Zugang zu neuen KundenAllianz lässt Pimco von der Leine
Die Vermögensverwaltung der Allianz soll unabhängiger von der Konzernmutter werden, um sich damit den Zugang zu mehr Kunden zu erschließen. Anleihenhändler Pimco ist künftig allein für den Vertrieb seiner Produkte und Fonds verantwortlich.
Die Allianz baut ihre florierende
Vermögensverwaltungssparte um. Allianz Global Investors (AGI) und der US-Staatsanleihenhändler
Pimco sollen ab 2012 unabhängiger als bisher operieren. Von
dem Schritt erhofft sich der Konzern, mehr Kunden gewinnen und deren unterschiedliche
Bedürfnisse besser abdecken zu können. Es gehe bei dem Schritt nicht um Kostensenkungen,
sagte ein Sprecher.
Die Allianz zieht etwa ein Viertel seines Gewinns aus der Vermögensverwaltung. Vor elf Jahren hatte Europas größter Versicherer den weltgrößten Anleihenhändler Pimco übernommen. Nun soll sich das Unternehmen von einem Spezialisten zu einem "breit aufgestellten Anbieter globaler, Assetklassen-übergreifender Investment-Lösungen" werden.
Die neue Struktur zieht
auch Personalveränderungen nach sich. Allianz-Vorstand Jay Ralph übernimmt zum Jahreswechsel
zusätzlich die Verantwortung für die Vermögensverwaltung, die viele Jahre Joachim
Faber innehatte, der in Rente geht. Anders als Faber wird Ralph weniger im operativen
Geschäft involviert sein und die Konzernsparte stattdessen als Chairman - eine Art
Aufsichtsratsvorsitzender - leiten. Operativ wird AGI künftig von Elizabeth Corley
geleitet, Pimco weiterhin von Mohamed El-Erian.
Beide Einheiten verfolgen
unterschiedliche Investmentansätze: Pimco richtet seine Anlageentscheidungen stärker
nach makroökonomischen Szenarien aus, von denen die Fondsmanager überzeugt sind.
Bei AGI und dem Aktienspezialisten RCM stehen dagegen einzelne Wertpapiere und deren
aktuelle Bewertung am Markt im Vordergrund der Analyse.