Wirtschaft

Angebot künstlich verknappt China kauft Seltene Erden auf

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China hat die Stärkung der eigenen Wirtschaft immer im Blick.

(Foto: REUTERS)

Seltene Erden sind so selten wie begehrt, denn Hightech-Industrien sind darauf angewiesen. Das Problem: China besitzt ein Quasimonopol und setzt diese Macht gezielt ein. Wegen Kritik aus der EU, den USA und Japan erhöht Peking zwar die Exportquote leicht, gleichzeitig stockt das Reich der Mitte aber seine eigenen Reserven auf.

Die weltweit zweitgrößte Wirtschaftsmacht China will ihre eigenen Reserven an Seltenen Erden aufstocken und verknappt die weltweit begehrten Rohstoffe damit zusätzlich. Die für die strategischen Reserven zuständige staatliche Behörde wolle 18.000 Tonnen Seltene Erden vom größten Produzenten des Landes kaufen und einlagern, berichtete die chinesische Zeitung "National Business Daily". Laut Bericht einer anderen Zeitung hat die Behörde bereits mit dem Aufkauf begonnen.

Als Seltene Erden werden 17 chemische Elemente bezeichnet, die für die Industrie wertvolle Eigenschaften besitzen. Sie werden etwa benötigt, um Computer, Mobiltelefone, Batterien oder Flachbildschirme zu fertigen. Sie kommen auch in Windanlagen, Raketen, Elektroautos und vielen weiteren Gütern zum Einsatz. Bisher entfallen zwischen 90 und 95 Prozent der weltweiten Förderung auf China, das damit ein Quasimonopol besitzt.

Reaktion auf Kritik?

Die Volksrepublik hatte vor einiger Zeit begonnen, den Abbau und den Export der wichtigen Rohstoffe einzuschränken. Das Land begründete dies mit Umweltschutz und dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung. Viele Abnehmer, darunter Deutschland, werfen China allerdings vor, damit sein Monopol auszunutzen. Die Europäische Union, die USA und Japan hatten daher kürzlich bei der Welthandelsorganisation (WTO) in Genf die Einrichtung eines Schiedsgerichtes beantragt, das über die Exportbeschränkungen entscheiden soll.

Daraufhin hatte China erst am Mittwoch die Exportquoten leicht angehoben: Die Ausfuhrobergrenze wird dadurch um 2,7 Prozent auf 30.996 Tonnen steigen. Es war der erste Anstieg seit 2005.

Förderung intensivieren

2011 lag die Ausfuhrobergrenze Seltener Erden aus China bei 30.184 Tonnen. Es wurden jedoch auf legalem Weg nur 16.900 Tonnen exportiert, wie staatliche chinesische Medien berichteten. Der Branchenverband schätzt aber nach einem Bericht der Tageszeitung "Shanghai Daily", dass zusätzlich 1,2 Mal mehr Seltene Erden illegal ins Ausland verkauft wurden.

China verarbeitete 2011 etwa 83.000 Tonnen der Rohstoffe. Die weltweite Produktion im vergangenen Jahr wird auf 110.000 Tonnen geschätzt. China verlangt schon länger von anderen Produzenten, die Förderung zu intensivieren.

Quelle: n-tv.de, bad/AFP/dpa

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