Wirtschaft

Es klemmt ein bisschen Banken geben weniger Kredit

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Die Kreditvergabe der Banken in den Euro-Ländern schwächt sich weiter ab. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) mitteilte, fiel die Summe der an Firmen und Haushalte ausgereichten Darlehen im Oktober um 0,8 Prozent. Im September hatte das Minus 0,3 Prozent betragen. Analysten hatten für den Oktober mit einem Rückgang von 0,5 Prozent gerechnet. Von einer breiten Kreditklemme könne jedoch nach wie vor keine Rede sein, erklärten Experten.

Grund für die von Monat zu Monat nachlassende Kreditdynamik sei in erster Linie eine niedrigere Nachfrage der Firmen nach Krediten wegen der schweren Rezession. Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus & Burkhardt räumte jedoch ein, dass auch die Banken ihr Angebot verknappt hätten. "Richtig zum Problem werden könnte das, wenn der beginnende Aufschwung dadurch gedämpft würde." Torge Middendorf von der WestLB wird noch deutlicher: "Es gibt leichte Anzeichen für eine Kreditklemme."

Währungshüter suchen Lösung

Capital Economics-Analyst Ben May erwartet deshalb, dass sich die EZB mit einem Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes Zeit lassen wird. "Alles zusammengenommen ist das eine Warnung an die EZB, ihre recht großzügige Liquiditätsversorgung nicht allzu hastig wieder zurückzunehmen." Die Zentralbank hat ihre Geldschleusen im Laufe der Krise immer weiter geöffnet. Sie stellt den Banken seit mehr als einem Jahr so viel Geld zur Verfügung, wie diese bei ihr abrufen.

Derzeit diskutieren die Frankfurter Währungshüter intensiv darüber, ab wann und in welchem Tempo sie ihre Unterstützung für das Finanzsystem wieder zurückfahren sollen. Bei der kommende Woche anstehenden Sitzung des EZB-Rats soll zu diesen Fragen eine Grundsatzentscheidung fallen. Analysten erwarten eine schrittweise Rücknahme der Liquiditätshilfen, jedoch noch für längere Zeit keine Erhöhung des Leitzinses.

Das Wachstum der für die Zinspolitik der EZB wichtigen Geldmenge M3 ging im Oktober weiter zurück. Das Plus lag nur noch bei 0,3 Prozent nach 1,8 Prozent im September. Analysten hatten ein Plus von 0,8 Prozent erwartet. Im gleitenden Dreimonatsdurchschnitt (August bis Oktober) wuchs M3 mit einer Jahresrate von 1,6 Prozent. M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen bis zu zwei Jahren Laufzeit.

Quelle: ntv.de, rts