Technik

Alle Geräte im Netz geschütztSo nutzt man einen VPN-Dienst mit der Fritzbox

28.01.2026, 16:45 Uhr Icke-im-WaldVon Klaus Wedekind
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Auf der Fritzbox muss mindestens FritzOS 7.50 installiert sein. (Foto: kwe)

Statt einen VPN-Dienst auf jedem Gerät einzeln einzurichten, kann man ihn zentral über eine Fritzbox nutzen. Ist das Anbieter-Protokoll kompatibel, ist das in wenigen Minuten erledigt.

VPN-Dienste sind nicht nur nützlich, um das sogenannte Geoblocking zu umgehen, bei dem man beispielsweise in einem Land nicht auf Streamingangebote zugreifen kann, die anderswo zur Verfügung stehen. Eine VPN-Verbindung kann auch vor Hackerangriffen oder Daten-Schnüfflern schützen.

Gewöhnlich nutzt man einen VPN-Dienst, indem man die App des Anbieters installiert. Bei vielen Geräten ist dies aber nicht möglich, speziell, wenn sie etwa wie vernetzte Küchengeräte zum sogenannten Internet der Dinge gehören. Um alle Geräte im Haushalt zu schützen, ist die einfachste und effektivste Lösung, den VPN-Dienst auf dem Router einzurichten. Und was viele nicht wissen: Das funktioniert inzwischen auch auf Fritzboxen.

WireGuard muss unterstützt werden

Grundsätzlich müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein, damit man einen VPN-Dienst (unkompliziert) auf einem der Berliner Router einrichten kann: Der Anbieter muss das WireGuard-Protokoll unterstützen und auf der Fritzbox muss mindestens FritzOS 7.50 installiert sein. Trifft beides zu, ist die Einrichtung in wenigen Minuten erledigt.

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Die WireGuard-Einrichtung findet man unter "Internet - Freigaben". (Foto: kwe)

Ausnahmen sind die Fritzboxen 6590 Cable und 6490 Cable sowie 7490 und 6820 LTE. Sie unterstützen das Protokoll nicht oder können keine VPN-Verbindungen herstellen.

Beispiel Surfshark

Das besonders oft genutzte NordVPN unterstützt WireGuard bisher leider nicht. Unter anderem tut dies aber Surfshark, das bei Stiftung Warentest immerhin den zweiten Platz beim Test von VPN-Diensten belegte. Ähnlich wie bei diesem Anbieter funktioniert die Einrichtung auch bei Konkurrenten.

Zunächst meldet man sich auf der Website des Dienstes an und geht im Menü links unter VPN zu Manuelle Einrichtung aus. Als Nächstes wählt man Router und WireGuard aus. Dann klickt man auf Ich habe noch kein Schlüsselpaar, gibt dem Zugang einen Namen und klickt auf Weiter

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In Surfshark wählt man "Manuelle Einrichtung - Router - WireGuard" aus. (Foto: kwe)

Im folgenden Fenster lässt man ein Neues Paar generieren. Im Anschluss wählt man unter Standort auswählen das gewünschte Land und gegebenenfalls eine Stadt aus und kann die benötigte Konfigurationsdatei herunterladen.

MyFritz-Konto einrichten

Jetzt öffnet man im Browser über fritz.box die Benutzeroberfläche der Fritzbox und gibt gegebenenfalls sein Passwort ein. Um WireGuard nutzen zu können, benötigt man ein MyFritz-Konto. Ist es noch nicht eingerichtet, geht man folgendermaßen vor:

Zunächst wählt man im Menü links Internet und anschließend MyFRITZ!-Konto aus. Im folgenden Fenster gibt man bei MyFRITZ!-Konto seine E-Mail-Adresse ein und klickt auf Weiter. Daraufhin erhält man eine Nachricht, in der man auf Ihre FRITZ!Box registrieren klickt. Auf der sich öffnenden Webseite geht man zu MyFRITZ!-Konto einrichten, vergibt ein Kennwort und klickt dann auf Vorgang abschließen.

Falls die Fritzbox schon bei MyFritz angemeldet war, aber noch kein Kennwort vergeben wurde, kann man dies auf der MyFritzNet-Webseite nachholen, indem man Kennwort vergeben oder ändern anklickt.

Als Nächstes wählt man in der Benutzeroberfläche der Fritzbox wieder Internet und geht zu MyFRITZ!-Konto, wo man erst MyFRITZ!-Internetzugriff einrichten und dann FRITZ!Box-Benutzer einrichten anklickt. Falls mehrere Benutzer angemeldet sind, wählt man einen aus, gegebenenfalls kann man auch einen neuen Benutzer einrichten. Ist das erledigt, klickt man auf Übernehmen. Änderungen kann man unter System - Benutzer vornehmen, wenn man auf den Stift hinter einem Benutzernamen klickt. Hier muss auch ein Häkchen bei VPN gesetzt sein.

WireGuard-Verbindung herstellen

Ist das MyFritz-Konto eingerichtet, geht man im linken Menü der Fritzbox-Benutzeroberfläche unter Freigaben zum Reiter VPN (WireGuard). Dort klickt man auf WireGuard-Verbindung hinzufügen und wählt Netzwerke koppeln aus. Nach einem Klick auf Weiter bestätigt man mit Ja, dass die WireGuard-Verbindung auf der Gegenstelle bereits eingerichtet ist.

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Man kann auch nur einzelne Geräte im Netzwerk der VPN-Verbindung zuweisen. (Foto: kwe)

Als Nächstes gibt man der Verbindung einen Namen und klickt auf Weiter. Danach wählt man die zuvor heruntergeladene Konfigurationsdatei aus und klickt auf Weiter. Im folgenden Fenster setzt man ein Häkchen bei Gesamten IPv4-Netzwerkverkehr über die VPN-Verbindung senden und klickt auf Fertigstellen.

Nachdem man die Einrichtung per Fritz-Telefon oder einen Tastendruck am Router bestätigt hat, steht die VPN-Verbindung. Klickt man hinter ihr auf das Stift-Zeichen, kann man ganz unten nachträglich festlegen, dass Nur bestimmte Geräte im Heimnetz über diese WireGuard-Verbindung erreichbar sind.

Quelle: ntv.de

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