Wirtschaft

Wirtschaftskrise bremst Bertelsmann bleibt vorsichtig

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(Foto: picture alliance / dpa)

Der Medienkonzern Bertelsmann blickt angesichts der Wirtschaftskrise in Europa und seines teuren Konzernumbaus verhalten auf das laufende Jahr. Das Geschäft ohne Berücksichtigung von Zu- und Verkäufen werde stabil bis leicht rückläufig sein, kündigt das Management an.

Der Medienkonzern Bertelsmann bleibt mit Blick auf das Geschäft im laufenden Jahr vorsichtig. Angesichts eines nur geringen gesamtwirtschaftlichen Wachstums im Euroraum, eines normalisierten Geschäftsverlaufs bei Random House und höherer Investitionen in den Konzernumbau rechnet das Unternehmen mit einer stabilen bis leicht rückläufigen Geschäftsentwicklung.

Vorstandsvorsitzender Thomas Rabe sieht das aber allenfalls als Delle: "Bertelsmann wird in den nächsten Jahren signifikant wachsen," sagte der Manager bei der Vorlage der Jahreszahlen für 2012. Im abgelaufenen Jahr steigerte Bertelsmann den Umsatz um 4,5 Prozent auf 16,1 Mrd. Euro, während das operative Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten und bereinigt um Sondereinflüsse mit 1,74 Mrd. Euro leicht unter dem Niveau von 2011 blieb. Nach Steuern und Minderheitsanteilen verdiente Bertelsmann 484 Mio. Euro, etwas mehr als die 465 Mio. Euro im Jahr zuvor.

Das im Familienbesitz befindliche Unternehmen, das im Mediensektor weltweit zu den größten gehört, hat in den vergangenen Monaten zahlreiche Weichenstellungen für die Neuausrichtung des Geschäfts vorgenommen. So soll das Buchverlagsgeschäft von Random House mit der Penguin Group von Pearson in einem Gemeinschaftsunternehmen zusammengeführt werden, an dem Bertelsmann aber mit 53 Prozent die Mehrheit und auch die Kontrolle bekommen soll. Random House war dank des Bestsellers "50 Shades of Grey" ein Wachstumstreiber für Bertelsmann im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Anfang des Monats kaufte Bertelsmann zudem den Anteil des Finanzinvestors KKR am Musikrechtegeschäft BMG für geschätzte 800 Mio. Euro zurück. Damit wird Bertelsmann wieder eine Größe im Musikgeschäft.

Die Beteiligung an der RTL Group, Europas größter Fernseh-Senderkette, will das Unternehmen aus Gütersloh dagegen auf 75 von derzeit rund 92 Prozent reduzieren, was deutlich mehr als 1 Mrd. Euro in die Kassen spülen wird. Rabe will das Geld für weitere Zukäufe nutzen, um insbesondere die Digitalisierung zu stärken und in Wachstumsregionen wie Asien und Lateinamerika zu investieren.

Quelle: ntv.de, jga/rts