Wirtschaft

Aussicht auf Sonderzahlung Anleger stürmen in Balda-Papiere

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(Foto: picture alliance / dpa)

Der ostwestfälische Kunststoffhersteller Balda sitzt nach dem Verkauf einer Tochter auf hohen Barreserven. Gut 88 Millionen Euro sollen nun den Aktionären zugute kommen. Die Anleger reißen sich daraufhin um den Titel.

Der Kunstoffhersteller Balda sogrt mit der Ankündigung einer Sonderdividende für einen Freudensprung seiner Aktie. Im frühen Geschäft steigt der Kurs des Papiers um mehr als 16 Prozent auf 4,75 Euro. "Die Ankündigung einer Sonderdividende wird als Startschuss verstanden, dass Balda jetzt etwas aktiv wegen seiner hohen, überschüssigen Liquidität unternimmt", sagt ein Aktienhändler. Dies sei langfristig sehr positiv.

Balda sitzt auf hohen Barmittelbeständen, nachdem die taiwanische Touchscreen-Tochter TPK verkauft wurde. Die Aktionäre sollen davon in Form einer Sonderdividende von 1,50 Euro je Aktie profitieren. Das entspricht einer Ausschüttungssumme von 88,3 Millionen Euro. Über das Vorhaben muss Ende Januar die Hauptversammlung befinden.

Großaktionär räumt auf

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Großaktionär Thomas van Aubel tauschte den Vorstand aus.

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Bei Balda war es zuletzt drunter und drüber gegangen. Nach mehreren Anläufen übernahm der neue Großaktionär Thomas van Aubel die Kontrolle im Aufsichtsrat und tauschte sogleich den kompletten Vorstand aus. Van Aubel war im Dezember des vergangenen Jahres als Aktionär bei Balda eingestiegen. Sein Interesse an dem Unternehmen bezeichnet er als strategisch. Über genaue Absichten äußerte er sich bisher aber nicht.

Seit Jahresbeginn ist die Balda-Aktie um 41 Prozent gestiegen. Ihr Hoch erreichte sie Anfang Oktober mit 5,28 Euro, wenige Tage bevor bekannt wurde, dass die Aufstellung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2012/2013 wegen Verzögerungen bei den Einzelabschlüssen der im Dezember 2012 erworbenen Beteiligungen noch nicht abgeschlossen ist.

Zudem trennte sich der neue Aufsichtratschef seinerzeit endgültig von dem zuvor bereits teilentmachteten Alleinvorstands Dominik Müser.

Umstellung des Geschäftsjahres

Balda hatte am Vorabend nach langen Verzögerungen endlich Zahlen für sein Geschäftsjahr 2012/13 vorgelegt. Demnach erreichte der Umsatz dank der Zukäufe im am 30. Juni beendeten Geschäftsjahr 59,9 Millionen Euro. Darin enthalten sind die Erlöse der seit 1. Januar 2013 konsolidierten US-Gesellschaften Balda C. Brewer und Balda HK Plastics.

Da Balda im vergangenen Jahr das Geschäftsjahr vom Kalenderjahr auf den Zeitraum vom 1. Juli bis zum 30. Juni umgestellt hatte, ist ein direkter Vergleich mit den Vorjahreszahlen nicht möglich. Im Rumpfgeschäftsjahr 2012 (Januar bis Juni) belief sich der Konzernumsatz auf 11,7 Millionen Euro.

Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) lag bei 4,1 Millionen Euro, nach Sondereinflüssen waren es 4,9 Millionen. Das Konzernergebnis erreichte bei 13,5 Millionen Euro. Im Rumpfgeschäftsjahr 2012 war hier ein EBITDA-Verlust von 2,6 Millionen Euro angefallen, das Ergebnis hatte bei 250,7 Millionen Euro gelegen.

Im laufenden Geschäftsjahr soll der Umsatz auf der aktuellen Portfoliobasis auf 70 Millionen bis 80 Millionen Euro steigen. Zudem strebt Balda eine EBITDA-Marge im einstelligen Prozentbereich und einen Konzerngewinn an. Das Unternehmen, dass unter anderem für den gesundheitsbereich produziert, beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit etwa 1000 Mitarbeiter.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