Wirtschaft

Schwacher Start ins Jahr Baywa spürt noch den Winter

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"Die Erwartungen bleiben weiter positiv."

(Foto: picture alliance / dpa)

Später Schnee auf den Feldern kann den Aktionäre eines Landwirtschaftzulieferers keinesfalls gefallen: Der Münchner Agrarhändler Baywa bekommt die ungewöhnlich späte Aussaat in diesem Jahr kräftig zu spüren.

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Der lange Winter hinterlässt Spuren in der Bilanz des Agrarhandelskonzerns Baywa. Ganz anders als im Vorjahr schrieben die Münchner im ersten Quartal einen operativen Verlust (Ebit) von 7,4 Mio. Euro. Im Vergleichszeitraum aus dem Vorjahr hatte der Agrarspezialist noch einen Betriebsgewinn von 6,7 Mio. Euro verbuchen können.

Der Nettoverlust bewegte sich auf dem Niveau des Vorjahres bei gut 10 Mio. Euro. Aufgrund des saisonalen Geschäfts schreibt die Baywa in der Regel zu Jahresbeginn rote Zahlen.

Der Umsatz legte im ersten Quartal 2013 im Jahresvergleich um zwei Drittel auf 3,7 Mrd. Euro zu, wie das im Nebenwerteindex MDax gelistete Unternehmen mitteilte. Grund für den starken Anstieg waren nicht etwa besonders lebhafte Geschäfte: Baywa hatte im Berichtszeitraum mehrere Getreidehändler übernommen, was den Umsatz kräftig anschwellen ließ.

Anlaufstelle im Agrarsektor

Trotz schleppender Geschäfte mit Düngemitteln, Traktoren, Diesel und Baustoffen rechnet Baywa-Chef Klaus Josef Lutz weiterhin mit einem operativen Ergebnis (Ebitda) von 350 Mio. Euro, im ersten Quartal hatte der Wert 21,5 Mio. Euro betragen.

"Die ersten drei Monate haben wegen des saisontypischen Geschäftsverlaufs bei der Baywa und der witterungsbedingten Marktschwankungen nur eingeschränkte Aussagekraft für das Jahresergebnis", heißt es im Quartalsbericht. "Vielmehr sprechen die positiven Marktvorgaben sowie die zunehmende Integration der neuen Gesellschaften für eine gute Basis, um Umsatz und Ergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich zu steigern."

Die Stimmung bei den Bauern sei nach wie vor gut, erklärte der Händler. In der Branche wird mit mäßigen Erntemengen gerechnet, was in der Regel zu einträglichen Preise führt. Für das Gesamtjahr bleibt Lutz zuversichtlich. "Die Erwartungen für das Geschäftsjahr bleiben weiter positiv", betonte Lutz. Das Management sei optimistisch, die gesteckten Jahresziele zu erreichen.

Traditionell schwach

An der Börse kam der Zwischenbericht des Agrarhändlers gut an: Ein Analyst sprach mit Blick auf die Baywa-Zahlen von einem recht guten Ergebnis. Das erste Quartal sei aber traditionell das schwächste und volatilste des Agrarhändlers und daher wenig aussagekräftig mit Blick auf den Rest des Geschäftsjahres, meinte der Experte.

Positiv hob er hervor, dass der Baywa-Konzern den Ausblick für alle drei Sparten bestätigt habe. Im Frühhandel gab der Kurs um 0,7 Prozent nach.

Mit dem Ende vergangener Woche aufgeflogenen Kartoffel-Kartell hat die Baywa nichts zu tun, sie ist traditionell im Erdäpfel-Handel nicht aktiv.

Quelle: n-tv.de, mmo/rts

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