zum zehnten Jubiläum seiner Kopfhörer-Serie 1000X bringt Sony das luxuriöse Sondermodell The Collexion heraus. Es soll mit hochwertigen Materialien, höchstem Komfort, einem ultimativen Hörerlebnis und einem legendären Noise Cancelling glänzen. ntv.de hat ausprobiert, was man für 630 Euro tatsächlich bekommt.

Vor einem Jahr konnte der Sony WH-1000XM6 ntv.de begeistern, ein besserer Bluetooth-Bügelkopfhörer ist bis heute kaum zu finden. Deswegen lag die Messlatte für den 1000X The Collexion, den die Japaner jetzt zum zehnten Jubiläum der Serie auf den Markt gebracht haben, schon sehr hoch. Und weil es sich um ein luxuriöses Sondermodell für 630 Euro handelt, sind die Erwartungen noch etwas höher. Kann sie der Sony 1000X The Collexion erfüllen?

Hochwertig vom Scheitel bis zur Sohle

Das luxuriöse Design ist vor allem angenehm schlicht. Die Muscheln mit geraden Seiten erinnern an die des ebenfalls zurückhaltend gestalteten Sonos Ace. Was das Design besonders macht, sind die verwendeten Materialien. So ist der Bügel samt Halterung durchgehend aus Metall, teils matt, teils glänzend. Und nicht nur die Bügel- und Ohrpolster sind mit weichem Kunstleder verkleidet, auch die Muscheln sind damit bespannt.

Sony 100X The Collexion Test (3 von 7)
Die Mischung aus glänzendem und mattem Metall sieht schick aus. (Foto: kwe)

Das alles fühlt sich angenehm und hochwertig an, die Qualität zeigt sich aber auch in einem relativ hohen Gewicht von 320 Gramm. Trotzdem sitzt der 1000X Collexion ausgesprochen bequem auf dem Kopf. Angenehm ist auch, dass die Muscheln den Ohren viel Luft lassen. Dass es gerade im Sommer darunter nach einer Weile ziemlich warm wird, ändert sich dadurch allerdings nicht - wie bei fast allen Bügel-Kopfhörern.

Klappt nicht, na und?

Was als Rückschritt betrachtet werden könnte, ist, dass der Jubilar nicht wie der WH-1000XM6 zusammengeklappt werden kann. Wie bei dessen Vorgänger lassen sich nur die Muscheln drehen. Allerdings ist das Etui nur unwesentlich größer als das des M6. Es ist sogar etwas flacher und bietet einen sowohl schicken als auch praktischen Tragegriff.

Sony 100X The Collexion Test (4 von 7)
Die Polster der Muscheln lassen sich austauschen. (Foto: kwe)

Die Steuerung erfolgt wie bei anderen Kopfhörern der Serie fast ausschließlich über eine große Touchfläche auf der Außenseite der rechten Muschel. Dazu gibt es noch auf der linken Seite eine Ein-/Aus-/Bluetooth-Taste sowie einen Umschalter zwischen ANC und Transparenzmodus. Das klappt alles tadellos, warum sollte man daran etwas ändern?

Sony 100X The Collexion Test (5 von 7)
Der Kopfhörer in seinem Etui mit Tragegriff. (Foto: kwe)

Sonys ausgezeichnete Sound-Connect-App bietet grundsätzlich ebenfalls die gleiche, große Funktionsvielfalt wie beim M6. Man hat beim Collexion aber zusätzlich die Option, für verschiedene Modi (Musik, Kino, Spiele) Upmix zu aktivieren. Dabei handelt es sich um einen virtuellen Raumklang, der im Unterschied zu Sonys 360 Reality Audio immer zur Verfügung steht. Richtig gut klingt er, wenn man für 3D-Audio gemachte Dolby-Atmos-Titel hört, viel Spaß macht Upmix auch bei Filmen. Ansonsten wirkt der Effekt speziell bei älteren Aufnahmen etwas künstlich.

Er klingt noch ein wenig besser

Um den Collexion zu testen, hat ihn ntv.de mit einem Smartphone gekoppelt, das Sonys hochauflösenden Codec LDAC unterstützt. An iPhones kann er mit AAC nicht sein volles Potenzial zeigen. Ansonsten unterstützt der Kopfhörer mit LE Audio den sparsamen und nahezu latenzfreien LC3-Codec und auch Auracast. Damit kann man beispielsweise bei Führungen in Museen den eigenen Kopfhörer nutzen. Für die Verbindung genügt es, einen Code zu scannen.

Sony 100X The Collexion Test (2 von 7)
Der luftige und präzise Klang des Collexion ist etwas für Genießer. (Foto: kwe)

Grundsätzlich ist der Klang des Collexion ähnlich (großartig) wie der des M6. Er ist aber in fast jeder Hinsicht noch etwas besser. Was am meisten auffällt, ist eine größere, luftigere Bühne. Der Klang ist auch noch klarer, präziser und bietet noch mehr Details als beim M6.

So analytisch wie bei offenen, audiophilen High-End-Kopfhörern ist der Sound nicht wirklich, aber er kommt relativ nahe ran. Dazu trägt bei, dass der Collexion insgesamt eher neutral eingestellt ist, obwohl auch er die typische Wärme der 1000X-Serie aufweist. Er ist kein Partymonster, das mit überbetonten Tiefen und Höhen Stimmung macht, der Collexion ist eher etwas für Genießer. ntv.de mag das, aber es ist auch völlig okay, wenn man den vielleicht spritzigeren Klang des M6 bevorzugt.

ANC top, Ausdauer geht so

Die aktive Geräuschunterdrückung (ANC) des Kopfhörers ist ausgezeichnet. Doch wenn man genau hinhört und vergleicht - und auch nur dann - ist sie nicht ganz so effektiv wie beim M6. Sony lässt damit dem Klang den Vortritt, aber das ANC des Collexion ist trotzdem auf einem sehr hohen Niveau. In der Realität spielt der minimale Unterschied keine Rolle.

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Auch bei Telefonaten macht der Kopfhörer einen prima Job. Die eigene Stimme klingt voll und angenehm. Umgebungsgeräusche werden so stark herausgefiltert, dass Gesprächspartner nichts davon mitbekommen, solange man nicht an einer belebten Kreuzung im Berufsverkehr telefonieren möchte.

Was tatsächlich ein echter Nachteil sein kann, ist die geringere Laufzeit des Collexion. Sony gibt maximal 24 Stunden bei aktiviertem ANC an, was der Praxistest in etwa bestätigt hat. Der M6 hält immerhin 30 Stunden durch.

Fazit

Der Sony 1000X Collexion ist ein dem zehnten Jubiläum der Serie würdiger Kopfhörer. Er überzeugt vor allem durch seinen hervorragenden Klang, der noch ein bisschen besser als der des M6 ist. Er fühlt sich auch ein wenig hochwertiger an und bietet ein paar Extras. Ob das den doch gewaltigen Preisunterschied rechtfertigt, steht auf einem anderen Blatt, aktuell bekommt man den M6 ab 350 Euro.

Quelle: ntv.de

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