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Wenn der PC zu langsam ist So kriegt man Windows 10 wieder flott

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Wenn das Arbeiten am Windows-10-PC zum Geduldsspiel wird, braucht das System oft nur eine kleine Erfrischungskur.

(Foto: imago images / Panthermedia)

Wenn der Windows-Computer immer langsamer wird, kann man ihm oft mit einfachen Mitteln Beine machen. Man muss dafür keine Software kaufen, und eine Neuinstallation ist nur der letzte Ausweg.

Im Laufe der Jahre wird ein PC immer langsamer. Das muss nicht unbedingt daran liegen, dass die Hardware nicht mehr die nötige Leistung bringt. Meistens bremst angesammelter Datenmüll oder ein Ballast unnötiger Prozesse das System aus, manchmal haben Nutzer auch zu lange alles beim Alten gelassen. Aber solche Probleme sind leicht zu lösen. Das meiste kriegt man mit Bordwerkzeug hin.

PC aktualisieren

Der erste Weg für Nutzer eines lahmenden PCs führt in den Einstellungen zu Update und Sicherheit - Windows Update - Nach Updates suchen. Denn Aktualisierungen bringen nicht nur neue Funktionen, sondern vor allem viele Verbesserungen und Fehlerbehebungen, die Windows-Computer deutlich beschleunigen. Außerdem kann man mit einer Suche nach Updates viele Treiber in einem Rutsch auf den neuesten Stand bringen, was ebenfalls einen Temposchub bringen kann. Alle folgenden Anleitungen beziehen sich auf die jüngste Windows-10-Version.

Schädling an Bord?

Um sicherzugehen, dass keine Schad-Software das Tempo durch ihre heimlichen Machenschaften drosselt, führt man einen Viren-Scan durch und entfernt die Fieslinge gegebenenfalls. Hat man ein Schutz-Programm eines Drittanbieters installiert, nutzt man dieses dafür, doch Windows 10 hat mit dem Defender auch dafür ein gutes Bordmittel.

Für den Scan klickt man auf Start - Einstellungen - Update und Sicherheit - Windows-Sicherheit - Windows-Sicherheit öffnen. Sieht man dort lauter grüne Häkchen an den Symbolen, ist eigentlich alles gut. Um ganz sicherzugehen, klickt man trotzdem auf Viren & Bedrohungsschutz. Hat man den PC eben aktualisiert, kann man es sich sparen, nach Updates für Viren- & Bedrohungsschutz zu suchen, sondern klickt direkt auf Schnellprüfung. Sollte der Defender eine Bedrohung finden, folgt man den Anweisungen.

Tipp: Man kommt gewöhnlich schneller ans Ziel, wenn man die gesuchte Einstellung in das Suchfenster unten links in der Taskleiste eingibt. Sind es mehrere Wörter, sieht man oft schon nach dem ersten das gewünschte Ergebnis.

Selbstcheck abrufen

Mit Geräteleistung und -integrität gibt es in den Sicherheitseinstellungen von Windows 10 ein Tool, das ständig aufpasst, ob mit der Speicherkapazität, der Akkulaufzeit, Apps und Software oder dem Windows-Zeitdienst (synchronisiert Datum und Uhrzeit) alles in Ordnung ist. Gibt es ein Problem, zeigt dies ein gelbes Warndreieck an. Wenn man auf das Symbol klickt, erhält man Empfehlungen, um es zu beheben. Windows informiert aber auch selbständig über Probleme, sie werden rechts unten in der Taskleiste mit einem Schild-Symbol angezeigt.

Speicherplatz freigeben

Ein häufiges Problem, das der Selbstcheck vor allem bei älteren Rechnern findet, ist mangelnder Speicherplatz. Wenn man das Laufwerk nicht tauschen kann, muss man unnötigen Ballast über Bord werfen. Dazu geht man in den Systemeinstellungen zu Speicher. Dort sieht man seine verschiedenen Medien und sieht, bei welchen Kategorien es Optimierungsmöglichkeiten gibt.

