Wirtschaft

Heiter, kaum wolkig Aufschwung geht ins neunte Jahr

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Im Jahreswirtschaftsbericht zeichnet die Bundesregierung ein strahlendes Bild der deutschen Wirtschaft.

(Foto: picture alliance / Sebastian Kah)

Die neue Bundesregierung braucht in den kommenden Monaten nicht mit Störfeuern von der Konjunkturseite zu rechnen. Der Aufschwung steht auf festen Füßen. Der Arbeitsmarkt peilt den nächsten Rekord an. Größte Sorge ist die Besetzung offener Stellen.

Die nächste Bundesregierung kann nach Einschätzung ihrer Vorgängerin mit dem Rückenwind eines beschleunigten Wirtschaftswachstums die Arbeit aufnehmen. Das Kabinett setzte in seinem neuen Jahreswirtschaftsbericht die bisherige Prognose für 2018 um einen halben Punkt auf 2,4 Prozent herauf. "Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer sehr guten Verfassung", heißt es in dem Bericht.

"Es geht nach oben", sagte die amtierende Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries. Auch die Arbeitnehmer hätten am Aufschwung teil. Anders als manche Experten macht Zypries derzeit keine Überhitzungsgefahren aus, und auch die Euro-Stärke sieht sie gelassen. Vom deutschen Arbeitsmarkt und aus dem Einzelhandel kamen gleichfalls positive Signale. Allein der Fachkräftemangel lässt die Sorgenfalten von Regierung und Experten tiefer werden.

Damit geht Deutschland ins neunte Wachstumsjahr in Folge. Verbunden damit rechnet die Regierung auch mit einem weiteren Anstieg der Beschäftigtenzahl. Mit rund 490.000 neuen Stellen sollte Deutschland in diesem Jahr mit 44,8 Millionen Erwerbstätigen einen neuen Rekordwert erreichen.

Die Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt zur Jahresbeginn stützt die positiven Vorhersagen. Allerdings warnte der Chefökonom der staatlichen Förderbank KfW, Jörg Zeuner, der wachsende Fachkräfte-Engpass könnte dazu führen, dass der Konjunkturmotor überhitze. Zypries bezeichnete das Fachkräfteproblem als wachsende Herausforderung.

Zypries: Euro-Kurs handhabbar

Die Risiken für die positive Konjunkturentwicklung sind für die Bundesregierung offenbar überschaubar. Zwar bleibt die generelle Befürchtung, dass der wichtige Handelspartner USA neue Handelsbeschränkungen vornehmen könnte. Aus der Rede von Präsident Donald Trump zur Lage die Nation konnte Zypries aber nach eigenen Worten nichts herauslesen, was auf neue Hürden hinweise. Der zum US-Dollar zuletzt höhere Euro-Kurs, der den deutschen Export tendenziell schmälert, beunruhigt sie momentan kaum. "Das kann man verkraften", sagte sie.

Aus der Wirtschaft kamen allerdings warnende Stimmen. "Es ist grundfalsch, sich im neunten Aufschwungjahr von der weiterhin guten deutschen Wirtschaftsleistung blenden zu lassen", sagte der Präsident des Industrieverbandes BDI, Dieter Kempf. Dass in den Koalitionsverhandlungen Steuerreformpläne "links liegen" gelassen würden, sei inakzeptabel. Es sei alles andere als sicher, dass der Aufschwung in den kommenden Jahren so weitergehe.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts

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