Technik
Soll ein günstiger Siri-Lautsprecher von Beats den HomePod ergänzen?
Soll ein günstiger Siri-Lautsprecher von Beats den HomePod ergänzen?(Foto: Apple/kwe)
Mittwoch, 30. Mai 2018

Eine günstigere Heimat für Siri: Stiehlt ein Beats dem HomePod die Show?

Kaum hat Apple den Europa-Start des HomePod angekündigt, macht ein Gerücht die Runde, das Unternehmen stelle bei der WWDC einen wesentlich günstigeren Beats-Lautsprecher mit Siri-Integration vor. Kann das stimmen?

Der HomePod wurde bereits vor einem Jahr auf Apples Entwicklerkonferenz WWDC vorgestellt. Doch erst seit diesem Februar ist er in den USA, Australien und Großbritannien erhältlich und seine Verkaufszahlen sind bisher offenbar alles andere als berauschend. Jetzt hat Apple angekündigt, seinen smarten Klangkünstler ab dem 18. Juni unter anderem auch in Deutschland für 350 Euro anzubieten und endlich soll es auch möglich sein, Multi-Room-Systeme zu bilden und zwei HomePods zu einem Stereo-Paar zu verbinden.

Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt schreibt Analyst Gene Munsters, Apple werde am 4. Juni zu Beginn der diesjährigen WWDC einen Beats-Lautsprecher mit Siri-Integration präsentieren. Er soll 100 Euro günstiger sein als der HomePod, um Apples digitalen Assistenten mit einer preiswerteren Alternative voranzubringen, berichtet "MacRumors".

Beats ist reif

Grundsätzlich wäre dies durchaus ein logischer Schritt. Schließlich hat Apple Beats schon vor vier Jahren geschluckt und seitdem weniger aus der Übernahme gemacht als zu erwarten war. Integriert ist der 3-Milliarden-Dollar-Kauf bisher jedenfalls nicht. Apple führt Beats mehr oder weniger als eigenes Unternehmen weiter, auch wenn man bei Produkten wie dem Beats Studio 3 Wireless den Einfluss des Mutterkonzerns hören kann.

Es gab auch vorher schon Gerüchte, Apple plane einen günstigeren Siri-Lautsprecher. Unter anderem sagte dies der sehr treffsichere Ming-Chi Kuo im April voraus, kurz bevor er überraschend seinen Abschied als Apple-Analyst bekannt gab. Er rechnete allerdings nur mit einem kurzfristigen Erfolg. Denn auch ein günstigeres Gerät könne nicht kaschieren, dass Apples KI-Assistent weit hinter die Konkurrenten zurückgefallen sei, sagte er.

Um im Markt für smarte Lautsprecher mit Google und Amazon mithalten zu können, müsse Apple Siri unbedingt verbessern. Außerdem müssten weitere Sprachen unterstützt werden, so der Analyst. Ein hervorragender Klang allein genüge nicht, um den hohen Preis von 350 Dollar (Euro) zu rechtfertigen.

Gemeinsam ins Netz?

Mit Französisch und Deutsch beherrscht der HomePod jetzt zwei weitere wichtige Sprachen und mit dem Update auf iOS 11.4 können Nutzer jetzt via Airplay 2 Multiroom-Systeme einrichten und zwei HomePods zu Stereo-Paaren verbinden. Insofern ist Apple Kuos Forderungen nachgekommen. Aber stellt Apple den Siri-Beats tatsächlich schon beim WWDC vor?

Zu diesem Zeitpunkt einen günstigeren Siri-Speaker von Beats anzukündigen, erscheint kontraproduktiv und ein günstigerer Lautsprecher macht Siri auch nicht schlauer. Aber in einem Multi-Room-System könnte er in Bad oder Küche einen HomePod durchaus sinnvoll ergänzen. Allerdings können das nach einem Update eine ganze Reihe anderer Lautsprecher auch. Die Treffsicherheit von Gene Munsters was kommende Apple-Produkte betrifft, ist außerdem nicht allzu hoch. Der Analyst von Piper Jaffrays glaubte beispielsweise felsenfest an den Apple-Fernseher, der nie kam.

Ausgeschlossen ist es aber nicht und schließlich erwartete ja auch Ming-Chi Kuo einen günstigen Siri-Lautsprecher. Andererseits gab es bei Apple schon lange keine Produktvorstellung mehr ohne vorangegangene Leaks. Am 4. Juni nach der Keynote (19:00 MESZ) herrscht Klarheit.

Quelle: n-tv.de