Technik

Datenschutz, Leistung, Speed Top-Browser fürs Smartphone

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Surf-Alternativen: Es muss nicht immer Chrome sein.

(Foto: jwa)

Jedes Smartphone hat einen Browser zum Surfen im Internet. Doch die vorinstallierten Apps sind nicht immer die beste Option. Alternative Surf-Apps sind oft nicht nur schneller, sie punkten auch mit Funktionsumfang und Datenschutz.

Wer mit seinem Smartphone einfach nur ins Netz will, benutzt den vorinstallierten Browser. Jedes Android-Smartphone hat Googles Chrome, jedes iPhone kommt mit Apples Safari. Doch es gibt viele Gründe, auf eine der zahlreichen Alternative umzusteigen. Denn die bieten oft mehr Funktionen, besseren Datenschutz und Privatsphäre und mehr Möglichkeiten zur Personalisierung. Im Test des Fachmagazins "Connect" mussten sich sechs Surf-Apps behaupten, darunter auch die "großen Player". Vier davon sind aus dem PC-Umfeld bekannt, was Nutzern den Vorteil bietet, ihre Daten geräteübergreifend synchronisieren zu können. Zwei sind relative Neulinge, ein Browser ist besonders klein und einer gibt sich besonders undurchsichtig - aber nicht mehr lang.

Brave

Dieser Browser dürfte den wenigsten Nutzern etwas sagen. Brave ist noch recht neu auf dem Markt, bietet aber ein starkes Gesamtpaket. Im Vordergrund stehen hier Geschwindigkeit und Datenschutz. Die App lädt Seiten schnell, blockiert Pop-ups, Cookies von Drittanbietern und auf Wunsch auch Java- oder Flash-Scripte. Dazu kommt der Schutz vor sogenanntem "Browser-Fingerprinting". Dabei wird der Nutzer anhand von Sprachinformationen, Display-Auflösung, Prozessorinformationen oder Schriftarten auf dem Handy eindeutig identifiziert, erklärt Connect. Außerdem bietet Brave eine große Auswahl an Suchmaschinen, die als Standard festgelegt werden können. Ein Datensparmodus fehlt aber.

Via

Der Name ist so kurz, wie die App klein ist: Via braucht nur wenig Speicher, die App ist nur rund 1 Megabyte groß. Sie hat ein aufgeräumtes Design und kann laut Connect bei der Surfgeschwindigkeit mit Chrome mithalten. Pop-ups werden blockiert, Ausnahmen von dieser Regel können Nutzer selbst festlegen. Es gibt einen Nachtmodus, Via unterstützt Scrollen mit den Lautstärketasten, deaktiviert auf Wunsch Java-Skripte und blendet die Adresszeile aus. Um Daten zu sparen, lädt Via zudem auf Wunsch keine Bilder im mobilen Netz. Einziger Kritikpunkt von Connect: Die Menüs sind nicht einheitlich in Deutsch.

Google Chrome

Googles Chrome ist der Browser-Standard für alle Android-Smartphones, er lässt sich aber auch auf iOS-Geräten nutzen. Er besticht vor allem durch Schnelligkeit im Seitenaufbau, im Connect-Test ist er den anderen Browsern hier immer einen Schritt voraus. Weiterer Pluspunkt: Wer sich mit seinem Google-Konto anmeldet, synchronisiert Tabs, Verlauf und Lesezeichen über mehrere Geräte hinweg. Und im Datensparmodus werden Websites über Googles Server umgeleitet und komprimiert, bevor das Smartphone sie lädt - das ist gut bei langsamen Verbindungen. Connect lobt zudem die direkte Übersetzungsfunktion. Allerdings teilen angemeldete Chrome-Nutzer ihr gesamtes Surfverhalten direkt Google mit. Und mit 138 Megabyte ist die App recht groß, obwohl sie nur wenig Anpassungsmöglichkeiten für Nutzer bietet.

Opera

Der Browser aus Norwegen ist kein großer Player, doch er hat viel zu bieten. Pop-ups blockt er automatisch, das Layout lässt sich anpassen, zum Beispiel für die Tablet-Nutzung. Wie Chrome bietet Opera eine Synchronisierungsfunktion und einen Datensparmodus, bei dem man sogar die Qualität der Fotos anpassen oder Bilder ganz ausblenden kann, sodass sie gar nicht erst geladen werden. Ein begrenzt anpassbarer Newsfeed ist ebenfalls Teil des Opera-Angebots. Pluspunkt für Facebook-Nutzer, die den Messenger-Zwang umgehen wollen: Wer mit Opera die mobile Website von Facebook besucht, kann Nachrichten lesen und schreiben. Mit Chrome geht das zum Beispiel nicht mehr. Außerdem schickt Opera auf Wunsch eine Benachrichtigung bei Neuigkeiten, sodass die Facebook-Apps überflüssig werden und getrost gelöscht werden können.

Opera VPN

Connect hat auch den Opera-Ableger "Opera VPN" getestet, der anonymes Surfen im Netz gewährleisten soll, indem der Datenverkehr über einen Proxy-Dienst umgeleitet wird. Opera stellt den kostenlosen VPN-Dienst allerdings Ende April ein und empfiehlt dessen Nutzern, zum VPN-Dienst von SurfEasy zu wechseln. Opera hatte den Dienst 2015 übernommen und dessen Technik bereits für Opera VPN genutzt. Allzu groß ist der Umstieg also nicht - allerdings ist die kostenlose Nutzung auf 500 Megabyte pro Monat beschränkt.  

Firefox

Deutsche PC-Nutzer lieben Firefox. Mozillas Browser war lange Zeit der meistgenutzte Desktop-Browser, erst im vergangenen Jahr hat sich Chrome an die Spitze gesetzt. Als Smartphone-App liegt Firefox weit hinter Chrome, bietet aber mehr Möglichkeiten zur Personalisierung und mehr Funktionen. Dazu gehören Gastsitzungen, falls jemand anders mit dem eigenen Handy surft, komfortable Datenschutzoptionen und ein Tracking-Blocker. Besonders sind laut Connect die vielen Add-ons, die dem Browser Zusatzfunktionen verleihen und die Nutzer über das Menü herunterladen können. Eine Synchronisierungsfunktion, Private Tabs und ein Newsfeed sind auch mit an Bord.

Edge

Microsofts Browser ist der Nachfolger des Internet Explorers. Wer Windows 10 nutzt, hat auch Edge auf dem Rechner. Die mobile App bietet keine Überraschungen, ist aber interessant für aktive Edge-Nutzer mit Microsoft-Konto. Denn sie bietet alle Synchronisierungs-Optionen für Favoriten, Leselisten und Top-Seiten. Wie Googles Chrome hat Edge auch eine praktische Autofill-Funktion für Formulare und Log-in-Daten. Webseiten können außerdem seit dem vergangenen Herbst-Update zwischen mobilem Browser und PC hin und her gesendet werden - dieses nahtlose Surfen bieten die anderen Browser nicht an. Nützlich ist laut Connect auch der Lesemodus, der den Inhalt einer Website in einer einheitlichen serifenlosen Schrift anzeigt.

Quelle: n-tv.de, jwa