Technik
Samsungs neue Mittelklasse-Modelle heißen A6 und A6+.
Samsungs neue Mittelklasse-Modelle heißen A6 und A6+.(Foto: jwa)
Dienstag, 19. Juni 2018

Galaxy A6 und A6+: Wie stark ist Samsungs neue Mittelklasse?

Von Johannes Wallat

Samsung bringt mit dem A6 und dem A6+ zwei starke Neulinge für die Smartphone-Mittelklasse. Beide bieten ordentliche Technik und gutes Design. Von den Vorgängern unterscheidet sich die neue A-Klasse in einem wichtigen Punkt.

Samsungs Galaxy A3 war über mehrere Generationen die ideale Smartphone-Lösung für alle, die ein leistungsstarkes und zugleich kompaktes Mittelklasse-Gerät wollen und auf High-End-Technik verzichten können. Zusammen mit dem etwas größeren und stärkeren A5 hatte Samsung ein gutes Mittelklasse-Duo im Aufgebot. Mit dem A6-Doppel schickt Samsung jetzt zwei neue Geräte aus der A-Klasse ins Rennen.

Kompakt war gestern

Ein wichtiger Kaufgrund für das kleinere A-Modell war in den vergangenen Jahren stets seine Größe. Fragte man A3-Besitzer nach dem Anschaffungsgrund, lautete die Antwort häufig sinngemäß: "Weil es so schön klein ist." Diese Zeiten sind jetzt vorbei: Beim A6 und A6+ sind die Unterschiede bei Größe und Ausstattung immer noch da, aber wirklich kompakt ist keines von beiden.

Technische Daten
  • System: Android 8.0
  • Display A6: AMOLED, 5,6 Zoll, HD+
  • Display A6+: 6,0 Zoll, Full hD+
  • Prozessor A6: Exynos 7870
  • Prozessor A6+: Snapdragon 450
  • Arbeitsspeicher: 3 GB
  • Interner Speicher: 32 GB
  • Hauptkamera A6: 16 MP, f/1.7
  • Hauptkamera A6+: Dual-Kamera 16 MP, f/1.7 / 5 MP, f/1.9
  • Frontkamera A6: 16 MP, f/1.9
  • Frontkamera A6+: 24 MP, f/1.9
  • WLAN n, LTE, Bluetooth 4.2, NFC
  • microUSB
  • Maße A6: 149,9 x 70,8 x 7,7 mm
  • Maße A6+: 160,2 x 75,7 x 7,9 mm
  • Gewicht A6: 162 g
  • Gewicht A6+: 191 g

Das A3 (2017) ist mehr als einen Zentimeter kürzer und auch schmaler als das A6 mit seinem 5,6-Zoll-Display im 18:9-Format. Auf dem Datenblatt mögen die Unterschiede zum Vorgänger klein erscheinen, doch in der Hand merkt man das deutlich. Das A6+ hat ein 6-Zoll-Display und ist dementsprechend noch größer. Bei beiden wird der vorhandene Platz zwar gut ausgenutzt, die Displayränder sind dünn, doch eine "Notch" haben beide nicht und nach "Infinity Display" sehen die Bildschirme auch nicht aus, auch wenn Samsung sie so nennt.

Über die Größe geht's dieses Mal also nicht. Immerhin: Fans von Metallgehäusen dürften sich darüber freuen, dass Samsung beide A6-Modelle in Aluminium kleidet, während fast die gesamte Konkurrenz auf Glas setzt. Im Vergleich zum Vorgänger A5 fällt aber negativ auf, dass beide A6-Modelle weder mit USB-C noch mit schnellem WLAN-ac ausgestattet sind. Auch wasserdicht ist keines der neuen Geräte.

Deutliche Unterschiede

Eine Dual-Kamera hat nur das A6+, das kleinere A6 muss mit einer Linse auskommen. Die zweite Linse beim A6+ hat leichte Tele-Brennweite und ist mit f/1.9 recht lichtstark. Ausgerechnet im für Porträts gut geeigneten Live-Fokus-Modus kann man aber nicht per Zoom auf die Telelinse umschalten. Das A6 hat auch eine sparsamere Kamera-App, Extras wie eine HDR-Automatik oder einen Porträtmodus gibt's nur beim größeren A6+. Immerhin: Bei Selfies mit der Frontkamera bieten beide einen Unschärfeeffekt an, der bei beiden auch gleich gut funktioniert und Objekte gut vom Hintergrund lösen kann.

Das Samsung Galaxy A6+ ist größer und besser als das A6.
Das Samsung Galaxy A6+ ist größer und besser als das A6.(Foto: jwa)

Beim Arbeitsspeicher (3 Gigabyte) und beim internen Speicher (32 Gigabyte) macht Samsung keine Unterschiede bei den beiden A6-Modellen, und das ist gut so. Auch die Ausstattung mit Dual-SIM-Schlitten und einem zusätzlichen microSD-Steckplatz ist bei beiden gleich. Der Prozessor im A6+, ein Snapdragon 450, ist zwar etwas kräftiger als der Exynos 7870 im A6, aber der Unterschied macht sich im Alltag kaum bemerkbar. Auch der Akku ist im A6+ etwas größer, das ist angesichts der Abmessungen aber auch normal. Das A6 hat 3000 Milliamperestunden (mAh), das A6+ immerhin 3500 mAh - damit kommen beide gut durch den Tag, am nächsten Morgen hat das A6+ im Zweifel die größeren Reserven.

Bei Displayhelligkeit und -auflösung sieht man allerdings die Unterschiede deutlich: Das A6+ strahlt heller und seine Anzeige wirkt deutlich schärfer. Kein Wunder, das 6-Zoll-Display kommt mit Full-HD+-Auflösung, während das 5,6-Zoll-Display des A6 nur HD+ hat. Das A6+bringt es damit auf eine ordentliche Pixeldichte von rund 411 ppi, während das A6 nur 294 ppi aufbringen kann - das ist längst nicht mehr zeitgemäß. Das Always-On-Display, das beim A6+ nützliche Informationen im Sperrbildschirm anzeigt, fehlt beim A6.

Konkurrenzfähig?

Damit zieht Samsung einen deutlichen Trennstrich zwischen das kompakte und das große A6-Modell. Das ist besonders für Fans von kleinen Geräten schade, denn das A6 ist mit seiner sparsamen Ausstattung zum Preis von 309 Euro kein Schnäppchen, und weil es zu groß ist, geht auch der Kompakt-Bonus flöten. Damit wird's in der Mini-Klasse unterhalb der 5-Zoll-Marke immer einsamer: Nur das iPhone 8 und das Sony XZ2 Compact bieten noch aktuelle Technik auf kleinem Raum.

Das A6+ ist dagegen ein ordentliches Smartphone, das zeitgemäß ausgestattet ist und alles hat, was man braucht. Auch hier ist aber der Preis von 369 Euro möglicherweise zu hoch, um gegen die Konkurrenz von Motorola, Nokia, Huawei und Honor anzukommen. Das Motorola G6 Plus gibt's für 300 Euro, das Nokia 7 Plus für rund 350 Euro. Huawei hat mit dem P20 Lite für 325 Euro einen Konkurrenten auf Augenhöhe, und das aktuelle Honor-Flaggschiff Honor 10 kostet nur wenig mehr.

Quelle: n-tv.de