Technik

Nur die Werbung nervt Warentest empfiehlt Gratis-Virenschutz

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Antivirus-Software gehört auf jeden Rechner und muss kein Geld kosten.

(Foto: © stuartmiles)

Stiftung Warentest testet Antivirus-Programme. Ein Windows-Sieger ist kostenlos, insgesamt drei Gratis-Programme schützen Computer sehr gut. Bei Mac-Rechnern sieht die Sache etwas anders aus.

Ob zusätzliche Antivirus-Software sinnvoll ist oder nicht, wird von Experten unterschiedlich beurteilt. Stiftung Warentest ist der Meinung, Schutz-Programme gehören auf jeden Computer, egal welches Betriebssystem installiert ist. Der auf Windows-PCs vorinstallierte Defender konnte im Test von insgesamt 28 Aufpassern mit einer befriedigenden Gesamtwertung nicht ganz mithalten, bei Mac-Rechnern empfiehlt Warentest ein Antivirus-Programm zum Schutz vor Phishing-Attacken.

Im Test wurden auf virtuellen Rechnern Webseiten angesurft, auf denen Angreifer lauerten: Die Scanner der Programme mussten zeigen, dass sie aus 80.000 Dateien die 40.000 schädlichen Programme herausfinden. Schließlich überprüfte Warentest auf 800 Webseiten, die Zugangsdaten abgreifen, ob der Phishing-Schutz der Wächter dies zuverlässig vereitelt.

Doppelsieg für Avira

Beide Windows-Testsieger stammen von Avira. Antivirus Pro kostet pro Jahr 35 Euro, die Free Security Suite ist gratis. Beide Versionen bieten die beste Schutzwirkung (Note 1,1) und schnitten insgesamt sehr gut (1,5) ab. Die kostenlose Variante nervt allerdings gelegentlich mit Werbung und bremst das System ein bisschen stärker aus.

Sehr gut schützten im Test auch die insgesamt guten Gratis-Wächter AVG Antivirus Free (1,5) und Avast Free Antivirus (1,5). Avast wurde allerdings kürzlich dabei erwischt, Nutzerdaten zu verkaufen. Warentest merkt dazu an, dies sei grundsätzlich nicht verboten, außerdem habe Avast nach eigenen Angaben den Verkauf gestoppt.

Keine Mac-Schädlinge gefunden

Bei Mac-Rechnern fanden die Tester keine Webseiten mit Schad-Programmen, Nutzer sind laut Warentest vor solchen Bedrohungen auch schon gut durch das Betriebssystem selbst geschützt. Allerdings können Apples Computer als Virenschleuder Windows-Rechner infizieren, weswegen die Installation einer zusätzlichen Schutz-Software doch sinnvoll sein könnte. Hier sind die Testsieger Bitdefender Antivirus for Mac (40 Euro) und Eset Cyber Security Pro (35 Euro), obwohl auch ihre Schutzwirkung nur befriedigend ist (2,8/3,0).

Grundsätzlich empfehlen die Tester die Installation von Antivirus-Programmen auf Macs, um den Phishing-Schutz zu verbessern. Der Safari-Browser habe im Test zwar bereits 80 Prozent der Angriffe abwehren können, die zusätzliche Software verbessere die Erkennungsrate. Andere Browser, unter anderem Google Chrome oder Mozilla Firefox, wurden nicht getestet.

Bei Windows-Rechnern sieht es in Sachen Phishing ähnlich aus. Wenn man mit Microsofts Bordmittel Windows Defender auskommen möchte, sollte man einen Browser mit Phishing-Schutz verwenden - was bei allen gängigen Programmen der Fall ist. Antivirus-Software schütze aber besser vor dem Abgreifen von Zugangsdaten, schreibt Warentest.

Quelle: ntv.de, kwe