Wirtschaft

BoJ beschwichtigt Bankenpleite in Japan

Die Incubator Bank of Japan meldet Gläubigerschutz an. Das Institut war bereits Anfang des Jahres ins Visier der Ermittler geraten, weil es Überprüfungen durch die Regierung behindert haben soll. Es ist die erste Pleite einer Bank in Japan seit sieben Jahren.

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Der Präsident der Incubator Bank of Japan, Haruki Kohata.

(Foto: REUTERS)

In Japan ist eine kleine Bank, die auf Kredite für Kleinunternehmen spezialisiert ist, zusammengebrochen. Die Incubator Bank of Japan (IBJ) meldete bei der Finanzaufsicht Gläubigerschutz an. Es ist die erste Bankenpleite seit sieben Jahren.

Das Institut war Anfang des Jahres ins Visier der Ermittler geraten, weil es Überprüfungen durch die Regierung behindert haben soll. Die Insolvenz könnte dazu führen, dass erstmals eine 1971 eingeführte Einlagensicherung der staatlichen Finanzaufsicht zum Greifen kommt.

Die Zentralbank des Landes beeilte sich, darauf hinzuweisen, dass der Fall nicht das Bankensystem des Landes beeinträchtigen werde. Die Aufsichtsbehörde wies die Bank an, zum Schutz der Anleger alle Geschäfte bis Sonntag einzustellen. Bereits im Mai war das Institut angewiesen worden, für einen begrenzten Zeitraum Teile des Betriebs auszusetzen.

Kaum Auswirkungen

Der Bankrott sei "sehr bedauerlich", sagte der Minister für Finanzdienstleistungen, Shozaburo Jimi. Wirtschaftsminister Satoshi Arai erklärte, die Pleite werde aber nur "minimale Auswirkungen" auf die Stabilität des japanischen Finanzsystems haben. Die Bank  hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr zu Ende März einen Verlust von 5,1 Mrd. Yen (480 Mio. Euro) gemacht.

Kunden der Bank bekommen höchstens zehn Mio. Yen (93.500 Euro) ihrer Einlagen zurück, wie die japanische Finanzaufsicht  verfügte. Die Obergrenze war nach der Jahrtausendwende nach einer Reihe von Bankenpleiten in Japan eingeführt worden.

Die Incubator Bank war 2004 von einem früheren Mitarbeiter der Zentralbank, Takeshi Kimura, gegründet worden.

Quelle: ntv.de, dpa