Wirtschaft

Banken erwartet Sonderprüfung Bafin zückt die Bonus-Lupe

Die Bankenaufsicht will großen Finanzhäusern bei Bonuszahlungen stärker auf die Finger schauen. Das große Geld für den schnellen Erfolg ist für die Finanzhäuser als Lehre aus der Finanzkrise untersagt. Weil die Aufseher jedoch offenkundig daran zweifeln, wie ernst die Banken die Regeln nehmen, rücken nun die Boni-Prüfer aus. Die Deutsche Bank geht vorsorglich in die Offensive.

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Die Finanzaufsicht Bafin nimmt die Gehälter und Boni der deutschen Banker unter die Lupe. Etwa zwei Dutzend Geldhäuser müssten mit einer Sonderprüfung der Fixgehälter und Leistungsprämien für ihre Banker rechnen, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS). "Es ist wichtig, dass wir prüfen, wie die Banken den neuen Vorschriften für Vergütungssysteme nachkommen", sagte Raimund Röseler, Exekutiv-Direktor für Bankenaufsicht bei der Bafin, dem Blatt.

Seit 2010 gelten strengere Vorschriften für die Zahlung von Boni. Demnach ist die Höhe von Bonuszahlungen zwar nicht gedeckelt, jedoch muss sich die Vergütung am langfristigen Erfolg eines Unternehmens orientieren und angemessen und transparent geregelt sein. Die Ausrichtung der Prämien an kurzfristigen Zielen gilt als eine der Ursachen der schwersten Finanzkrise der Nachkriegsgeschichte.

Unter den deutschen Kreditinstituten zahlt die Deutsche Bank in der Regel die höchsten Boni. Diese sollen beim Branchenprimus nach einem Bericht des "Spiegel" deutlich niedriger ausfallen. Vor allem Investmentbanker der Deutschen Bank müssten sich darauf einstellen, dass der variable Anteil ihrer Vergütung im Schnitt um 15 bis 20 Prozent kleiner ausfällt. Aber auch im Privatkundengeschäft sollen die Boni gekürzt werden - wenn auch weniger stark. "Der Bonustopf wird kleiner, die fetten Jahre sind vorbei", hieß es dem Magazin zufolge in Arbeitnehmerkreisen. Die Deutsche Bank lehnte einen Kommentar dazu ab. Die neuen Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen hatten jüngst gewarnt, dass Sonderposten wie Neubewertungen von Portfolien den Jahresgewinn drücken werden. Das Geldhaus fährt einen straffen Sparkurs und baut rund 2000 Arbeitsplätze, vorwiegend im Investmentbanking, ab.

Großbanken im Visier

Bei der Vergütungsstruktur 2012 sollen zudem bereits erste Empfehlungen der von der Deutschen Bank im Oktober eigens ins Leben gerufenen externen Expertenkommission enthalten sein. "Da können Sie sicher sein", sagte der frühere BASF-Chef Jürgen Hambrecht, der dem fünfköpfigen Gremium vorsteht, der FAS. "Wir werden empfehlen, was wir für richtig halten. Da schreibt uns die Deutsche Bank nichts vor", sagte er. Die Arbeit der externen Kommission, die die Bonuskultur von Deutschlands größtem Geldhaus überprüfen soll, endet im März. Allerdings sind die Empfehlungen des Gremiums, dem auch der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel angehört, für die Deutsche Bank nicht verbindlich.

Die Bafin will der "FAS" zufolge vor allem die Entlohnungsstrukturen der gut 20 Banken kontrollieren, die von der Aufsicht als "bedeutsam" geführt werden. Das sind Kreditinstitute mit einer Bilanzsumme von mehr als zehn Mrd. Euro und einem besonders umfangreichen, komplexen oder internationalen Geschäft. Diese müssen beispielsweise die Mitarbeiter identifizieren, die besonders riskante Geschäfte abwickeln. Für die Leistungsprämien dieser Gruppe gelten strengere Anforderungen. Entdecken die Prüfer Rechtsverstöße, dann müssen die Institute diese umgehend beheben - ansonsten drohen Bußgelder.

Quelle: n-tv.de, nne/rts

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