Wirtschaft

Schlechte Stimmung in Chefetagen China könnte Weltkonjunktur bremsen

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Die Erwartungen in den Industriebetrieben wurden etwas zurückgeschraubt.

(Foto: REUTERS)

Die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft kommt überraschend ins Stolpern. Für Januar deuten Umfragen auf eine Stimmungseintrübung in der Industrie. Für das Gesamtjahr rechnen Experten seit längerem mit einem geringerem Wachstum.

Der Weltwirtschaft droht ein Dämpfer durch eine konjunkturelle Abkühlung in China. Dort schrumpften die Geschäfte der Industrie im Januar zum ersten Mal seit sechs Monaten. Der Einkaufsmanagerindex von Markit und HSBC fiel um 0,9 auf 49,6 Punkte, wie eine Umfrage unter Unternehmen ergab. Damit sank das Barometer unter die Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert.

"Hauptgrund dafür war die geringere Binnennachfrage", sagte HSBC-Volkswirt Qu Hongbin. "Die Dynamik in der Industrie schwächt sich ab, was bereits das Wachstum der Beschäftigung gedämpft hat."

Für Yao Wei, Volkswirt bei Société Générale, zeigen die Daten, "dass sich die Wachstumsdynamik in China merklich verlangsamt hat. Saisonale Faktoren könnten eine Rolle gespielt haben, doch der Trend sei eindeutig.

Langsameres Wachstum

Experten gehen deshalb davon aus, dass die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt in diesem Jahr schwächer zulegen wird als in den beiden Vorjahren mit jeweils 7,7 Prozent - das war bereits der kleinste Zuwachs seit 1999. "Wir bleiben bei unserer Prognose von 7,2 Prozent", sagte Dariusz Kowalczyk von Credit Agricole CIB in Hongkong. Nomura-Ökonomin Wendy Chen prognostiziert für das erste Quartal 2014 einen Anstieg von 7,5 Prozent und im zweiten Quartal von lediglich 7,1 Prozent.

Die enttäuschenden Konjunkturdaten drückten die Börsen in Fernost ins Minus. "Diese schwachen Einkaufsmanager-Daten werden zwangsläufig die Angst vor einem Abschwung in der Volksrepublik schüren", sagte der Ökonom Linus Yip.

Die chinesische Führung will die Wirtschaft umbauen, um das Wachstum nachhaltiger machen. Sie setzt dabei weniger als bisher auf den Export, sondern will die Binnennachfrage stärken. Dafür nimmt die Regierung auch ein geringeres Wachstum in Kauf.

Quelle: ntv.de, jwu/rts/DJ