Technik
Apples WWDC fällt in diesem Jahr wohl eher schlicht aus.
Apples WWDC fällt in diesem Jahr wohl eher schlicht aus.(Foto: Apple)
Freitag, 01. Juni 2018

Ist weniger mehr?: Was Apple beim WWDC zeigen könnte

Am kommenden Montag startet die Entwicklerkonferenz WWDC. Interessant sind vor allem Apples Pläne für iOS und macOS. Was bisher durchgesickert ist, sieht allerdings eher nach Schonkost als nach üppigen Updates aus.

Die Entwicklerkonferenz WWDC ist für Apple-Nutzer immer spannend, weil dort bekannt gegeben wird, welche Updates die Betriebssysteme ihrer Geräte im Spätsommer oder Herbst erhalten werden. In den vergangenen Jahren waren die Software-Resultate allerdings nicht immer berauschend. Zwar gab es viele neue Funktionen, aber die Umsetzung war so lausig, dass Apple mit vielen kleinen Updates nachbessern musste.

Weil das ziemlich am perfekten Image des Unternehmens gekratzt hat, zog Apple  Konsequenzen und beschloss, sich dieses Jahr mit neuen Features zurückzuhalten und die Systeme vor allem wieder zuverlässiger zu machen. Deswegen wird die WWDC 2018 wohl nicht so spektakulär wie in den Vorjahren, aber für die Nutzer eigentlich viel wichtiger, die endlich wieder iPhones, iPads oder Macs mit unerschütterlich stabilen Betriebssystemen wie früher haben möchten.

Keine große Hardware-Show

Im vergangenen Jahr protzte Apple mit dem HomePod, neuen Notebooks und Tablets. Doch diesmal wird es beim WWDC vielleicht gar keine Hardware auf die Keynote-Bühne schaffen. Die gewöhnlich recht gut informierte Agentur "Bloomberg" schreibt, Apple bereite zwar aufgefrischte MacBooks vor - darunter ein neues MacBook Air - aber die Laptops sollen ebenso wie ein iPad Pro mit Face ID erst später im Jahr vorgestellt werden. "AppleToolBox" will allerdings von verlässlichen Quellen erfahren haben, dass Apple genau diese Geräte beim WWDC auf die Bühne bringt.

Beide Websites erwähnen keinen günstigen Siri-Lautsprecher von Beats, der vom wenig treffsicheren Analysten Gene Munster erwartet wird. Ebenso gilt eine neue Apple Watch als unwahrscheinlich. Es soll aber ein Modell mit größerem Display bei unveränderten Gesamtmaßen in Arbeit sein, das vielleicht zusammen mit den neuen iPhones im September präsentiert wird

Schonkost für iOS-Nutzer

Laut "Bloomberg" wird sich Apple bei iOS 12 nicht nur selbst zurückhalten, sondern auch seinen Nutzern Schonkost verordnen. Das Unternehmen möchte sie durch neue Gesundheitsfunktionen davon abhalten, sich zu viel mit ihren Geräten zu beschäftigen. Dabei geht es vor allem darum, dem Nutzer Informationen zu seinem Verhalten anzuzeigen - beispielsweise wie viel Zeit er einem Gerät oder bestimmten Apps widmet.

Da Augmented Reality (AR) für Apple-Chef Tim Cook eine Technologie der Zukunft ist, wird voraussichtlich ARKit 2.0 im Mittelpunkt der iOS-Präsentation stehen. Unter anderem sollen Nutzer künftig AR-Spiele zusammen spielen können, also beispielsweise mit virtuellen Robotern auf dem Wohnzimmertisch gegeneinander kämpfen. Außerdem soll es einen Modus geben, in dem Objekte dauerhaft virtuell platziert werden können. "Bloomberg" sieht darin eine Vorbereitung auf die für 2012 prognostizierte AR-Brille.

Siri erhält erstmal Nachhilfe

Ansonsten soll es vor allem Verbesserungen unter der Haube geben, die das Betriebssystem stabiler und sicherer machen. Mehr als kleinere Neuerungen dürfe man nicht erwarten, schreibt die Agentur. Unter anderem werde Apple bei Benachrichtigungen, Videoanrufen oder Animojis Veränderungen vornehmen. Außerdem könnte Apple den Datenschutz verbessern, indem Nutzer auf dem Display eine Info sehen, wenn eine App auf private Informationen zugreift.

Eventuell erhält auch Siri ein paar neue Fähigkeiten. Apples digitaler Assistent hat den Anschluss an die Konkurrenz von Google und Amazon verloren und hat großen Nachholbedarf. Deshalb hat das Unternehmen auch Googles KI-Chef John Giannandrea abgeworben. Doch viel konnte er sicher noch nicht bewegen, schließlich ist er erst seit April an Bord.

Ein Mac bleibt ein Mac

Große Veränderungen dürften auch Mac-Nutzer nach dem Update auf macOS "Mojave" nicht sehen. Hier haben in diesem Jahr ebenfalls Stabilität und Sicherheit Priorität. Apple arbeitet zwar an einem "Project Marzipan", das ermöglichen soll, iOS-Apps auf Macs auszuführen. Doch auch dieses Vorhaben hat Apple wahrscheinlich auf 2019 verschoben und wird wahrscheinlich Entwicklern bis dahin nur Vorarbeiten ermöglichen.

Quelle: n-tv.de