Wirtschaft

Experten fordern Gegensteuern Briten rutschen in Rezession

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Durch die rigide Sparpolitik der Regierung trübt sich das britische Geschäftsklima ein.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Mit einem drastischen Sparprogramm versucht die britische Regierung, das durch die Finanzkrise hervorgerufene große Haushaltsdefizit abzubauen. Diese Politik hat einen negativen Effekt für die Wirtschaft. Experten prognostizieren für 2012 ein Abgleiten des Vereinigten Königreichs in einen anhaltenden Abschwung.

Die britische Wirtschaft wird nach Einschätzung eines führenden Wirtschaftsforschungsinstituts im laufenden Jahr in einen anhaltenden Abschwung geraten. Das National Institute of Economic and Social Research (NIESR) fordert in seinem Ausblick für 2012 die konservativ-liberale Regierung von Premierminister David Cameron auf, kurzzeitig die Steuern zu senken oder die Ausgaben zu erhöhen.

Nach den Berechnungen der Konjunkturexperten wird die Wirtschaftsleistung im Vereinigten Königreich im Gesamtjahr um 0,1 Prozent zurückgehen. Das Office for Budget Responsibility, das die Regierung in London berät, rechnet mit einem stärkeren Rückgang um 0,7 Prozent.

Die NIESR-Prognose unterstellt für das erste Halbjahr eine Kombination aus trübem Geschäftsklima, strengen Kreditstandards, steigender Arbeitslosigkeit, hohen Lebenshaltungskosten und einer anhaltenden Krise in Europa. Hintergrund ist der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im vierten Quartal um 0,2 Prozent. Setzt sich dieser Trend im ersten Quartal des neuen Jahres fort, würde Großbritannien in eine technische Rezession abgleiten. Die britischen Unternehmen leiden unter einer strengen Sparpolitik und schwacher Nachfrage.

Hoffen auf die Notenbank

"Eine zeitlich begrenzte Lockerung der Ausgabendisziplin könnte die britische Wirtschaft in Schwung versetzen", schrieben die Konjunkturforscher in ihrem Ausblick. Das NIESR ist das zweite große Institut, dass Schatzkanzler George Osborne dazu auffordert, die Steuern kurzfristig zu senken. Osborne hat bisher jede Verwässerung seines harten Sparkurses zurückgewiesen. Er setzt auf die Bank of England (BoE) und ihre ultralockere Geldpolitik zur Stimulierung der Wirtschaft.

Für den Fall, dass sich die Schuldenkrise in Europa beruhigt, rechnen die Konjunkturexperten mit einer Rückkehr des Wachstums in der zweiten Jahreshälfte. Nach diesem positiven Szenario könnte das BIP 2013 um 2,3 Prozent zulegen. Daneben erwartet das NIESR eine Teuerungsrate von 2,2 Prozent im laufenden und von 1,4 Prozent im kommenden Jahr. Im Dezember fiel die Jahresteuerung nach den offiziellen Daten auf 4,2 Prozent, nachdem sie im November noch bei 4,8 Prozent gelegen hatte.

Quelle: n-tv.de, DJ

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