Technik

Mobil und wasserfestSonos Play feiert ein kleines, aber starkes Comeback

27.03.2026, 19:14 Uhr Icke-im-WaldVon Klaus Wedekind
00:00 / 06:50
Sonos Play Test (2 von 4)
Groß ist er nicht: Der Sonos Play in seiner Ladestation neben einem iPhone 17 Pro Max. (Foto: kwe)

Mit dem Play bringt Sonos nicht nur einen alten Erfolgsnamen zurück. Der handliche Lautsprecher begeistert auch als mobile WLAN-Bluetooth-Kombination. Er ist wasserfest, hat einen ausdauernden Akku und klingt größer als er aussieht - speziell als Stereo-Duo. Eigentlich hat er nur ein Manko: Er ist teuer.

Mit der Vorstellung des One beendete Sonos Ende 2017 die extrem erfolgreiche Ära der Play:-Lautsprecher. Danach lief es für den US-Hersteller nicht mehr so gut, vor allem, nachdem 2020 ältere Geräte und modernere Speaker getrennte App-Wege gingen und nicht mehr gemeinsam aufspielen konnten. Obendrein löste die neue Sonos-Anwendung durch zahlreiche Mängel Frust bei Nutzerinnen und Nutzern aus.

Inzwischen haben sich die Wogen geglättet und Sonos möchte wieder mit seinen Lautsprechern Aufsehen erregen. Dafür gibt es jetzt sogar ein Play-Comeback, wobei der neue Lautsprecher mit seinen Vorgängern eigentlich nur den Namen ohne Doppelpunkt gemein hat. Denn während die alte Garde nur im WLAN aufspielen konnte, ist der Neuling mit Akku und IP67-Zertifizierung auch mobil ein Vergnügen.

Zwischen Move und Roam

Der Play ist mit 192,3 X 112,5 X 76,7 Millimeter deutlich kleiner als der Era 100, der im Prinzip der Enkel des Play:1 ist. Mit 1,3 Kilo ist der Neuling auch vergleichsweise leicht, was ihn deutlich mobiler als den Move (2) macht, der mit einem Gewicht von rund 3 Kilo eher für die Terrasse als für einen Ausflug gemacht ist. Im Gegensatz zum fast schon winzigen Sonos Roam spielt der Play aber trotz seiner kompakten Maße groß auf, wie er im Praxistest von ntv.de gezeigt hat.

Sonos Play Test (1 von 4)
Der Lautsprecher kann auch über die USB-C-Buchse auf der Rückseite aufgeladen werden. (Foto: kwe)

Sonos liefert den knapp 350 Euro teuren Lautsprecher mit einer passenden Ladestation aus, in der er über Pins Strom tankt und während seines stationären Einsatzes verweilt. Ein Netzteil gehört nicht zum Lieferumfang. Für den mobilen Einsatz hat der Play an der Rückseite eine abschraubbare Trageschlaufe. Ansonsten findet man dort den Ein-/Aus-Schalter, eine Bluetooth-Taste sowie einen Schalter für die integrierten Mikrofone.

Sind sie aktiviert, kann man Befehle auch ein paar Meter entfernt normal sprechen, solange die Musik nicht zu laut ist. Man hat die Wahl zwischen Amazon Alexa und Sonos' eigener Sprachsteuerung. Die hauseigene Lösung hat den Vorteil, keine Informationen online zu verarbeiten, funktioniert aber leider nach wie vor nur auf Englisch.

Streaming first

Einen LAN-Anschluss hat der Play nicht. Ebenso wenig findet man Eingänge für Zuspieler. Der Lautsprecher nimmt nur Funkkontakt auf: über WLAN (Lossless/bis zu 24-Bit/44,1 kHz FLAC), Apple Airplay 2 oder Bluetooth 5.3. Es gibt aber eine Ausnahme: Auf der Rückseite sitzt eine USB-C-Buchse, über die man den Play bei Bedarf nicht nur ohne Station aufladen kann. Mit einem entsprechenden Adapter lässt sie sich auch als AUX-Eingang nutzen. Mit einem anderen Adapter kann man so auch ein Ethernet-Kabel verbinden.

Sonos Play Test (4 von 4)
Die Steuerelemente der Oberseite. (Foto: kwe)

Auf der matt gummierten Oberseite gibt es Tasten, um die Wiedergabe zu regeln. Zusätzlich findet man dort einen Knopf, um die Mikrofone vorübergehend ein- oder auszuschalten, wenn sie über den Regler auf der Rückseite grundsätzlich aktiviert sind. Ansonsten steuert man den Play über die App. In ihr kann man unter anderem Dienste hinzufügen, ein Sonos-Radio starten, man findet die Musikbibliothek oder kann pro Lautsprecher Höhen und Tiefen anpassen.

