Wirtschaft

Steve Jobs und die Strategie Apple gewährt Einblicke

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Begrüßt das Fachpublikum: Steve Jobs bei der WWDC 2011.

(Foto: AP)

Mit Produkten wie iPod, iPhone oder iPad bestimmt Apple seit Jahren Tempo und Richtung der Branche. Zur jährlichen Entwicklerkonferenz in San Francisco hoffen Analysten nun auf Hinweise zum nächsten Knaller der Kalifornier: der iCloud. Hier ist die Konkurrenz schon weiter.

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Zuständig für Marketing und die Präsentation: Phil Schiller.

(Foto: REUTERS)

Bei einem seiner mittlerweile sehr seltenen öffentlichen Auftritte hat der erkrankte Apple-Chef Steve Jobs den neuen Online-Speicherdienst "iCloud" des US-Konzerns enthüllt. Zum Auftakt der jährlichen Entwicklerkonferenz WWDC pries Jobs den Dienst als wegweisend für den künftigen Umgang mit Daten. Bei der Veranstaltung in San Francisco präsentierte Apple auch die neue Generation der Betriebssysteme für Mac-Computer und iPhones.

Die Vorstellung von "WWDC: Apple stellt Software vor " war mit Spannung erwartet worden. Der Dienst soll die digitale Musiksammlung, Fotos und andere Dokumente der Nutzer in der Datenwolke des Internets speichern und automatisch auf alle Ausgabegeräte wie Computer, Tablet-PCs oder internetfähige Handys übertragen. "Einige Menschen denken, die Datenwolke ist nur eine Festplatte", sagte Jobs. "Wir glauben, dass sie mehr ist." Der Apple-Chef sagte, er wolle "iCloud" zu einer Art "Drehscheibe" für die Datensammlung der Nutzer machen.

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Mit Spannung erwartet: Die "Wolke" von Apple.

(Foto: AP)

Hinter dem Dienst verbirgt sich die Idee des Cloud Computing, bei der Anwendungen und Daten nicht mehr an einen festen Rechner gebunden sind, sondern ins Internet ausgelagert werden. Zuvor hatten bereits die Apple-Konkurrenten Google und Amazon ähnliche Dienste für das Speichern von Musik vorgestellt. Auch existieren im Internet bereits Angebote wie Dropbox, die automatisch die im Netz abgelegten Dateien zwischen mehreren Computern synchronisieren können.

Neues Betriebssystem deutlich günstiger

Apples Marketing-Chef Phil Schiller führte unterdessen die achte Version des Mac-Betriebssystems OS X mit dem Namen Lion vor. Ab Juli sollen Nutzer die Version für 29,99 Dollar herunterladen können - ein deutlich günstigeres Preis als die 129 Dollar, die Apple für vorherige Upgrades verlangte. Zu den Neuerungen gehört unter anderem eine "Airdrop" genannte Funktion, bei der sich in der Nähe befindliche Mac-Nutzer gegenseitig Dateien über eine drahtlose Verbindung zuschieben können.

Anschließend enthüllte Apple-Manager Scott Forstall das neue Betriebssystem iOS 5 für iPhone und iPad. Seinen Angaben zufolge hat das Unternehmen insgesamt bislang mehr als 200 Millionen iOS-Geräte verkauft. Seit der Markteinführung des iPad gingen mehr als 25 Millionen Exemplare des Tablet-Computers über die Ladentheke. Weiterhin seien 15 Milliarden Songs beim Online-Musikladen iTunes gekauft worden.

Fast noch wichtiger als die Ankündigung von neuen Funktionen und Dienstleistungen ist für Anleger und Analysten die Anwesenheit des erkrankten . Zu Beginn wurde der Apple-Mitgründer, der derzeit eine Auszeit nimmt, von den mehr als 5000 Anwesenden mit Ovationen gefeiert. Er eröffnete die Konferenz, bevor er Marketing-Chef Phil Schiller das Feld überließ.

Jobs hatte sich im Januar gesundheitsbedingt zurückgezogen, zuletzt war er bei der Vorstellung des iPad 2 im März öffentlich aufgetreten. Die Gründe für die Auszeit des Apple-Gründers und deren Länge sind nicht bekannt. Bereits 2009 hatte sich Jobs fast sechs Monate von der Arbeit zurückgezogen, als er sich einer Lebertransplantation unterziehen musste. Im Jahr 2004 war Jobs wegen Bauchspeicheldrüsenkrebs operiert worden.

Quelle: n-tv.de, AFP/rts

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23.04.09