Wirtschaft

Investor legt Angebot vor Advent will Douglas haben

34538218.jpg

Douglas geht wohl an einen neuen Eigentümer.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das seit Monaten erwartete Übernahmeangebot für Douglas liegt auf dem Tisch. Der Finanzinvestor Advent und die Gründerfamilie wollen genug Aktien bekommen, um den Handelskonzern von der Börse nehmen können. Ziel ist es vor allem, die Buchhandelskette Thalia in Eigenregie zu sanieren.

Der Finanzinvestor Advent will Douglas übernehmen und bietet den Aktionären 38 Euro je Aktie. Damit wird der Handelskonzern mit seinen Douglas-Parfümerien, Christ-Schmuckhandlungen und den Thalia-Buchläden mit 1,5 Mrd. Euro bewertet. Das Übernahmeangebot stehe allerdings unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe wie auch einer Mindestannahmequote von 75 Prozent, teilte der US-Investor mit. An der Börse hatten zuvor bereits Übernahmespekulationen den Aktienkurs in die Höhe getrieben. Der MDax-Wert tendierte am Vormittag mit 37,40 Euro über sieben Prozent im Plus, lag damit aber noch unter dem Übernahmeangebot.

Nach monatelangen Verhandlungen hatten sich am Wochenende die Douglas-Gründerfamilie Kreke gemeinsam mit Advent und den Großaktionären auf eine Übernahme des Hagener Traditionskonzerns geeinigt. Die Familie hatte Advent ins Boot geholt, um den MDax-Konzern von der Börse kaufen.

Thalia soll saniert werden

Der Oetker-Konzern und der Drogerieketten-Betreiber Müller veräußern ihre Douglas-Anteile von zusammen rund 37 Prozent. Die Kreke-Familie hält gegenwärtig rund 13 Prozent an Douglas und will diesen Anteil im Zuge der Übernahme erhöhen. Der Finanzinvestor habe sich die Zustimmung von 50,5 Prozent der Douglas-Aktionäre bereits gesichert, hieß es.

Bereits seit Jahresbeginn sorgen Übernahmespekulationen bei der im Nebenwerteindex MDax notierten Douglas-Aktie für Bewegung. Auslöser waren die Überlegungen von Douglas-Chef Henning Kreke, das Unternehmen mit seinen rund 24.000 Mitarbeitern, zu dem auch die Süßwarenkette Hussel gehört, mit Hilfe von Finanzinvestoren von der Börse zu nehmen. Er will die mit der Konkurrenz aus dem Internet kämpfende Buchhandelskette Thalia in Eigenregie sanieren und im Konzern behalten.

Kreke setzt dabei auf kleinere Buchhandlungen und will die Filialen besser mit dem Online-Handel verzahnen. Aber das kostet Geld: Abschreibungen und Sanierungskosten haben Douglas in die roten Zahlen gerissen. In den am 30. Juni endenden neun Monaten des Geschäftsjahrs hat Douglas einen Nettoverlust von 73 Millionen Euro ausgewiesen.

Advent hat bereits Erfahrung mit Sanierungen und Repositionierungen im Handel. Der Finanzinvestor hatte die Textilkette Takko übernommen und im Februar 2011 an Apax Partners verkauft. Advent ist in Deutschland bislang vor allem im Chemiesektor aktiv. Unter anderem stehen H.C. Starck sowie HT Troplast in ihrem Portfolio.

Quelle: ntv.de, jga/rts/dpa