Gelungene Klanganpassung

Die Klanganpassung an die räumlichen Gegebenheiten übernimmt der Sonos Play automatisch (Trueplay). Das geschieht nicht nur einmalig für einen Ort, sondern jedes Mal, wenn man seine Position verändert. Das hat im Test prima geklappt, schon nach wenigen Sekunden hört man einen Unterschied. Bei kleineren Veränderungen nimmt man ihn kaum wahr. Ändern sich die Bedingungen stärker, ist die Anpassung entsprechend deutlicher zu hören. Das ist besonders dann der Fall, wenn Wände reflektieren.

Allgemein hat der Klang des Sonos Play angenehm überrascht. Er kann zwar nicht ganz mit dem des größeren Era mithalten, aber er kommt nahe heran. Der Speaker kann auch laut genug aufspielen, um problemlos in größeren Räumen Party zu machen. Dabei behält er immer die Kontrolle, selbst bei maximaler Lautstärke verzerrt er nicht.

Schöner Klang auf enger Bühne

Der kompakte Play bietet auch erstaunlich kräftige Bässe. Im Vergleich dazu erscheinen die Mitten, die sich mit den Tiefen einen Breitbandtreiber teilen, manchmal etwas zurückhaltend, und die Höhen könnten in den Spitzen detailreicher sein. Insgesamt liefert der Lautsprecher für seine Größe aber einen schönen, warmen Klang, der eigentlich immer Spaß macht.

Mit zwei abgewinkelten Hochtönern soll der Play auch Stereoklang wiedergeben. Das ist allerdings ziemlich übertrieben. Auch wenn man sich zentral vor ihm platziert, bildet man sich das eher ein. Die Bühne des Lautsprechers ist entsprechend seinen Maßen eng.

Starkes Stereopaar

Das ändert sich gewaltig, wenn man zwei Play-Lautsprecher zu einem Stereopaar verbindet. Dann öffnet sich eine breite, luftige Bühne mit klar platzierten Instrumenten und Stimmen. Auch die Mitten können dann wesentlich freier aufspielen. Das ist zwar ein teurer Spaß, aber immerhin gewährt Sonos insgesamt 35 Euro Rabatt, wenn man ein "Abenteuer-Set" kauft. Ein weiterer Anreiz ist, dass ein Play-Duo auch über Bluetooth ein Stereopaar bilden kann, nachdem es einmal über WLAN eingerichtet wurde.

Sonos Play Test (3 von 4)
Zwei Play-Lautsprecher können über WLAN und Bluetooth ein Stereopaar bilden. (Foto: kwe)

Abenteuerlustig ist der Sonos Play durchaus. Zum einen, weil er nach IP67 staub- und wasserdicht ist. Zum anderen, weil er mit einem dicken 35-Wattstunden-Akku ausgestattet ist, der bis zu 24 Stunden durchhält. Zur Not kann man über den USB-C-Eingang eine Powerbank anschließen, sofern sie mindestens 18 Watt liefert. Sonos empfiehlt 45 Watt, womit ein leerer Lautsprecher über USB-C oder in der Station in rund drei Stunden vollgetankt ist. 60 Minuten genügen für 50 Prozent.

Anzeige
Sonos Play | Neu | Leistungsstark, tragbar und für Alles bereit Play liefert großartigen Stereoklang und eine Akkulaufzeit für den ganzen Tag, egal wo Sie gerade sind. (Weiß)
349,00 €

Der Akku hat laut Sonos eine Lebensdauer von 750 Ladezyklen. Das soll etwa fünf Jahren entsprechen. Wenn man die Lautsprecher-Batterie weniger als 150 Mal pro Jahr komplett leert und wieder auflädt, ist der Zeitraum wesentlich länger. Danach kann man den Akku wechseln.

Fazit

Wenn man bereit ist, den hohen Preis zu bezahlen, erhält man mit dem Sonos Play eine ausgezeichnete Kombination zwischen WLAN-Lautsprecher und portabler Bluetooth-Box. Für kleinere Räume und Ausflüge tut es auch ein Roam, wer satteren mobilen Sound im Sonos-Ökosystem haben möchte, sollte zum Move 2 greifen.

Quelle: ntv.de

Audio-TestsTechnik-TestsVernetzter HaushaltBluetoothLautsprecher