Wirtschaft

Kräftiger Gewinnschub im Blick BMW legt Gang ein

Der Münchener Autobauer will die Krise hinter sich lassen seine Führungsposition unter den sogenannten Premiumherstellern verteidigen. "Wir beanspruchen weiter den obersten Platz auf dem Siegerpodest", sagte BMW-Chef Norbert Reithofer auf der Bilanzpressekonferenz.

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"2010 kehren wir auf den Pfad der langfristigen Profitabilität zurück, so Vorstandschef Reithofer.

(Foto: picture alliance / dpa)

Nach den Einbrüchen im vergangenen Jahr will der Autobauer BMW 2010 die Krise hinter sich lassen und den Gewinn kräftig steigern. Das Konzernergebnis vor Steuern werde 2010 deutlich über dem Niveau des Vorjahres von 413 Mio. Euro liegen, kündigte Vorstandschef Norbert Reithofer in München an. Der Absatz soll "im soliden einstelligen Prozentbereich" auf über 1,3 Mio. Fahrzeuge der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce steigen, präzisierte er. Dazu sollen neue Modelle wie die Business-Limousine 5er oder der Mini-Geländewagen beitragen. Auch die Kostensenkungen der Vergangenheit sollen sich auszahlen. 2011 will BMW den Gewinn weiter steigern.

"2010 kehren wir auf den Pfad der langfristigen Profitabilität zurück", sagte der Vorstandschef. Finanzchef Friedrich Eichiner bekräftigte aber, das erste Quartal werde nicht stark ausfallen.

Hoffnungen setzen die Münchner vor allem auf den neuen 5er, der im März auf den Markt kommt. Er werde nahezu ein Fünftel des Absatzes der Marke BMW ausmachen, sagte Reithofer. 2009 wurden rund 1,1 Mio. Fahrzeuge mit dem weißblauen Emblem verkauft. Damit lagen die Münchner vor Mercedes mit fast 975.000 Autos und Audi mit knapp 950.000 Fahrzeugen. Bei BMW sollen auch der kleine Geländewagen X1 und der 5er Gran Turismo, die seit Ende 2009 in den Verkaufsräumen stehen, für Zuwächse sorgen. Zudem gibt es überarbeitete Versionen des 3er Coupes und Cabrios sowie des X5.

2020 führender Premium-Hersteller

BMW werde 2010 "einen sichtbaren Schritt" auf die für 2012 gesteckten Profitabilitätsziele zu machen, sagte Reithofer. In zwei Jahren soll das Autosegment eine Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) von acht bis zehn Prozent erzielen. 2009 schrieb die Sparte operativ einen Verlust von 265 Mio. Euro. Damit schnitten die Münchner zwar besser ab als die Mercedes-Gruppe, die ein Minus von 500 Mio. Euro verbuchte, aber schlechter als der Ingolstädter Rivale Audi, der ein Betriebsergebnis von 1,6 Mrd. Euro aufwies und eine operative Marge von 5,4 Prozent. Reithofer sagte, 2010 werde die Rendite in der Autosparte im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegen.

Durch die strategische Neuausrichtung seit 2007 und das Krisenmanagement 2009 habe der Konzern die Kosten verringert, die Effizienz gesteigert, etwa durch die Verwendung von sogenannten Baukästen für mehrere Modellreihen, und zudem in neue Modelle, Standorte und Antriebstechnologien investiert. "Wir haben die Krise als Chance verstanden und genutzt", sagte der Vorstandschef. Dies soll sich langfristig auszahlen: "Im Jahr 2020 werden wir der führende Anbieter von Premium-Produkten und Premium-Dienstleistungen für individuelle Mobilität sein." Audi hat sich dieses Ziel für 2015 gesetzt.

Beim BMW-Konzern schrumpften die Verkaufszahlen 2009 um zehn Prozent auf 1,29 Mio. Autos, der Umsatz sackte um fünf Prozent auf knapp 51 Mrd. Euro ab. Der Nettogewinn brach um 36 Prozent auf 210 Mio. Euro ein. Die Mitarbeiter sollen auch für 2009 keinen Bonus erhalten, wie ein Sprecher sagte.

Quelle: ntv.de, rts