Wirtschaft

Nach 47 Jahren ist Schluss Benetton geht in Rente

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Benettons Werbung erfüllt ihren Zweck: Sie sorgt für Aufmerksamkeit.

(Foto: Reuters)

Eine italienische Unternehmer-Legende zieht sich zurück: Luciano Benetton tritt die Leitung des Mode- und Bekleidungskonzerns an seinen Sohn Alessandro ab. Der habe gezeigt, dass auch er es kann.

Nach 47 Jahren gibt Firmengründer und Präsident Luciano Benetton die Leitung des italienischen Modeunternehmens an seinen Sohn Alessandro ab. An diesem Dienstag werde er alle Ämter des Unternehmens in Ponzano bei Venedig niederlegen, das er zusammen mit seinen drei Geschwistern einst gegründet habe, sagte der 76-jährige dem Mailänder "Corriere della Sera".

Sein 48 Jahre alter Sohn Alessandro ist Vize-Präsident der Benetton-Gruppe mit ihren etwa 6500 Geschäften in 120 Ländern und einem Umsatz von mehr als zwei Mrd. Euro. 1965 gegründet, ist das Unternehmen auch für seine ausgefallenen und teils provozierenden Werbekampagnen bekannt. Zum Wechsel meinte Luciano Benetton, für den Unternehmer bleibe die Herausforderung doch immer gleich: "Er muss aktiv sein, sich etwas ausdenken, innovativ sein", meinte er.

Umstrittene Werbung

Sein Sohn habe gezeigt, dass er das könne, machte der Unternehmer in dem Interview deutlich: "Er wird vor allem Leidenschaft brauchen", habe aber als Vize-Präsident der Gruppe bereits bewiesen, dass er darüber verfüge, so Luciano Benetton optimistisch. Man müsse in sein Metier verliebt sein und dann den Willen entwickeln, Herausforderungen anzunehmen und zu lernen. Das sei etwas, das Italien derzeit fehle, meinte der scheidende Präsident kritisch, "der Wille zu wachsen und die Welt zu überraschen".

Seine Marken, allen voran das weltweit wohl bekannteste "United Colors of Benetton" und seine umstrittenen PR-Kampagnen zeichnen das Unternehmen aus. Aids, Krieg und Rassismus waren aufsehenerregende Werbethemen des norditalienischen Modekonzerns, entwickelt zusammen mit dem Fotografen Oliviero Toscani. Erst 2011 musste Benetton nach Protesten des Vatikans eine neue Fotomontage zurücknehmen, die einen Kuss zwischen Papst Benedikt XVI. und einem Imam zeigte.

Neben Mode, Bekleidung und Accessoires war Benetton bis zum Jahr 2000 auch mit einem eigenen Rennstall in der Formel 1 aktiv.

Quelle: n-tv.de, jga/dpa

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