Wirtschaft
Zinswende in Großbritannien?
Zinswende in Großbritannien?(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 11. Mai 2011

Inflationsbericht deutet auf Zinswende: Briten heben Prognose an

Die britische Notenbank wird sich wohl schneller als erwartet von ihrer Niedrigzinspolitik verabschieden. Erstes Indiz dafür: Die Notenbanker haben ihre Inflationsprognose angehoben.

Die britische Notenbank hat ihre Inflationsprognose angehoben und damit den Weg für eine Zinswende noch in diesem Jahr geebnet. Die kurzfristigen Perspektiven für die Teuerung haben sich nach Ansicht der Bank von England (BoE) eingetrübt, wie sie in ihrem vierteljährlichen Bericht mitteilte. Wegen der gestiegenen Energiekosten sei ein Anstieg der Verbraucherpreise in diesem Jahr auf fünf Prozent zu erwarten. "Wahrscheinlich wird die Inflation auch 2012 über unserem Stabilitätsziel von zwei Prozent liegen", warnte die BoE in dem Bericht. Sie geht davon aus, dass die Zinsen an den Märkten bereits im Schlussquartal auf 0,8 Prozent steigen und Anfang 2012 auf 1,0 Prozent anziehen werden.

Bislang waren die Geldmärkte davon ausgegangen, dass eine erste Zinserhöhung erst Anfang kommenden Jahres kommen würde. Nach dem relativ skeptisch ausgefallenen Ausblick der BoE wird nun eine frühere Zinserhöhung - Ende 2011 - für wahrscheinlich gehalten.

Die BoE hält den Schlüsselzins seit März 2009 auf dem rekordniedrigen Niveau von 0,5 Prozent. In der Notenbank ist die Niedrigzinspolitik jedoch nicht unumstritten: Drei Mitglieder des neunköpfigen Zinsausschusses stimmten im April für eine geldpolitische Straffung. Auch BoE-Gouverneur Mervyn King signalisierte nun, dass die Zentralbank diese ultra-lockere Geldpolitik nicht endlos fortsetzen wird: "Irgendwann müssen wir zu einem normaleren Niveau zurückkehren." Die Notenbank sieht die Konjunkturentwicklung jedoch etwas skeptischer als noch zu Jahresbeginn: Auf Sicht von zwei Jahren erwartet die Notenbank nun ein Wachstum von knapp 2,9 Prozent. Im Februar hatte sie 3,1 Prozent veranschlagt.

Quelle: n-tv.de

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