Wirtschaft

Aktienkurs bricht ein AMD schwächelt

AMD leidet unter der Konjunkturabkühlung. Das Management bereitet die Aktionäre deshalb auf enttäuschende Quartalszahlen vor – die Aktie verliert daraufhin kräftig an Wert.

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Die Aktie verliert an der Nasdaq kräftig.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD) hat im zweiten Quartal die sich abkühlende Wirtschaft zu spüren bekommen und weniger umgesetzt als erwartet. Vor allem die schwächere Nachfrage in China und Europa belastete das Geschäft. Der Umsatz dürfte von April bis Juni gegenüber dem ersten Quartal um 11 Prozent gesunken sein, teilte AMD auf Grundlage vorläufiger Schätzungen mit. Dabei hatte der Konzern eigentlich nur einen Rückgang von maximal 3 Prozent in Aussicht gestellt.

Der Markt reagierte enttäuscht, denn AMD hatte noch im April mit dem Ausblick fürs zweite Quartal positiv überrascht. Die Aktie verlor im nachbörslichen Handel an der Technologiebörse Nasdaq mehr als 10 Prozent auf 5,03 US-Dollar.

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Die schwache Umsatzentwicklung von AMD zeigt, wie stark die PC-Absätze insgesamt zurückgehen. Branchenriesen wie Hewlett-Packard und Dell hatten zuletzt Schönheitsfehler in ihren Bilanzen auf schwache Verkaufszahlen zurückgeführt - und darauf reagiert AMD als Zulieferer besonders anfällig.

Bruttomarge im Blick

Dass der Konzern unter der aktuell schwierigen Marktlage leide, sei an sich nicht überraschend, wohl aber das Ausmaß der Belastung, sagt Patrick Wang, Analyst bei Evercore. Nun stelle sich die Frage, wie schlecht es wirklich aussehe. "Wenn die Dinge schon im Juni den Bach runtergegangen sind, wie weit runter sind wir schon? Wann kommt die Erholung?", fragt Wang. AMD konkurriert mit Intel bei PC-Prozessoren und mit Nvidia Corp im Bereich der graphischen Prozessoren.

 Zumindest die Bruttomarge konnte AMD im zweiten Quartal halten. Der Konzern rechnet bei der Marge mit der Erfüllung seiner Prognose, da die Kosten deutlich hätten gedrückt werden können. Mit einer Bruttomarge von 46 Prozent im ersten Quartal hatte sich AMD im April zuversichtlich gezeigt, das eigene Ziel von 44 Prozent bis 48 Prozent im gesamten Jahr 2012 zu erreichen.

Analysten lobten denn auch die stabile Bruttomarge. Stacy Rasgon, Analyst bei Bernstein, sagte, das lasse darauf schließen, dass ältere Produkte mit einer niedrigeren Marge - möglicherweise sogar die Graphik-Chips - stärker vom Umsatzrückgang betroffen seien als die neueren. Um das genau sagen zu können, müssten die Analysten aber auf die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse warten. "Es gibt nicht viele Informationen, das ist schade", findet er. Das Unternehmen präsentiert seine Geschäftszahlen am kommenden Donnerstag.

Quelle: n-tv.de, jga/rts/DJ

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