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O2 kann überraschen Wer hat das beste Mobilfunknetz?

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In Städten haben jetzt fast alle Mobilfunk-Nutzer gute oder sehr gute Netze.

(Foto: imago/PhotoAlto)

In einem Test der deutschen Mobilfunknetze gewinnt erneut die Telekom. Doch der Branchenprimus ist nicht mehr unangefochtene Nummer 1 und O2 schneidet überraschend gut ab.

Sehr viele Nutzer haben das Gefühl, dass ihr Mobilfunknetz alles andere als flächendeckend und der Empfang oft unterirdisch ist. Aber offenbar sind Telekom, Vodafone und O2 (Telefónica) wesentlich besser als ihr Ruf. Denn im jüngsten Netz-Test von "Chip" schnitt keiner der drei Mobilfunkanbieter schlechter als "gut" ab.

Kopf-an-Kopf-Rennen von Telekom und Vodafone

Den ersten Platz kann sich wie in den Vorjahren die Deutsche Telekom mit der Gesamtbewertung 1,36 sichern, wobei das mobile Internet (1,39) und die Telefonie (1,30) überzeugten. Doch der Abstand zum Verfolger Vodafone ist geringer geworden. Der schärfste Konkurrent der Telekom erreichte erstmals mit der Gesamtnote 1,46 eine "sehr gute" Bewertung. "Chip" benotete bei Vodafone die Internet-Qualität mit 1,55 und die Telefonie mit 1,35.

Die noch größere Überraschung gelang allerdings O2, das in den vergangenen Jahren immer abgeschlagen auf dem dritten Platz landete. An der Platzierung hat sich zwar nichts geändert, aber Anbieter Telefónica konnte sich bei der Bewertung um mehr als 17 Prozent verbessern und schaffte zum ersten Mal die Gesamtnote "gut" (2,22).

Dass O2 die Einzelwertungen 2,26 und 2,16 bekam, liegt laut "Chip" vor allem an Qualitätssteigerungen in den Städten. "Auf dem Land schwächelt das Netz aber nach wie vor", schreiben die Tester. So war der Anteil der fehlgeschlagenen Telefonate auf Verbindungsstraßen im O2-Netz mit 7,41 Prozent wesentlich höher als bei Telekom (0,33) und Vodafone (1,41).

O2 will weiter aufholen

Ähnlich sieht es beim Zustand des LTE-Ausbaus, den "Chip" gesondert ausgewertet hat. Hier erreichte die Telekom mit einer Verfügbarkeit von 99,23 Prozent beim Websurfen auf dem Land eine nahezu lückenlose Abdeckung, Vodafone ist mit 97,96 Prozent nahe dran. Bei O2 sieht es hier mit einer Verfügbarkeit von 75,73 Prozent noch weit schlechter aus.

Telefónica will die Lücken aber ab dem kommenden Jahr schließen. Da der Großteil der Kapazitäten nicht mehr für die Zusammenführung von O2- und E-Plus-Netz eingesetzt werden müsse, könne man sich 2019 komplett auf die Netzoptimierung und den LTE-Netzausbau konzentrieren, heißt es in einer Pressemitteilung. Dies soll in der Fläche und entlang von Autobahnen und Zugstrecken geschehen.

Quelle: n-tv.de, kwe

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