Wirtschaft

Milliardenverlust in Kauf genommen? Bad Bank der HRE droht neuer Ärger

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Hat die Bad Bank der Hypo Real Estate 2,56 Milliarden Euro Verlust in Kauf genommen?

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Hat die Bad Bank der Hypo Real Estate griechische Staatsanleihen absichtlich unter Wert verkauft? Hat sie dadurch Milliardenkosten für den Steuerzahler verursacht? Die Staatsanwaltschaft München ermittelt wegen des Verdachts der Untreue.

Die Bad Bank der verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) ist nach Vorwürfen im Zusammenhang mit ihrem Vorgehen bei Griechenland-Anleihen ins Visier der Staatsanwaltschaft München geraten. Bereits im September sei "von Amts wegen" ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue gegen die Verantwortlichen der FMS Wertmanagement (FMSW) eingeleitet worden, erklärte die Behörde und bestätigte damit einen Bericht der "Zeit".

Dabei gehe es um die Frage, ob ein Schaden dadurch entstanden sei, dass das Unternehmen als Nachfolger der HRE griechische Staatsanleihen mit einem zu niedrigen Erlös veräußert habe, oder ob es sich um eine straflose unternehmerische Entscheidung handele, erläuterte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Dazu seien auch Strafanzeigen eingegangen.

Die staatliche Abwicklungsbank FMSW bezeichnete den Verdacht als haltlos. Hintergrund ist nach Darstellung der "Zeit" und der FMSW der international vereinbarte Schuldenerlass für Griechenland im Jahr 2012. Damals hatte die FMSW, die die Altlasten der Hypo Real Estate abwickelt, griechische Staatsanleihen mit Verlust an der Börse verkauft oder zum Umtausch eingereicht. Ähnlich gingen auch andere Gläubiger vor.

Verluste von 2,56 Milliarden Euro vermeidbar?

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hatte jedoch im September berichtet, die FMSW habe unnötig hohe Zugeständnisse gemacht. Sie hätte Verluste von 2,56 Milliarden Euro für den deutschen Steuerzahler vermeiden können, hieß es in dem Bericht. Die Staatsanwaltschaft nahm anschließend Ermittlungen auf. Parallel erhielt sie nach eigenen Angaben mehrere Anzeigen.

"Die FMS Wertmanagement hat von sich aus Kontakt zur Staatsanwaltschaft aufgenommen, nachdem der Anzeigensteller seine Strafanzeige im Internet veröffentlicht hatte", erklärte ein Sprecher der FMS. Die Bank werde mit den Ermittlern uneingeschränkt kooperieren und ihnen eine Stellungnahme zuleiten. "Daraus wird sich ergeben, dass die in der Strafanzeige aufgestellten Behauptungen unrichtig sind und jeder Tatsachengrundlage entbehren." FMS-Chef Christian Bluhm habe bereits im Gespräch mit Bundestagsabgeordneten die Vorwürfe ausgeräumt. Den Politikern hatte Bluhm im Finanzmarktgremium des Parlaments über die Sache berichtet.

Quelle: n-tv.de, bdk/dpa/rts

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