Temporäre Dateien kann man bedenkenlos löschen, zumindest die, die Windows als nicht erforderlich betrachtet. Wenn man auf das Mülleimer-Symbol klickt, werden die Dateien gescannt und angezeigt. Spannend ist hier vor allem, wenn noch die Vorherige Windows-Installation angezeigt wird, nicht selten ist das Windows 7. Benötigt man daraus keine Daten mehr, kann man viele Gigabyte freimachen, in dem man diesen Ordner (Windows.old) einbezieht und auf Dateien entfernen klickt.

Am besten aktiviert man in den Speicher-Einstellungen ganz oben die automatische Optimierung. Dann wird unnötiger Ballast automatisch entfernt, und man muss seltener manuell Speicherplatz freigeben.

Autostarts einschränken

Damit sie schnell zur Verfügung stehen, werden manche Programme im Hintergrund gestartet, wenn der Rechner eingeschaltet wird. Weil sich viele Anwendungen das Recht herausnehmen, beim Autostart dabei zu sein, wird so aus einer eigentlich sehr nützlichen Funktion ein Bremsklotz. Weil man das nicht sieht, ist dies einer der häufigsten Gründe für einen verlangsamten PC.

Um zu sehen, welche Programme beim Autostart mitmachen, klickt man auf Start (das Windows-Symbol unten links) - Einstellungen (Zahnrad-Symbol) - Apps - Autostart. Bei allen Anwendungen, die man nicht wirklich häufig braucht, stellt man den Schalter auf Aus. Keine Sorge, das kann man jederzeit wieder rückgängig machen.

Visuelle Effekte einschränken

Wenn ein Rechner an seine Leistungsgrenzen stößt, kann man auf Animationen und andere visuelle Effekte verzichten. Wenn man ins Suchfenster der Einstellungen oder der Taskleiste "Leistung" eingibt, kann man auf Darstellung und Leistung von Windows anpassen klicken. Im Anschluss wählt man Für optimale Leistung anpassen aus.

Speicher ergänzen

Auf älteren Computern gibt es noch zwei Möglichkeiten, die auf aktuellen Rechnern nichts oder nur wenig bringen. In beiden Fällen geht es darum, knappem Speicher unter die Arme zu greifen.

Auf der Festplatte nutzt Windows einen Bereich als sogenannte Auslagerungsdatei. Das System verwendet sie wie Speicher. Damit sie optimal genutzt wird, muss sie automatisch verwaltet werden. Dazu klickt man bei Darstellung und Leistung von Windows anpassen auf Erweitert und dann bei Virtueller Arbeitsspeicher auf Ändern. Hier muss Auslagerungsdateigröße für alle Laufwerke automatisch verwalten aktiviert sein.

Wenn das System noch auf einer mechanischen Festplatte (HDD) installiert ist, kann die Windows-Funktion ReadyBoost den Start beschleunigen. Dabei werden USB-Sticks und andere Flash-Speicher im Prinzip als Erweiterung des Arbeitsspeichers genutzt.

Man schließt das Medium an und klickt danach im Datei-Explorer mit der rechten Maustaste auf dessen Symbol und wählt Eigenschaften aus. In der Registerkarte ReadyBoost klickt man Dieses Gerät verwenden an. Nachdem Windows die Größe des benötigten Speicherplatzes bestimmt hat, bestätigt man die mit OK.

Das letzte Mittel

Wenn gar nichts mehr geht, bietet es sich an, den Rechner zurückzusetzen. Dabei gibt es unter Windows 10 die Möglichkeit, den Computer "aufzufrischen", ohne dabei die eigenen Dateien zu verlieren. Man muss danach allerdings die Programme erneut installieren, die nicht aus dem Windows-Store stammen.

Um die Radikalkur zu beginnen, gibt man ins Suchfenster "zurücksetzen" ein und wählt Diesen PC zurücksetzen aus. Dann klickt man auf Los geht's, was man nicht so wörtlich nehmen darf. Denn bevor es wirklich losgehen kann, muss man noch Eigene Dateien behalten auswählen. Danach folgt man den Anweisungen, bis man nach einem Neustart hoffentlich wieder einen schnelleren PC hat.

Quelle: ntv.de