Wirtschaft

Verschwinden von MH370 Airlines wollen Ortung verbessern

32890C0047E78FD6.jpg138549708636979813.jpg

Trotz aller Anstrengungen blieb das Schicksal der MH370 ungeklärt.

(Foto: AP)

Seit dem Verschwinden des Malaysia-Airlines-Fluges MH370 will die Luftfahrtbranche Flugzeuge besser überwachen. Nun haben Experten mehrere Dutzend Optionen zusammengetragen. Einige davon könnten teuer für die Passagiere werden.

Die Luftfahrtbranche zieht Konsequenzen aus dem Verschwinden des Malaysia-Airlines-Fluges MH370. Experten liegen über 30 technische Optionen vor, mit denen Flugzeuge in der Luft überwacht werden können.

"Wir haben einige Lösungen bereitstehen", sagt Kevin Hiatt, Sicherheitsexperte beim Luftfahrtverband Iata. Die Gruppe, die mehr als 200 Fluggesellschaften vertritt, hat eine Taskforce eingerichtet, die Möglichkeiten des Tracking von Flugzeugen vorschlagen soll.

Schwarze Flecken auf der Landkarte

2014-05-01T155709Z_864231905_GM1EA511SVP02_RTRMADP_3_MALAYSIA-AIRLINES-REPORT.JPG7098341226277904822.jpg

Suche im Nirgendwo: Mit solchen Karten wurde über die mögliche Route der MH370 nachgedacht.

(Foto: REUTERS)

Das Gremium aus Piloten, Vertretern von Flugzeugherstellern und anderen Experten soll bestehende Lücken in der Überwachung in einigen Regionen schließen, etwa über den Ozeanen, in Afrika und Russland. Im Mai trat die Taskforce am Rande eines Treffens der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (Icao), einer Organisation der Vereinten Nationen, zum ersten Mal zusammen. Dabei werden die Fluglinien ermutigt, "bestehende Ausrüstung und Verfahren soweit wie möglich anzuwenden, um Flug-Tracking auszuweiten".

Hiatt kündigte an, dass eine Reihe von Optionen vorgeschlagen werde. "Eine Einheitslösung würde nicht allen passen", sagte er auf der Generalversammlung der Iata. Im September soll der Icao ein Entwurf vorgelegt werden, im Dezember sollen die Direktoren des Luftfahrtverbandes über die Maßnahmen beraten.

Echtzeitübertragung zu teuer

Iata-Chef Tony Tyler erklärte am Montag, der Schwerpunkt werde auf der Verfolgung von Flugzeugen liegen und nicht auf dem kostspieligen Streaming von Flugdaten. Nach Ansicht der Fluggesellschaften würde die teure Echtzeitübertragung höhere Ticketpreise nach sich ziehen. Die Airlines bezweifeln aber, das die Passagiere einsehen werden, dass sie letztlich den Nutzen aus dieser Dienstleistung ziehen würden.

Bislang werden die Daten und Gespräche im Cockpit über die sogenannte Blackbox aufgezeichnet. Diese sendet 30 Tage lang Signale. Bei einem Unglück können die Daten erst ausgewertet werden, wenn die Blackbox gefunden wird.

Piloten wollen die Kontrolle behalten

Täglich werden weltweit rund 120.000 Flüge durchgeführt, fast 200 Staaten sind in der Icao vertreten. Sicherheitsexperten betonen daher, dass die abschließende Lösung in unterschiedlichen Tracking-Systemen bestehen wird, je nach Flugroute, Gepflogenheiten und Flugzeugtypen.

Ein strittiger Punkt könnte sein, ob das Trackingsystem manipulationssicher sein soll. Ein System zur Datenübertragung an Bord von MH370 ist möglicherweise von Hand abgestellt worden. Flugzeugbauer sagen, dass sie ein sicheres System entwickeln könnten. Piloten behielten sich aber gerne die Möglichkeit vor, Apparate im Fall eines technischen Defekts ausschalten zu können, sagte Hiatt. "Es gibt einige unterschiedliche Optionen, die ausgelotet werden."

Quelle: n-tv.de, sla/DJ/dpa

Mehr zum Thema