Wirtschaft

"Massive Kapitalflucht droht" Bofinger lehnt Schuldenschnitt ab

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Peter Bofinger

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Ein Schuldenschnitt für die Krisenländer bedroht die Eurozone als Ganzes. Diese Meinung vertritt der Wirtschaftsweise Bofinger. Er bringt erneut Eurobonds ins Gespräch. Mit diesem Vorschlag wird er allerdings bei der Bundesregierung auf Unverständnis stoßen.

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger hat vor den schweren Folgen eines Schuldenschnitts für Griechenland, Portugal oder andere Krisenländer der Eurozone gewarnt.

"Ein großer Schuldenschnitt hat das Potenzial, die ganze Währungsunion in die Luft zu sprengen", sagte das Mitglied des Sachverständigenrats für die Bundesregierung der "Berliner Zeitung". Denn in diesem Fall kämen auf die Gläubiger massive Verluste zu. "Europäische Banken halten Forderungen an Eurostaaten über drei Billionen Euro." Aus Furcht vor Verlusten käme es zu einer massiven Kapitalflucht.

Als Alternative schlug Bofinger vor, Eurobonds - also gemeinschaftliche Anleihen der Euroländer - aufzulegen. Das lehnt die Bundesregierung jedoch ab. Es wird befürchtet, dass dadurch der Reformeifer in den Krisenländern erlahmen könnte.

Befürworter argumentieren dagegen, durch Eurobonds würde der Druck auf die Länder geringer sein und sie könnten sich günstiger refinanzieren. Zudem könnte die Europäische Zentralbank (EZB) massiv Anleihen der Krisenländer aufkaufen und so die Zinsen drücken, so Bofinger.

Ein weiteres Instrument zur Schuldensenkung sieht er in einer einmaligen Vermögensabgabe in Südeuropa. "Alles das ist besser als ein Schuldenschnitt."

Quelle: n-tv.de, rts

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