Wirtschaft

Licht an im Spekulantenkeller Bafin bremst Leerverkäufer

Die deutschen Finanzaufseher wollen dem ungezügelten Treiben an den Finanzmärkten nicht tatenlos zusehen: Um riskante Spekulationen mit deutschen Finanztitel künftig zu unterbinden, zieht die BaFin eng gesteckte Meldeschwellen ein.

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(Foto: REUTERS)

Leerverkäufe von Finanzaktien unterliegen künftig schärferen Richtlinien der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Marktteilnehmer müssen der Behörde ab dem 25. März Leerverkaufspositionen in bestimmten Finanztiteln ab einer Schwelle von 0,2 Prozent mitteilen, kündigte die deutsche Finanzaufsicht an. Ab einer Schwelle von 0,5 Prozent müssen die Positionen veröffentlicht werden.

Die neue Regel gelte zunächst bis zum 31. Januar 2011. Die Vorschrift sei notwendig geworden, um im Bedarfsfall frühzeitig gezielt gegen Leerverkäufe vorzugehen, erklärte die BaFin.

Die Regel gilt den vorliegenden Angaben zufolge für folgende Aktien:

  • Aareal Bank
  • Allianz
  • Commerzbank
  • Deutsche Bank
  • Deutsche Börse
  • Deutsche Postbank
  • Generali Deutschland
  • Hannover Rück
  • MLP
  • Münchener Rück

Das "Transparenzsystem für Netto-Leerverkaufspositionen" erfasst neben gedeckten und ungedeckten Leerverkäufen in den genannten Aktien laut Bafin-Mitteilung auch andere Positionen "aus börslich oder außerbörslich gehandelten Finanzinstrumenten, welche im Ergebnis einer Leerverkaufsposition in Aktien entsprechen (z.B. Verkauf von Futures, Kauf von Verkaufsoptionen, Contracts for Difference, unabhängig davon, ob eine physische Belieferung oder ein Barausgleich erfolgt)".

Mitteilungs- und veröffentlichungspflichtig sind den vorliegenden Angaben zufolge die jeweiligen Inhaber der Positionen. Ausnahmeregelungen bestünden für "Market Maker, soweit das Geschäft zur Erfüllung ihrer vertraglichen Pflichten erforderlich ist."

Bei Leerverkäufen setzen Investoren auf fallende Kurse von Firmen oder Währungen. Sie leihen sich Aktien von anderen Anlegern, verkaufen diese Papiere und versuchen, sich anschließend billiger wieder einzudecken.

Bei ungedeckten Leerverkäufen haben sich die Investoren noch nicht einmal die Papiere geliehen, was ihr Risiko weiter erhöht. Diese Geschäfte können den Abwärtstrend einer Aktie drastisch beschleunigen.

Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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