Wirtschaft

Kundenbindung mit eigener Lkw-Flotte? Amazon will frisches Gemüse anbieten

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Amazon-Logistikzentrum im brandenburgischen Brieselang.

(Foto: REUTERS)

Für Amazon ist Deutschland der zweitwichtigste Markt. Nun will sich der Onlinehändler in der Bundesrepublik auf neues Terrain begeben. Lukrativ erscheint dem Konzern dabei der Einstieg in den Lebensmittelmarkt.

Amazon erwägt in Deutschland den Einstieg ins Geschäft mit frischen Lebensmitteln. Das kündigte der hiesige Amazon-Chef Ralf Kleber an. Während der weltgrößte Onlinehändler bereits Hunderttausende nicht-verderbliche Lebensmittel im Sortiment hat, fehlen Salat, Backwaren und Fleisch noch im Angebot. Kleber gibt zu bedenken, dass der Verkauf von Lebensmitteln wegen der einzuhaltenden Kühlkette "kompliziert" ist und neue Logistikstrukturen verlangen würde.

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Erfahrungen sammelt der US-Konzern in diesem Bereich bereits in einigen Ballungsräumen in den USA wie am Stammsitz in Seattle sowie Los Angeles und sorgte damit weltweit für Furore und hektischer Betriebsamkeit bei traditionellen Handelsketten. "Wenn wir wollen, dass ein Kunde täglich einen Grund hat, mit uns in Interaktion zu treten, müssen wir Nahrungsmittel im Angebot haben und nicht nur Bücher und Schuhe", sagt Kleber, der vor seiner Zeit bei Amazon für Kaufhof und Escada tätig war. Allerdings müsse dem Kunden ein Mehrwert geboten werden. Nur ein weiterer Anbieter zu sein, reiche nicht.

"Wir glauben, dass wir das können", gibt sich der Manager zuversichtlich. Für ihn wäre der Einstieg ins Geschäft mit frischen Lebensmitteln auch ein Zeitpunkt, um den Aufbau eines eigenen Versandnetzes zu prüfen. Dann "wäre dies unter Umständen nötig", sagt der Manager, der seit 1999 für Amazon tätig ist. Derzeit arbeitet Amazon unter anderem mit DHL und UPS zusammen.

Kostenintensiver Expansionskurs

Deutschland ist für Amazon der zweitwichtigste Markt. Im vergangenen Jahr setzte der eBay-Konkurrent 6,8 Milliarden Euro hierzulande um - einen großen Teil davon im gerade anlaufenden Weihnachtsgeschäft. Detaillierte Angaben zu einzelnen Märkten macht Amazon traditionell nicht.

Kleber strebt in Deutschland weiteres Wachstum an. Auch die Zahl der Logistikzentren, die jüngst mit der Eröffnung des Lagers in Brieselang in Deutschland auf neun gestiegen ist, werde zunehmen - trotz der neuen Bauvorhaben in Polen und Tschechien.

Der Konzern, der einst als Buchhändler an den Start ging, wirbt heutzutage vor allem mit seiner Produktvielfalt. Dazu gehören längst eigene Elektronikartikel wie die Kindle-Familie aus elektronischen Lesegeräten und Tablets, mit denen Amazon Apple und Samsung Konkurrenz macht. Seit Jahren ist Amazon für seinen kostenintensiven Expansionskurs bekannt, der dem Unternehmen regelmäßig Quartalsverluste einbrockt.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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