Wirtschaft

Fernsehtochter glänzt Bertelsmann trotzt Umsatzminus

Bertelsmann-Zentrale in Gütersloh.

Bertelsmann-Zentrale in Gütersloh.

(Foto: picture alliance / dpa)

Europas größter Medienkonzern schafft es, bei geringeren Erlösen mehr zu verdienen. Vor allem die RTL-Gruppe und der Buchverlag Random House liefern. Probleme bereitet dagegen die Dienstleistungssparte.

Europas größter Medienkonzern Bertelsmann hat im ersten Halbjahr trotz gesunkener Erlöse mehr verdient. Der auf die Anteilseigner entfallende Überschuss kletterte binnen Jahresfrist um elf Prozent auf 306 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Operativ steigerte Bertelsmann sein Ergebnis im fortgeführten Geschäft auf von 730 Millionen auf 7 68 Millionen Euro. Dazu trugen vor allem die Fernsehtochter RTL Group und der Buchverlag Random House bei, der nach Ablauf des ersten Halbjahrs mit der Pearson-Tochter Penguin zum Weltmarktführer fusioniert wurde.

Bertelsmann, das im zweiten Halbjahr das neu gegründete Verlags-Joint-Venture Penguin Random House voll konsolidieren wird, geht im Gesamtjahr wegen der daraus resultierenden Effekte dann auch weiterhin von steigenden Umsätzen und operativen Ergebnissen aus. Organisch sieht das Bild wegen der schwachen Konjunktur in weiten Teilen Europas allerdings weniger rosig aus: Hier wird mit stagnierenden bis leicht rückläufigen Resultaten gerechnet, wobei die Marge aber weiterhin zweistellig sein soll.

Sparsame Senderkette

Zwischen Januar und Ende Juni erlöste Bertelsmann mit 7,4 Milliarden Euro rund zwei Prozent weniger. Demgegenüber stieg das Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 711 Millionen auf 812 Millionen Euro. Insgesamt investierte der Konzern in den ersten sechs Monaten einschließlich übernommener Finanzschulden rund 1,6 Milliarden Euro, um das Kerngeschäft zu stärken, digitaler zu werden und in stark wachsenden Geschäftsfeldern und Regionen mitzuverdienen.

Die RTL Group mit unter anderem den TV-Sendern RTL, RTL II und n-tv, an der Bertelsmann mit 76,4 Prozent beteiligt ist, hatte bereits in de r vergangenen Woche ihre Ergebnisse vorgelegt, die wegen der schwachen Konjunktur in weiten Teilen Europas von einem 1,3-prozentigen Umsatzrückgang gekennzeichnet waren. Gleichzeitig steigerte die größte europäische Senderkette ihr operatives Ergebnis um rund neun Prozent, weil sparsam gewirtschaftet wurde. Letztlich lieferte die Tochter rund ein Drittel der Umsätze und zwei Drittel der Gewinne.

Ein ähnliches Bild zeigte sich in der Verlagssparte Random House. Hier sank der Umsatz von 947 Millionen auf 915 Millionen Euro. Im Vorjahr ließ insbesondere die Sado-Maso-Trilogie "Fifty Shades" die Kasse klingeln. Demgegenüber stieg das operative Ergebnis leicht um 4 Millionen auf 117 Millionen Euro.

Drucksparte bleibt Sorgenkind

Die Zeitschriften-Sparte Gruner + Jahr vermeldete ein positives Anzeigengeschäft in Deutschland und Frankreich bei eine Milliarde Euro Umsatz, 100 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Das operative Ergebnis konnte indes leicht um 1 Million auf 86 Millionen Euro gesteigert werden.

Ein anderes Bild zeigt sich bei der Dienstleistungssparte Arvato, die bei stagnierendem Umsatz etwas weniger verdiente, was auch mit Kosten für Zukäufe begründet wurde. Schwierig gestaltet sich das Geschäft nach wie vor in der Drucksparte. Hier fiel der Umsatz um 53 Millionen auf 512 Millionen Euro, während das operative Ergebnis von 15 Millionen auf 3 Millionen Euro einbrach.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/rts