Technik

Am Tag des Facebook-Ausfalls Telegram verzeichnet Rekord-Zuwachs

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70 Millionen Menschen luden am Montag die Telegram-App herunter.

(Foto: imago images/Friedrich Stark)

Während Facebook, Instagram und Whatsapp am Montag stundenlang nicht erreichbar sind, schlägt die Stunde der Konkurrenz. Auf der Suche nach einem alternativen Messenger landen zig Millionen Menschen bei Telegram.

Der Messengerdienst Telegram hat im Zuge der gigantischen Facebook-Panne vom Montag einen Rekord-Zuwachs an Nutzern verzeichnet. 70 Millionen Neuanmeldungen habe der Dienst binnen eines Tages registriert, schrieb dessen Gründer Pawel Durow am Dienstag in seinem Telegram-Kanal.

"Wir haben mehr als 70 Millionen Nutzer von anderen Plattformen begrüßt", erklärte Durow. "Den neuen Nutzern will ich sagen: Willkommen bei Telegram, dem größten unabhängigen Messengerdienst", fügte Durow hinzu. "Wir werden euch nicht im Stich lassen, wenn andere es tun."

Facebook sowie die ebenfalls zum Konzern gehörenden Dienste Instagram und Whatsapp waren am Montag rund sieben Stunden lang ausgefallen. Facebook machte eine fehlerhafte Neukonfiguration von Routern für den Totalausfall der Plattformen verantwortlich und entschuldigte sich bei den Nutzern. Der Vorfall, von dem potenziell Milliarden Nutzer betroffen waren, machte auch die große Abhängigkeit vieler Menschen und werbender Unternehmen von den Diensten deutlich.

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"Man darf sich nicht nur auf einige wenige große Spieler verlassen", schrieb die für Wettbewerb und Digitales zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager auf Twitter. Insbesondere zum Messenger Whatsapp, den Facebook 2014 übernommen hatte, gibt es diverse Alternativen, etwa Signal, Threema und eben Telegram. Ein Spezifikum des Dienstes ist es, dass über geschlossene Gruppen bis zu 200.000 Nutzer gleichzeitig zu erreichen sind. Das macht ihn für Oppositionsbewegungen interessant, aber auch für Verschwörungstheoretiker oder Rechtsextremisten.   

Telegram war 2013 von Pawel Durow und seinem Bruder Nikolai gegründet worden. Die Brüder hatten zuvor den russischen Online-Dienst Vkontakte entwickelt, der Facebook ähnelt. Im Januar hatte Pawel Durow die Zahl der monatlich aktiven Telegram-Nutzer mit 500 Millionen angegeben. Zuletzt hatte es Anfang des Jahres starken Zulauf gegeben, nachdem Whatsapp angekündigt hatte, seine Nutzungsbedingungen zu ändern.

Quelle: ntv.de, ino/AFP

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