Wirtschaft

Boeing statt Dassault? Brasiliens Kampfjet-Deal wankt

Da geht Brasiliens Ex-Präsident Lula in die Luft: Seine Nachfolgerin Rousseff will den milliardenschweren Kampfjet-Auftrag noch einmal aufrollen. Während Lula den französischen Dassault-Konzern zum Favoriten erklärt, denkt Rousseff eher an den US-Riesen Boeing - aus gutem Grund.

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Dassault Rafale: Auftrag aus Brasilien hängt am seidenen Faden. Präsidentin Rousseff favorisiert Boeing.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Freude in Chicago: Der US-Konzern Boeing kann sich doch noch Hoffnungen auf einen milliardenschweren Rüstungsauftrag aus Brasilien machen. Die neue Präsidentin des südamerikanischen Landes, Dilma Rousseff, habe sich dafür entschieden, beim Vergabeprozess für den Kauf von mindestens 36 Kampfjets die Karten neu zu mischen und noch einmal alle Angebote unter die Lupe zu nehmen, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. "Die Entscheidung liegt jetzt in ihren Händen. Sie will sich noch einmal die Details genau ansehen", sagte ein Insider.

Als sicherer Gewinner des mehr als 4 Mrd. Dollar schweren Auftrags galt bislang der französische Konzern Dassault mit seinen Rafale-Jets. In Paris gaben Dassault-Aktien im frühen Handel leicht nach.

Rousseff gegen Lula   

Brasilien arbeitet an einer umfassenden Modernisierung seiner Streitkräfte, wobei der Kauf der 36 Militärflugzeuge ein wichtiger Baustein ist. Der ehemalige Präsident Luiz Inacio Lula da Silva hatte wiederholt seine Präferenz für Dassault signalisiert, weshalb eine Vergabe des Auftrags an die Franzosen zuletzt als eine reine Formsache angesehen worden war.

In der vergangenen Woche hatte Rousseff allerdings eine Delegation von US-Senatoren empfangen und diese um weitere Garantien für einen Technologietransfer im Zusammenhang mit dem Milliarden-Auftrag gebeten, wie aus Regierungskreisen verlautete. Das Treffen habe bei der Entscheidung, die Auftragsvergabe noch mal aufzurollen, eine wichtige Rolle gespielt.

Weiterer Bieter in dem Rennen ist neben Dassault und Boeing der schwedische Saab-Konzern.

Quelle: ntv.de, rts