Wirtschaft
Bank of America kommt ihr Fehlverhalten vor der Finanzkrise offenbar teuer zu stehen.
Bank of America kommt ihr Fehlverhalten vor der Finanzkrise offenbar teuer zu stehen.(Foto: picture alliance / dpa)
Montag, 21. Oktober 2013

Aufarbeitung der Finanzkrise: Bank of America büßt für Milliarden-Betrug

2011 verklagte eine US-Behörde nahezu alle internationalen Großbanken wegen Betrugs mit Hypothekenpapieren. Nun hagelt es Strafen: Die Bank of America muss wohl über sechs Milliarden Dollar berappen. Nur bei JP Morgan dürfte die Strafe noch höher ausfallen.

Auch der Bank of America (BofA) kommt der massenweise Verkauf minderwertiger Hypotheken vor der Finanzkrise offenbar teuer zu stehen. Das zweitgrößte US-Geldhaus müsse mehr als sechs Milliarden Dollar zahlen, um einen Rechtsstreit mit der US-Immobilienbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) beizulegen, berichtet die "Financial Times" (FT) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Behörde fordert den Schadenersatz im Namen der beiden Finanzierer Freddie Mac und Fannie Mae, die 2008 vom Staat mit Milliarden gerettet wurden, nachdem sie an Verlusten aus faulen Hypothekenkrediten zusammenzubrechen drohte. Bei der Behörde und Bank of America war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Ganz ausgestanden wäre die Angelegenheit auch nach der Einigung mit der FHFA nicht: Auch die US-Regierung hat im vergangenen Jahr eine Betrugsklage gegen Bank of America eingereicht.

Nur JP Morgan zahlt noch mehr

Die FHFA hatte im Jahr 2011 neben Bank of America nahezu alle internationalen Großbanken wegen Betrugs auf dem Immobilienmarkt vor der Finanzkrise verklagt, darunter auch die Deutsche Bank. Inzwischen hat sich die Behörde in drei der 18 Klagen mit Banken auf Vergleichszahlungen geeinigt. Zuletzt zahlte die UBS im Juli 885 Mio. Dollar. Davor hatten sich bereits General Electric und Citigroup mit der FHFA geeinigt. Der Inhalt der Vereinbarung und insbesondere die Höhe einer möglichen Strafzahlung blieben allerdings geheim.

Als zweitgrößte US-Bank gilt Bank of America als besonders betroffen von den Betrugsvorwürfen, da sie vor der Finanzkrise einer der größten Verkäufer von Hypotheken an die staatlichen Finanzierer Fannie Mae und Freddie Mac war. Zudem hat das Institut in der Finanzkrise die Investmentbank Merrill Lynch und den Hypothekenfinanzierer Countrywide gekauft, die ebenfalls schwer im Hypothekengeschäft engagiert waren, und muss nun auch für deren Vergehen haften.

Die größte US-Bank JPMorgan hat sich einem Insider zufolge mit der FHFA am Freitag auf eine Strafe von vier Milliarden Dollar vorläufig geeinigt. Insgesamt muss JPMorgan wohl wegen dubioser Hypothekengeschäfte mit einer Rekordstrafe von 13 Milliarden Dollar büßen - auch hier hatte das Justizministerium zusätzlich Klage eingereicht.

Quelle: n-tv.de