Wirtschaft

Abwrackprämie reloaded? Autoindustrie berät sich mit EU

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Renault wartet mit Absatzeinbußen im 1. Quartal auf.

(Foto: REUTERS)

Der Großteil der europäischen Autoindustrie kämpft mit Überkapazitäten. Sparprogramme der Regierungen und die schwächelnde Konjunktur erschweren zudem den Absatz in Südeuropa. Erleichterungen erhofft sich die Branche von der EU-Kommission. Sie kann aber nicht direkt in die Automärkte der Mitgliedsstaaten eingreifen.

Die Autobranche hat im Ringen um europäische Hilfen beim Abbau ihrer Überkapazitäten einen Etappensieg errungen. Vertreter der EU-Kommission und der Mitgliedstaaten stellten in einem gemeinsamen Dokument mit der Industrie fest, dass die Branche wegen der Sparprogramme und der schwächelnden Konjunktur in weiten Teilen der Region unter erschwerten Bedingungen arbeitet.

Die unter dem Namen "Cars 21" beratende Gruppe plädiert deswegen für eine neue Herangehensweise, wie es in dem Reuters vorliegenden Papier heißt. Es sei nicht zu erwarten, dass die schuldengeplagten Staaten Europas wie vor einigen Jahren erneut Abwrackprämien zahlten, um den Absatz anzukurbeln.

VW bleibt die Ausnahme

Das Eingeständnis kann den Weg dafür öffnen, dass die EU-Kommission in die Bresche springt und der Branche Erleichterungen verschafft. Sie kann nicht direkt in die Automärkte der Mitgliedstaaten eingreifen, hat aber die Möglichkeit, die Regulierung der Branche zu lockern, die Zusammenarbeit bei technischen Investitionen zu erleichtern und Vorgaben für den Handel zu ändern. In all diesen Bereichen entstehen für die Hersteller Kosten. "Cars 21" wolle so viele Werke in Europa erhalten wie möglich, sagte ein Sprecher der nun wiederbelebten Gruppe.

Die Autoindustrie kämpft seit Monaten dafür, die Krise der Branche auf die politische Tagesordnung zu setzen. Die Vereinigung der europäischen Autobauer (ACEA) unter der Führung von Fiat-Chef Sergio Marchionne sieht die Europäische Kommission in der Pflicht, beim Abbau der Überkapazitäten zu helfen.

In Europa haben bis auf Volkswagen alle großen Autobauer im vergangenen Jahr Verluste geschrieben. Peugeot verzeichnete auch im 1. Quartal Umsatzeinbußen. Auch Renault kam nicht zu Potte: Der französische Autobauer verbuchte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Umsatzrückgang um 8,6 Prozent auf 9,54 Mrd. Euro. In der Automobilsparte sanken die Erlöse sogar um 9,6 Prozent auf 9,01 Mrd. Euro. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge sank um 7,9 Prozent auf rund 638.000. Auch Fiat und Opel kämpfen ebenfalls mit Überkapazitäten.

Quelle: ntv.de, rts

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