Technik
Kaum zu glauben, dass Microsoft so ein fehlerhaftes Update veröffentlicht hat.
Kaum zu glauben, dass Microsoft so ein fehlerhaftes Update veröffentlicht hat.(Foto: imago/Westend61)
Montag, 07. Mai 2018

Fehler verursachen Abstürze: Windows-10-Update besser nicht installieren

Ab morgen verteilt Microsoft das große April-Update automatisch an Windows-10-Rechner. Nutzer sollten dies besser nicht zulassen, denn die Software hat zwei dicke Fehler, die den Spaß an der Aktualisierung verderben.

Microsoft hat das April-Update unbedingt noch im namensgebenden Monat veröffentlichen wollen. So steht die Aktualisierung seit dem 30. April wenigstens schon als Download bereit, direkt verteilt wird es aber erst ab morgen. Doch wie sich jetzt immer mehr zeigt, hat Microsoft unter Zeitdruck offenbar überhastet gehandelt. Nutzer, die ihr Betriebssystem bereits aktualisiert haben, berichten über zwei dicke Fehler, die mehr als nervig sind.

Chrome und Cortana bocken

Das erste Problem betrifft Google Chrome. Laut "PC Welt" friert der Browser häufig ein und blockiert das System, wenn Webseiten besucht werden, die seine Hardware-Beschleunigung  einsetzen. Auch der Task-Manager kann dann nicht mehr aufgerufen werden, um den bockenden Chrome zu beenden. Ein ähnliches Verhalten kann auftreten, wenn Nutzer den digitalen Assistenten Cortana aufrufen. Abhilfe soll die Tasten-Kombination Windows-Taste + Strg + Shift + B bringen, mit der der Grafiktreiber zurückgesetzt wird. Microsoft hat das Problem inzwischen bestätigt und ein Update angekündigt.

Der Patch soll zusammen mit dem allgemeinen Start des April-Updates zur Verfügung stehen, weswegen man die große Aktualisierung eigentlich machen könnte. Jetzt ist aber ein weiterer Fehler bekannt geworden, der noch schwerwiegender ist. Denn dieser Bug schießt den Windows Explorer ab. Dies sei deshalb besonders problematisch, weil damit nicht nur der Dateimanager lahmgelegt wird, schreibt "Golem.de". Der Prozess steuere auch große Teile der Benutzeroberfläche von Windows 10.

Timeline schießt Explorer ab

Die Cloud-Synchronisation für die neue Timeline schießt die Explorer.exe ab.
Die Cloud-Synchronisation für die neue Timeline schießt die Explorer.exe ab.(Foto: Microsoft)

Auslöser ist offenbar die Timeline, die wahrscheinlich interessanteste Neuerung des April-Updates. Sie bietet Nutzern die Möglichkeit, schnell zu Inhalten zurückkehren, die sie in der Vergangenheit geöffnet haben. Das funktioniert auch, nachdem eine App oder Datei geschlossen wurde, weil Microsoft die Informationen in seiner Cloud speichert und synchronisiert. Und genau bei diesem Vorgang geht offenbar die Explorer.exe in die Knie.

Nutzer, die das Update bereits manuell installiert haben, können sich helfen, indem sie die Cloud-Synchronisation unterbinden. Dazu gehen sie in den Einstellungen zum Datenschutz und deaktivieren beim Aktivitätsverlauf den Eintrag Windows meine Aktivitäten auf diesem PC mit der Cloud synchronisieren lassen. Offenbar hat Microsoft selbst schon eine Notlösung in das April-Update eingebaut. Laut "Golem" ist die Timeline jetzt standardmäßig deaktiviert, wenn man seinen PC aktualisiert.

April-Update aufschieben

Trotz Notlösung und angekündigtem Patch ist es wahrscheinlich das Beste, das April-Update vorerst gar nicht zu installieren, bis Microsoft eine fehlerfreie Version hinbekommt. Updates grundsätzlich zu deaktivieren, ist allerdings nicht optimal, da so auch wichtige Sicherheitspatches verpasst werden könnten.

Eine elegantere Lösung ist es, vorübergehend eine getaktete Verbindung vorzugeben. Das zeigt Windows an, dass man keine Flatrate hat und Updates grundsätzlich Datenvolumen kosten. Daher werden nur wichtige Aktualisierungen vorgenommen, wenn diese Option aktiviert ist. Dazu klickt man in der Taskleiste zunächst auf das WLAN-Symbol, dann bei der bestehenden Verbindung auf Eigenschaften und stellt den Schieberegler bei Als getaktete Verbindung festlegen auf Ein.

Da Microsoft bereits an den Lösungen arbeitet und die Fehler bald beseitigt haben sollte, kann man Updates auch vorübergehend auszusetzen. Die Funktion findet man in den Einstellungen, indem man auf Update & Sicherheit und dann unter Windows Update auf erweiterte Optionen klickt. Aktiviert man Updates aussetzen, pausieren Aktualisierungen für sieben Tage.

Quelle: n-tv.de